Some researches on the a priori probability of errors of observation. (Q1535009)

From MaRDI portal





scientific article; zbMATH DE number 2691666
Language Label Description Also known as
default for all languages
No label defined
    English
    Some researches on the a priori probability of errors of observation.
    scientific article; zbMATH DE number 2691666

      Statements

      Some researches on the a priori probability of errors of observation. (English)
      0 references
      0 references
      1889
      0 references
      Diese Untersuchungen schliessen sich an ähnliche an, welche Laplace in seiner Théorie analytique des probabilités angestellt hat. Ist \(U\) der wahrscheinlichste Wert einer unbekannten Grösse, zu deren Bestimmung irgendwie \(n\) Beobachtungen beitragen, so möge die Wahrscheinlichkeit \(P_u\), dass \(U\) mit einem Fehler \(u\) behaftet sei, durch die Relation ausdrückbar sein: \[ (1) \quad \log P_u = \log A - nF, \] wo \(A\) eine Constante und \(F\) eine reelle Function von \(u\) ist, welche ein Minimum für \(u = 0\) hat und beständig und continuirlich wächst für \(u\) gleich 0 bis \(\infty\) und 0 bis \(-\infty\). Ist ferner \(\left( \frac{d^2 F}{du^2} \right)_{0}\) endlich und von Null verschieden, und \(\frac{d^3 F}{du^3}\) endlich und continuirlich für jeden Wert von \(u\), so zeigt der Verfasser, dass man innerhalb der überhaupt möglichen Fehlergrenzen für ein unendlich wachsendes \(n\) für (1) den Ausdruck substituiren darf: \[ P_u = ke^{-H^2 u^2}, \] wo \[ H = -\tfrac 12 \left( \frac{d^2 \log P_u}{du^2} \right)_{0} = \frac{n}{2} \left( \frac{d^2 F}{du^2} \right)_{0} \] ist. Legt man nunmehr das Gauss'sche Fehlergesetz zu Grunde und ordnet \(n\) directe, gleich genaue Beobachtungswerte einer Unbekannten nach ihrer Grösse, mit dem grössten beginnend, so entwickelt der Herr Verfasser die Wahrscheinlichkeit a priori, dass das \(r^{\text{te}}\) Glied dieser Reihe mit dem Fehler \(\varDelta + u\) behaftet sei. Hierbei wird die Correction, welche an dem \(r^{\text{ten}}\) Gliede anzubringen ist, um bei bekanntem Genauigkeitsmass \(h\) aus diesem Glied allein einen wahrscheinlichsten Wert der Unbekannten abzuleiten, ebenso wie die Genauigkeit dieses corrigirten Wertes ermittelt. Diese letztere ist bei \(2m + 1\) Beobachtungen für das mittelste Glied durch \[ H^2 = h^2 \left( 1 + \frac{4m}{\pi} \right) \] gegeben, während der analoge Ausdruck für das arithmetische Mittel aller Beobachtungen \[ H'^{2} = h^2 (1 + 2m) \] ist. Beide Genauigkeiten stehen also, wenn \(m\) hinlänglich gross ist, im Verhältnis von 2 zu \(\sqrt{2 \pi}\) oder ungefähr von 4 zu 5. Endlich leitet der Herr Verfasser die Wahrscheinlichkeit a priori ab, dass das arithmetische Mittel zweier gegen die Mitte einer nach der Grösse geordneten Reihe von \(n\) Beobachtungen symmetrisch gelegener und um \(2\varDelta\) verschiedener Werte mit dem Fehler \(u\) behaftet sei. Aus dieser Untersuchung folgt: Die beiden symmetrischen Beobachtungen, deren Mittel die grösste Genauigkeit besitzt, nehmen in der nach der Grösse geordneten Reihe die Stellen \(\text{0,27}n\) und \(\text{0,73} n + 1\) ein. Die Genauigkeit dieses Mittels ist ungefähr gleich \(h\sqrt{\text{0,81} n}\), sie verhält sich daher zu der des arithmetischen Mittels aller Beobachtungen wie 0,9 zu 1. Dieses Mittel giebt also schon eine sehr gute Annäherung.
      0 references
      observation errors
      0 references
      Gaussian law of errors
      0 references

      Identifiers