Ein Satz aus der Topologie. (Q1533403)

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scientific article; zbMATH DE number 2689934
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    Ein Satz aus der Topologie.
    scientific article; zbMATH DE number 2689934

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      Ein Satz aus der Topologie. (English)
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      1890
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      Die Arbeit enthält die Verallgemeinerung der von Steiner, Euler, Cauchy, Listing aufgestellten Sätze über polyedrale Raumteilungen auf Mannigfaltigkeiten höherer Ordnung. Es seien zunächst \(n\) in allgemeiner Lage vorausgesetzte lineare Mannigfaltigkeiten \((p-1)^{\text{ter}}\) Dimension gegeben \[ f_i (x) = a_{i1} x_1 + a_{i2} x_2 + \cdots + a_{ip} x_p + c_i = 0, \] und es sei \(\varphi_h\) die Zahl der durch sie bestimmten Teilgebiete \(h^{\text{ter}}\) Dimension, d. h. die Zahl derjenigen Teilgebiete des \(p\)-dimensionalen Raumes, deren Elemente \(x\) in genau je \(p-h\) Mannigfaltigkeiten \(f_i(x) = 0\) liegen, so hat für jedes System solcher \(n\) Mannigfaltigkeiten der Ausdruck \[ \varphi_p - \varphi_{p-1} + \varphi_{p-2} - \cdots \pm \varphi_0 \] einen von \(p\) und \(n\) unabhängigen invarianten Zahlenwert, nämlich den Wert 1. Dieser Satz enthält die Erweiterung der Cauchy-Listing'schen Formeln. Beschränkt man sich auf ein solches Teilgebiet, welches das \(p\)-dimensionale Analogon eines einfachen Polyeders darstellt, so ergiebt sich die Verallgemeinerung der Euler'schen Formel; in einem beliebigen durch \(n\) lineare Mannigfaltigkeiten bestimmten \(p\)-dimensionalen Polyeder ergiebt die Zahl der Grenzgebiete unpaarer Dimension, vermindert um die Zahl der Grenzgebiete paarer Dimension den Wert 0 oder 2, je nachdem \(p\) gerade oder ungerade ist. Ferner erweist sich für solche Polyeder auch die Zahl der Grenzgebiete \(h^{\text{ter}}\) Dimension von der Lage der begrenzenden Mannigfaltigkeiten unabhängig, also constant für alle durch \(n(p-1)\)-dimensionale Mannigfaltigkeiten begrenzte Polyeder. Im besondern folgt, dass ein von \(n\) Ebenen in allgemeiner Lage begrenztes Polyeder \(3n-6\) Kanten und \(2n-4\) Ecken besitzt. Der erste der genannten Sätze kann auf beliebige Mannigfaltigkeiten ausgedehnt werden. Es fragt sich nur, wie man die Teilgebiete richtig zu definiren hat. Zu diesem Zweck nimmt man einen Punkt \(a\) beliebig, im übrigen aber fest an, und fasst, wenn \(x\) irgend ein Punkt ist, die Strecke \[ a_1 + \vartheta (x_1 - a_1), \; \cdots , \; a_p + \vartheta (x_p - a_p) \] ins Auge. Je nachdem dieselbe der Mannigfaltigkeit \(f_i (x) = 0\) in einer geraden oder ungeraden Zahl von Punkten begegnet, hat man den Punkt \(x\) auf derselben Seite von \(f_i(x) = 0\) liegend anzunehmen, wie \(a\), oder nicht. Hierdurch sind für jede Mannigfaltigkeit zwei verschiedene Seiten definirt. Für jeden Punkt \(x\) können daher in Bezug auf jede Mannigfaltigkeit \(p\) ihm eigentümliche Vorzeichen \(\varepsilon_1\), \(\varepsilon_2, \dots, \varepsilon_p\) angegeben werden, und jeder Vorzeichencombination entspricht ein Teilgebiet. Zu beachten ist, dass die Teilgebiete aus getrennten Bestandteilen bestehen können. Die aus getrennten Teilen bestehenden Teilgebiete kommen für den verallgemeinerten Satz in Betracht. Er lautet folgendermassen: Werden die \(n\) Mannigfaltigkeiten in eine bestimmte Reihe \(f_1, f_2, \dots\), \(f_n\) gebracht, wird ferner in dem System der \(n-k\) Mannigfaltigkeiten \(f_{k+1}, \dots, f_n\) die Anzahl \(\chi_{h,n-k}\) derjenigen mehrteiligen \(h\)-dimensionalen Teilgebiete bestimmt, von deren getrennten Bestandteilen ein Teil ganz innerhalb, ein Teil ganz ausserhalb \(f_k = 0\) liegt, und wird die Grösse \[ \chi_{p,n-k} - \chi_{p-1,n-k} + \cdots \pm \chi_{0,n-k} = X_{n-k} \] gesetzt, so hat die Summe \[ X_{n-1} + X_{n-2} + \cdots + X_1 \] einen von der ursprünglichen Anordnung der \(n\) Mannigfaltigkeiten unabhängigen Betrag, nämlich den Wert \[ \varphi_p - \varphi_{p-1} + \cdots \pm \varphi_0 - 1. \] Der Satz bleibt übrigens auch bei specieller Lage der Mannigfaltigkeiten gültig, ebenso der analoge Satz über lineare Mannigfaltigkeiten. Die Beweise stützen sich meist auf den Schluss von \(n\) auf \(n+1\).
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