Über lineare Differentialgleichungen der zweiten Ordnung. (Q1524972)
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scientific article; zbMATH DE number 2678591
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Über lineare Differentialgleichungen der zweiten Ordnung. |
scientific article; zbMATH DE number 2678591 |
Statements
Über lineare Differentialgleichungen der zweiten Ordnung. (English)
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1894
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Die Vorlesung schliesst sich an eine vorhergehende über die hypergeometrische Function an. Sie stellt sich wie diese, im Gegensatz zu anderen Darstellungen, die Aufgabe, den Gesamtverlauf der durch die Differentialgleichung definirten Functionen zu erfassen, und beschränkt sich deshalb auf Differentialgleichungen der zweiten Ordnung mit algebraischen Coefficienten. Die Einleitung handelt von der algebraischen Form der Differentialgleichungen, die Verf. durch Einführung homogener Variabler und des Algorithmus der Invariantentheorie übersichtlicher gestaltet, doch ohne deren ausschließlichen Gebrauch empfehlen zu wollen. Im Falle algebraischer Coefficienten von höherem Geschlecht operirt er dabei auf den von ihm eingeführten kanonischen Riemann'schen Flächen [Math. Ann. 36, 1--83 (1890; JFM 22.0498.01)]. Ein Excurs (p. 35--41) betrifft die Stellung der ``allgemeinen Lamé'schen Gleichung'' innerhalb der Theorie: jede Gleichung zweiter Ordnung mit rationalen Coefficienten kann als Grenzfall einer Lamé'schen Gleichung mit zusammenrückenden singulären Punkten angesehen werden. Der Hauptteil der Vorlesung beginnt mit der Entwickelung der Monodromiegruppe; die Aufgabe wird (p. 129) dahin formulirt: eine Reihe von einzelnen Entwickelungen kennen zu lernen, vermöge deren auf einer Riemann'schen Fläche mit gegebenen Hauptpunkten eine Differentialgleichung durch Eigenschaften ihrer Monodromiegruppe vollständig festgelegt ist. Zunächst folgen noch Untersuchungen ``algorithmischer'' Art: Fälle algebraischer Integrirbarkeit, Theorie der Lamé'schen Polynome; in dem letzteren Abschnitt werden hauptsächlich die Sätze über die Realität der Wurzeln und ihre Verteilung auf die einzelnen Intervalle zwischen den singulären Punkten, sowie die von Stieltjes gegebene Uebertragung dieser Sätze auf allgemeinere Gleichungen besprochen und mit der durch die \(\eta\)-Function vermittelten Abbildung der Halbebene auf ein geradliniges Polygon in Verbindung gesetzt. Der nächste Abschnitt handelt vom Oscillationstheorem, d. h. dem Satze, dass zwei in einer Differentialgleichung zweiter Ordnung auftretende Parameter so bestimmt werden können, dass zwei particuläre Integrale von ihr in zwei gegebenen Intervallen eine vorgegebene Anzahl Nullpunkte haben und ausserdem bestimmte Grenzbedingungen \((y'/y=c)\) erfüllen. Es wird zunächst für die gewöhnliche Lamésche Gleichung bewiesen und durch eine ausführliche Darstellung der Hermiteschen Theorie erläutert; dann (p. 401 ff.) auf den Fall von \(n\) singulären Punkten und von veränderlichen Exponentendifferenzen \(\alpha\) erweitert. Dabei stellt sich für die letztgenannte Erweiterung heraus, dass die Bedingung \(\alpha<1\), die für den Stieltjes'schen Beweis erforderlich war, auch für die Ueberlegungen des Verf. unentbehrlich ist. Der letzte Abschnitt giebt einen Überblick über das bisher in der Theorie der automorphen Functionen Erreichte, insbesondere über die Methoden zum Beweise des Fundamentaltheorems, daß es zu jeder Riemann'schen Fläche ein, und nur ein unverzweigtes eindeutig umkehrbares \(\eta\) mit Grenzkreis giebt.
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