Les autographes de Descartes à la Bibliothèque nationale. (Q1530516)

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scientific article; zbMATH DE number 2686758
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    Les autographes de Descartes à la Bibliothèque nationale.
    scientific article; zbMATH DE number 2686758

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      Les autographes de Descartes à la Bibliothèque nationale. (English)
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      1891
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      Der erste Herausgeber der Briefe des Descartes, Clerselier, beklagt sich in der Vorrede zum dritten Bande (1667), dass Roberval nach dem Tode des Mersenne sich aller Briefe bemächtigt habe, die Descartes an diesen geschrieben hätte, so dass es unmöglich gewesen sei, die Fehler nach den Originalen der von Descartes aufbewahrten Entwürfe zu verbessern. Nach Roberval's Tode (1675) müssen diese Briefe an die Pariser Akademie gekommen und von La Hire benutzt sein. Zur Zeit jedoch, wo Cousin seine Ausgabe der Oeuvres de Descartes veranstaltete, war diese Thatsache nicht bekannt. Dagegen wusste Libri, wahrscheinlich zufolge einer Notiz von Arbogast, von jenen Briefen und entwandte sie mit vielen anderen Manuskripten 1884, als er Paris und Frankreich verliess. Von dem dadurch verschwundenen Schatze ist aus der Ashburnham-Sammlung etwa der vierte Teil wieder für die Nationalbibliothek zurückerworben worden; derselbe bildet das Manuskript No. 5160 der Neuerwerbungen und wird von Hrn. Tannery in einer Reihe von Artikeln eingehend besprochen. Er enthält im ganzen 23 Briefe, von denen 8 als bisher gar nicht, 1 als zum Teil nicht veröfrentlicht bezeichnet werden. Nach einer vorhandenen Liste von Dom Poirier zur Zeit der ersten Revolution müssen in den Manuskripten der Briefsammlung des Descartes 20 unbekannte gewesen sein. Auf Grund einer genauen Prüfung aller vorhandenen Angaben kommt Hr. Tannery jedoch im zweiten Artikel zu dem Schlusse, dass nur 11 Briefe verloren gegangen sind. Die bisher nicht veröffentlichten Briefe des Descartes lässt der Herausgeber, soweit dieselben allgemeineres Interesse haben, wörtlich abdrucken und begleitet sie mit Erläuterungen. Der erste Brief aus dem November 1629 ist besonders dadurch interessant, dass Descartes in demselben seine Ansichten über die Gesetze des freien Falls ausführlich entwickelt und zuletzt auch auf die Bewegung eines Pendels und einer schwingenden Saite eingeht. Das Trägheitsgesetz findet man sehr klar ausgesprochen. Unter den folgenden bisher nicht bekannten Briefen beantwortet der vom 26. April 1643 die dem Descartes vorgelegte Frage, welche in jetziger Fassung etwa so lauten würde. Ist die Bewegung eines Wurfgeschosses bloss durch die Anfangsbedingungen bestimmt? Auch eine Bemerkung über die Grössen, welche durch Gleichungen zu bestimmen sind, ist beachtenswert. Zum Verständnisse der weiteren noch nicht veröffentlichten Briefe lässt Hr. Tannery dann drei handschriftliche anonyme Schmähschriften gegen Descartes aus dem Manuskripte 5161 abdrucken; dieselben werden mit grösster Wahrscheinlichkeit dem Jean de Beaugrand, Verffasser einer Géostatique (1636) zugeschrieben; in ihnen werden besonders Einwürfe gegen die Geometrie des Descartes erhoben. Es folgt nun die Darstellung der Entstehung der Zwistigkeiten zwischen Roberval und Descartes über einen Satz des Pappus sowie über den Schwingungsmittelpunkt eines Pendels. Hierauf beziehen sich zwei von den bisher nicht bekannten Briefen des Descartes (7. Septbr. und 5. October 1646), in denen der Philosoph sehr ausfallend gegen seinen Gegner ist. Hinter der gleichfalls abgedruckten Erwiderung des Roberval, die an Charles Cavendish gerichtet ist, folgt ein unedirter Brief des Descartes vom 12. October 1646, in welchem dieser erklärt, dass er mit Roberval überhaupt keinen Verkehr mehr haben wolle. Als ihm jedoch der vorher erwähnte Brief des Roberval zugegangen war, antwortete er am 2. Novbr. 1646 in einem bisher nicht bekannten und nun veröffentlichten Briefe. Zuletzt erzählt Hr. Tannery den Ausgang des Streites zwischen den beiden Gelehrten des siebzehnten Jahrhunderts. Nach dem Tode Mersenne's, der die Rolle eines ungeschickten Zwischenträgers gespielt hatte, versuchte Roberval durch die Vermittelung des Carcavi eine Aussöhnung, ohne sie aber zu erreichen.
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