Randintegration und Transformation als zwei sich gegenseitig begründende Methoden der Integralrechnung. (Q1524960)
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scientific article; zbMATH DE number 2678578
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Randintegration und Transformation als zwei sich gegenseitig begründende Methoden der Integralrechnung. |
scientific article; zbMATH DE number 2678578 |
Statements
Randintegration und Transformation als zwei sich gegenseitig begründende Methoden der Integralrechnung. (English)
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1895
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Das von dem Verf. in einer früheren Arbeit (F. d. M. XXV. 1893/1894. 487, JFM 25.0487.02) gegebene Verfahren zur Herleitung der Transformationsgleichung für Doppelintegrale mit Hülfe des Green'schen Satzes lässt sich, wie der Verf. zeigt, auf beliebig vielfache Integrale ebenfalls anwenden; auch die Ableitung der Randintegration wird wesentlich auf den Grundlagen desselben Verfahrens aufgebaut. Fundamental für die ganze Untersuchung ist die Darstellung des Integrationsgebietes der \(n\) Variabeln. Als ``Primitivgebiet'', dargestellt nach \(x_n\), wird ein Gebiet bezeichnet, welches durch die symbolischen Gleichungen: \[ G_s = [k_{r,s}(x_1, x_2,\dots, x_{r-1})\leqq x_r\leqq g_{r,s}(x_1, x_2,\dots, x_{r-1});\;r = 1,2,\dots,n] \] definirt ist; \(k_{1,s}\) und \(g_{1,s}\) sind Constanten, während die übrigen \(k_{r,s}\) und \(g_{r,s}\) im allgemeinen Functionen der in den Klammern beigefügten Veränderlichen sind. In den Bereich der Untersuchung werden nur solche Gebiete \(G\) gezogen, die sich in eine endliche Anzahl von Primitivgebieten zerlegen lassen, also \(G=\sum\limits_{s=1}^{s=\mu}G_s\). Ein Punkt \((x_1', x_2',\dots, x_n')\) ist ein ``Innenpunkt'' des Gebietes \(G\), wenn es eine Zahl \(\delta>0\) giebt, so dass neben diesem Punkte auch alle Punkte \((x_1, x_2,\dots, x_n)\), für welche \(|x_r-x_r'|\leqq\delta\) (\(r=1,2,\dots,n\)) ist, zum Gebiete \(G\) gehören. Jeder Punkt \((x_1'', x_2'',\dots, x_n'')\) des Gebietes heisst ein ``Randpunkt'', wenn, wie klein auch \(\delta\) gewählt werden mag, nicht mehr alle Punkte \((x_1, x_2,\dots, x_n)\), für welche \(|x_r-x_r''|\leqq\delta\) (\(r=1,2,\dots,n\)) ist, zum Gebiete gehören. Die Gesamtheit aller Randpunkte bildet die Ränder des Gebietes. Das Gebiet \(G\) heisst ein einfaches Gebiet, wenn man von jedem Innenpunkte zu jedem anderen auf einer stetigen Linie gelangen kann, deren sämtliche Punkte Innenpunkte des Gebietes sind; jedes andere Gebiet kann als ein aus mehreren einfachen zusammengesetztes Gebiet aufgefasst werden. Durch die Substitutionen \(x_r=\varphi_r(y_1,y_2,\dots,y_n)\) \((r=1,2,\dots,n)\) wird dem Gebiete \(G\) der Veränderlichen \(x\) ein Gebiet \(P\) der Veränderlichen \(y\) zugeordnet. Beide Gebiete sollen sich in eine endliche Anzahl primitiver Gebiete zerlegen lassen. Die Punkte der Gebiete \(P\) und \(G\) sollen sich im allgemeinen eindeutig entsprechen; jedoch dürfen einem Punkte in \(G\) mehrere oder auch unendlich viele Randpunkte von \(P\) entsprechen. Die sämtlichen ersten partiellen Ableitungen der Functionen \(\varphi\) sollen vorhanden und ebenso wie die Functionen \(\varphi\) gleichmässig stetig sein; diese letzteren sollen für das Innere des Gebietes \(P\) im allgemeinen nach dem Taylor'schen Satze entwickelbar sein. Die Substitutionsdeterminante ist \[ \Omega = \left|\frac{\partial\varphi_r}{\partial y_t}\right|\qquad(r,\,t = 1,2,\dots,n). \] Wenn \(\Omega\) auf einer stetigen Linie \(S\) im Inneren des Gebietes \(P\) verschwindet, so entspricht dieser Linie ein Punkt in \(G\) und umgekehrt. Sind aber die Gebiete \(G\) und \(P\) in der oben angegebenen Weise eindeutig auf einander bezogen, so muss \(\Omega\) im ganzen Gebiete \(P\) Werte desselben Vorzeichens haben. Deshalb ist es genügend, nur solche Transformationen in Betracht zu ziehen, bei denen die Determinante \(\Omega\) ihr Zeichen nicht ändert. Bezeichnet \(\Phi_{\mu,\nu}\) die Adjuncte des Elementes \(\frac{\partial\varphi_\mu}{\partial y_\nu}\) in der Determinante \(\Omega\), so haben dann auch die sämtlichen Producte \(\Phi_{\mu,\nu}\frac{\partial x_\mu}{\partial y_\nu}\) \((\mu,\,\nu = 1,2,\dots,n)\) dasselbe Vorzeichen wie die Substitutionsdeterminante \(\Omega\). Unter der Annahme, dass die Transformationsformel \[ \begin{multlined} \int_G^{(n-1)} f(x_1,x_2,\dots,x_{n-1})dx_1dx_2\dots dx_{n-1}\\ = \int_P^{(n-1)} f(\varphi_1,\varphi_2,\dots,\varphi_{n-1})\Omega dy_1dy_2\dots dy_{n-1}\end{multlined} \] für ein \((n-1)\)-faches Integral gültig sei, leitet der Verf. die Gleichung für die Randintegration eines \(n\)-fachen Integrales ab und aus dieser letzteren wieder die Transformationsgleichung dieses \(n\)-fachen Integrales: \[ \int_G^{(n)} f(x_1,x_2,\dots,x_n)dx_1dx_2\dots dx_n = \int_P^{(n)} f(\varphi_1,\varphi_2,\dots,\varphi_n)\Omega dy_1dy_2\dots dy_n. \] Vorher hat der Verf. aber direct gezeigt, dass für \(n=3\) sowohl die Randintegrationsgleichung, als auch die Transformationsgleichung richtig ist; folglich sind beide Formeln allgemein gültig. Das benutzte Verfahren entspricht also einem Schlusse von \(n\) auf \(n+1\) mit zwei Stufen, nämlich von der Transformation zur Randintegration des nächst höheren Integrales und von der Randintegration zur Transformation eines gleich hohen Integrales.
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