La géométrie de René Descartes. (Q1525834)

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scientific article; zbMATH DE number 2682613
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    La géométrie de René Descartes.
    scientific article; zbMATH DE number 2682613

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      La géométrie de René Descartes. (English)
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      1894
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      Die Geometrie des Vaters der neueren Philosophie (siehe JFM 25.1047.01) und die analytische Geometrie des Schöpfers der positivistischen Philosophie sind, zu einem hübschen Bande vereinigt, hinter einander abgedruckt worden, ohne dass sich ein Herausgeber zu diesem Gedanken bekennt. Während jedoch die Geometrie des Descartes für ihren Verfasser ein unverwelkliches Blatt in seinem Ruhmeskranze bildet, so dass sogar jüngst erst Hr. L. Schlesinger sich veranlasst gefühlt hat, eine deutsche Uebersetzung derselben zu veröffentlichen (vergl. S. 83 dieses Bandes, JFM 25.0083.01), ist A. Comte als Mathematiker, wenigstens in Deutschland, wenig bekannt geworden und verschwindet trotz des in dem Buche von ihm selbst mehrfach erhobenen Anspruches, als Reformator des mathematischen Unterrichts angesehen zu werden, neben seinen grossen zeitgenössischen mathematischen Landsleuten. Das im Jahre 1843 in erster Auflage erschienene Werk, das nach der Vorrede einer Ruhepause im philosophischen Schaffen seine Abfassung verdankt, hat zwar manches Eigenartige, ist aber durch die Entwickelung der Geometrie seit einem halben Jahrhundert natürlich vollständig überholt. Eigentümlich ist der Wortreichtum, mit welcher alle Gesichtspunkte erörtert und philosophisch dargelegt werden; aber obschon der heutige Mathematiker von dem jetzigen Standpunkte aus manche Bemerkung als zutreffend herausfinden wird, so z. B. über die Unzulänglichkeit der Einteilung der algebraischen Curven nach dem Grade der Gleichung, so hat doch die positivistische Philosophie den Verf. nicht über die Geheimnisse aufklären können, welche hier zu entschleiern waren, und seine Anpreisung der Parabeln \(y^m=ax^n\), sowie der Hyperbeln \(x^my^n=a\), nebst dem Fortschreiten zu ``trinomischen'' Gleichungen \(ax^m+by^n=c\) nach den binomischen liegt von der Aufklärung jener Schwierigkeiten weit ab. Dass auch die strengste positive Philosophie nicht vor ganz gewöhnlichen mathematischen Irrtümern schützt, zeigt sich unter anderem auf S. 115, wo gelehrt und bewiesen wird, dass ein singulärer Punkt jeder Art Doppelpunkt, Einsiedler, Spitze) bei der Bestimmung einer Curve durch eine Anzahl vorgegebener Punkte stets für ``zwei'' einfache Punkte zu rechnen ist. Ebenso scheitert die vorgetragene sehr siegesbewusste Darstellung der Raumcurven durch zwei Gleichungen schon bei den kubischen Raumcurven. --- Am Schlusse des Werkes sind (S. 583-598) die genauen Programme der Vorlesungen des Verfassers über höhere Algebra und Differentialrechnung abgedruckt. Obgleich also Ref. eine Notwendigkeit der neuen Auflage des Werkes von A. Comte nicht einzusehen vermag, muss er doch hinzufügen, dass das Buch den Zustand der analytischen Geometrie vor 50 Jahren in Frankreich getreu abspiegelt und zudem durch die behagliche Wiedergabe aller Gedanken des Verfassers über den Gegenstand sowie durch die thunlichste Unterdrückung von Rechnungen schon äusserlich ganz anders sich zeigt als die sonstigen Werke über analytische Geometrie, daher beim Durchlesen immerhin in gewisser Weise anregend wirken kann, wiewohl nicht gerade in der vom Verf. beabsichtigten Richtung.
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