Einleitung in die Theorie der linearen Differentialgleichungen mit einer unabhängigen Variablen. (Q1527552)
From MaRDI portal
!
WARNING
This is the item page for this Wikibase entity, intended for internal use and editing purposes.
Please use the normal view instead:
scientific article; zbMATH DE number 2681486
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| default for all languages | No label defined |
||
| English | Einleitung in die Theorie der linearen Differentialgleichungen mit einer unabhängigen Variablen. |
scientific article; zbMATH DE number 2681486 |
Statements
Einleitung in die Theorie der linearen Differentialgleichungen mit einer unabhängigen Variablen. (English)
0 references
1894
0 references
Das Buch dient zur Einführung in die Theorie der linearen Differentialgleichungen in ihrer gegenwärtigen Gestalt, deren Grundlagen in den beiden Abhandlungen des Herrn Fuchs (J. für Math. LXVI u. LXVIII) enthalten sind. In der Auswahl des Stoffes beschränkt es sich im wesentlichen auf den Nachweis der Existenz der Integrale und auf die Untersuchung ihres Verhaltens und ihrer Darstellungsform in der Umgebung der einzelnen Stellen bei linearen homogenen Differentialgleichungen \(n^{\text{ter}}\) Ordnung in \(y\), deren Coefficienten eindeutige Functionen von \(x\) sind. Zunächst wird die Aufgabe der Entwickelung der Integrale in der Form \[ y = \sum c_kx^k\quad(k = \alpha,\,\alpha+1,\,\alpha+2,\dots) \] unter der Annahme, dass \(\alpha\) eine endliche Zahl ist, das betreffende Integral sich also bei \(x=0\) bestimmt verhält, rein formal behandelt, indem die Recursionsformel für die Coefficienten der Reihe aufgestellt wird. Hierbei ergiebt sich der Exponent \(\alpha\) als Wurzel der ``determinirenden Gleichung'', deren Grad zwischen 0 und \(n\) liegt. In dem ausgezeichneten Falle, dass sie vom Grade \(n\) ist, heisst \(x=0\) eine Stelle der Bestimmtheit (Cap. I). Nunmehr werden die notwendigen und hinreichenden Bedingungen dafür entwickelt, dass zu einer Wurzel \(\alpha\) eine Reihe gehört, die durch die Recursionsformel formal geliefert wird. Gehört \(\alpha\) einer Gruppe von Wurzeln an, die sich von einander nur um ganze Zahlen unterscheiden, und ist \(x=0\) eine Stelle der Bestimmtheit, so ist damit (die später erwiesene Convergenz der Reihe vorausgesetzt) die wichtige Frage gelöst, ob ein zu einer bestimmten Wurzel \(\alpha\) gehöriges, logarithmenfreies Integral existirt. Diese Frage ist zum ersten Male vom Verfasser in seiner Habilitationsschrift (Giessen 1888, F. d. M. XIX. 1887. 306, JFM 19.0306.01) behandelt worden; ihre Beantwortung ergiebt zugleich die Bedingungen für den bisher allein betrachteten Fall, dass jedes Integral der Gruppe von Logarithmen frei ist (Cap. II). Der Nachweis der Reihenconvergenz bei einer Stelle der Bestimmtheit erfolgt im wesentlichen nach der Fuchs'schen Methode, und das alle im Weierstrass'schen Sinne regulären Stellen der Coefficienten Stellen der Bestimmtheit für die Differentialgleichung sind, so ist damit die Existenz von Integralen erwiesen (Cap. III). Nach Einführung des Begriffs eines Fundamentalsystems von Integralen wird die analytische Fortsetzung des zunächst für die Umgebung einer regulären Stelle \(x=0\) aufgestellten Fundamentalsystems längs einer durch keinen singulären Punkt hindurchgehenden Curve betrachtet; das auf das