Mechanische Darstellung der elektromagnetischen Erscheinungen in ruhenden Körpern. (Q1530271)

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scientific article; zbMATH DE number 2686496
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    Mechanische Darstellung der elektromagnetischen Erscheinungen in ruhenden Körpern.
    scientific article; zbMATH DE number 2686496

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      Mechanische Darstellung der elektromagnetischen Erscheinungen in ruhenden Körpern. (English)
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      1891
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      Der Verfasser geht in seiner Darstellung von der W. Thomson'schen Hypothese des quasi-elastischen Mediums aus, bei dem nicht die Dilatationen, sondern die Drehungscomponenten für die Druckcomponenten des Mediums bestimmend sind. Der Aether sei also ein incompressibler Stoff, welcher Quasi-Starrheit besitzt, d. h. zur Rotation eines Volumenelementes des Aethers ist eine Kraft erforderlich, welche dem Drehungswinkel proportional ist. Sonstigen Bewegungen und Formveränderungen gegenüber verhält sich der Aether wie eine reibungslose Flüssigkeit. Während nun Lord Kelvin die Drehungscomponenten den magnetischen Kräften zuordnet, setzt sie der Verf. der elektrischen Kraft proportional. Ausser den Rotations- werden auch Translationsbewegungen des Aethers betrachtet. Dadurch gelangt man zu einem Systeme von Gleichungen, das mit dem von Hertz für die elektromagnetischen Erscheinungen in Nichtleitern aufgestellten übereinstimmt. Die Hypothese von Sir W. Thomson wird weiter gleichsam ergänzt durch die folgende. Der Aether bewegt sich wie eine incompressible Flüssigkeit, welche Quasi-Viscosität besitzt, d. h. der Rotation eines Volumenelementes wirkt eine Kraft entgegen, welche proportional der Drehungsgeschwindigkeit ist. Dies führt zu einem Gleichungssystem, das mit den Gleichungen von Hertz für einen vollkommenen, also dielektrisch nicht polarisirbaren Leiter identisch ist. Der Aether verhält sich also im Leiter ähnlich wie eine reibende Flüssigkeit, im Nichtleiter ähnlich wie ein fester Körper. Es folgen die Bewegungsgleichungen in Halbleitern, die als eine Vereinigung der Eigenschaften von Leiter und Nichtleiter erklärt werden; diese beiden Zustände des Aethers sollen aber unvermittelt in einander übergehen, auch soll die Dichtigkeit des Aethers überall dieselbe sein. -- Es wird gezeigt, dass die Gleichungen den Bedingungen: ``Wahren Magnetismus kann es nicht geben'', und ``Wahre Elektricität tritt nur als Flächenbelegung auf'' (Hertz), genügen. Zum Schluss sei noch hervorgehoben, dass den elektrischen Verschiebungen Maxwell's bei Hrn. Sommerfeld diejenige Drehung entspricht, um welche ein Aetherteilchen aus seiner Ruhelage herausbewegt wird. Die Geschwindigkeit, die in Leitern nach der gewöhnlichen Anschauung an Stelle der Verschiebung tritt, ist hier eine Winkelgeschwindigkeit. Fallen aber sonst Verrückung und Geschwindigkeit in die Richtung der Kraft, so stehen sie hier senkrecht zu dieser. Endlich bemerkt der Verf., dass seine Erklärung von der magnetischen Kraft nicht neu ist, sondern für den stationären Zustand im freien Aether bereits von L. Euler aufgestellt woraen ist; der Aether befindet sich dann in dem Zustande einer vollkommenen Flüssigkeit bei Existenz eines Geschwindigkeitspotentials.
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