allgemeine Integral angewandte Fortsetzungsverfahren führt zu dem Begriff der allgemeinen Integralfunction. Die verschiedenen Zweige derselben werden durch das Verhalten eines zu \(x=0\) gehörigen Fundamentalsystem bei Ausführung eines beliebigen Umlaufes von \(x=0\) aus bestimmt. Die linearen Substitutionen, die ein solches Fundamentalsystem bei allen möglichen Umläufen von \(x=0\) aus bilden, liefern in ihrer Gesamtheit ``die Gruppe der Differentialgleichung'' (Cap. IV-VI). Die folgenden Capitel beschäftigen sich mit der Gestalt der Integrale in der Umgebung von \(x=0\), falls dieser Punkt singulär und eine Stelle der Bestimmtheit ist. Es ergiebt sich ein in Gruppen derart ein geteiltes Fundamentalsystem von mit Logarithmen behafteten Integralen, dass die Elemente einer Gruppe beziehentlich zu den einzelnen Wurzeln einer Wurzelgruppe der determinirenden Gleichung gehören. Zur Aufstellung des ``allgemeinsten Integrals \((\sigma+1)^{\text{ter}}\) Stufe'' von der Form \[ y = \psi_\sigma + \binom{\sigma}1 \psi_{\sigma-1}\log x + \binom{\sigma}2 \psi_{\sigma-2}\log^2x +\cdots+ \psi_0\log^\sigma x, \] wo \[ \psi_0 = \sum_{(s)}c_sx^s,\;\psi_1 = \sum_{(s)}c_s'x^s,\;\dots,\;\psi_\sigma = \sum_{(s)}c_s^{(\sigma)}x^s \] \[ (s = \alpha,\;\alpha+1,\;\dots), \] werden die Recursionsformeln für die Coefficienten der Reihen \(\psi\) entwickelt, und dann wird die Convergenz der Reihen bewiesen. Die betreffende Rechnung ist hier unseres Wissens zum ersten Mal vollständig durchgeführt, und zwar erhält man successive alle zu einer Gruppe von \(\lambda\) Wurzeln gehörigen Integrale der \(1^{\text{ten}}\), \(2^{\text{ten}}\), ..., \((l+1)^{\text{ten}}\) Stufe, wo, falls \(\nu_i\) die Anzahl der linear unabhängigen Integrale \((i+1)^{\text{ter}}\) Stufe ist, \(\nu_0+\nu_1+\cdots+\nu_l=\lambda\) ist. Das allgemeinste Integral der Gruppe wird dann derart in Untergruppen zerlegt, dass in die Umlaufsrelationen jedes Integrals immer nur die Integrale seiner Untergruppe eintreten (Cap. VII-IX). Nunmehr wird dazu übergegangen, die analytische Form der Integrale in der Umgebung einer Stelle der Unbestimmtheit zu ermitteln, so weit sie mit Hülfe der Fundamentalgleichung allein sich ergiebt. Hierbei werden die früheren Resultate wiedergefunden, bis auf die Darstellung in Reihen. Die Untersuchung der Bedingungen, unter denen einige Integrale an einer solchen Stelle sich bestimmt verhalten, führt dazu, auf die Theorie der Reductibilität und Zerlegung von linearen Differentialgleichungen einzugehen, die nach der Darstellung des Herrn Frobenius entwickelt wird. Den Schluss bildet die Aufstellung und Untersuchung der Differentialgleichungen der Fuchs'schen Klasse, d. h. derjenigen linearen Differentialgleichungen, die im Endlichen und Unendlichen nur Stellen der Bestimmtheit besitzen. Für diese werden die allgemeinen Recursionsformeln in eine besondere zweckmässige Form gebracht (Cap. X-XIV). Den meisten Abschnitten sind zur Erleichterung des Verständnisses Beispiele beigefügt; im letzten wird für die Gauss'sche Differentialgleichung das bei jedem der drei singulären Werte 0, 1, \(\infty\) gültige Fundamentalsystem von Integralen in expliciten Ausdrücken angegeben. Ein zugefügter Anhang enthält die Beweise der im Text gebrauchten Hülfssätze, die nicht der Theorie der linearen Differentialgleichungen selbst angehören.
0 references