Ueber Brennflächen und die räumliche Verteilung der Helligkeit bei Reflexion eines Lichtbüschels an einer spiegelnden Fläche. (Q1540722)
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scientific article
Language | Label | Description | Also known as |
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English | Ueber Brennflächen und die räumliche Verteilung der Helligkeit bei Reflexion eines Lichtbüschels an einer spiegelnden Fläche. |
scientific article |
Statements
Ueber Brennflächen und die räumliche Verteilung der Helligkeit bei Reflexion eines Lichtbüschels an einer spiegelnden Fläche. (English)
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1886
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Der Herr Verfasser hat das Bestreben, die Betrachtung der Erscheinungen der Reflexion des Lichtes an einer beliebigen spiegelnden Fläche dadurch zu vervollständigen, dass er die Helligkeit in den verschiedenen Teilen des Raumes berücksichtigt. Nach dem Malus'schen Satze wird jedes von einem Punkte ausgehende System von Lichtstrahlen durch beliebig viele Reflexionen und Brechungen immer wieder in ein Normalensystem übergeführt. Die Brennflächen eines solchen Normalensystems nennt der Herr Verfasser primäre Brennflächen, dagegen jede der parallelen Flächen, welchen dieses System der Normalen zugehört, eine secundäre Brennfläche. Die secundären Brennflächen sind demnach nichts anderes, als die Flächen gleicher Phasen der Undulationstheorie und können darum füglich als Phasenflächen oder Wellenflächen bezeichnet werden, wie dies der Herr Verfasser auch in einer anderen Abhandlung gethan hat. Betrachtet man nun ein unendlich dünnes von einem Punkte ausgehendes Strahlenbündel bei Reflexion an einer spiegelnden Fläche, so kann man durch jeden Punkt des einfallenden wie des reflectirten Strahles die betreffende Phasenfläche legen, und die Definition, die der Herr Verfasser über die Helligkeit aufstellt, kommt wesentlich darauf hinaus, dass er sie an jeder Stelle umgekehrt proportional dem Flächenstück annimmt, in welchen das unendlich dünne Strahlenbündel die betreffende Phasenfläche durchschneidet. Nimmt man dann die Helligkeit auf einer Kugel, deren Mittelpunkt der leuchtende Punkt ist, als constant an, so ist die Helligkeit für jeden Punkt jedes Strahles, sowohl vor, als nach der Reflexion bestimmt. Der Herr Verfasser sucht diese Definition physykalisch zu begründen. Seine Begründung ist aber nur dann zutreffend, wenn alles Licht reflectirt wird, also etwa bei totaler Reflexion. Im allgemeinen aber wird auch ein Teil des Lichtes gebrochen, ganz abgesehen von etwaiger Absorption, und das Verhältnis der Intensität des gebrochenen und des reflectirten Strahles hängt bei natürlichem Lichte noch wesentlich von dem Einfallswinkel ab. Dieser Umstand ist bei der Definition des Herrn Verfassers gar nicht berücksichtigt, sie hat also, wenn überhaupt, doch nur eine wesentlich beschränkte physykalische Bedeutung. Dies hätte der Herr Verfasser wohl nicht mit Stillschweigen übergehen dürfen. Die Helligkeit an Punkten auf einer der beiden Brennflächen wird hiernach im Vergleich zu dem übrigen Raum unendlich gross. Der Herr Verfasser sucht nun aber ein Mittel auf, um dieselbe für die verschiedenen Punkte einer Brennfläche mit einander zu vergleichen, indem er zwei gleiche unendlich kleine Stücke einer den leuchtenden Punkt umgebenden Wellenfläche betrachtet, die durch sie gelegten Strahlenbündel bis zu einer der beiden Brennflächen des reflectirten Systems verfolgt und die von den Strahlen beider Bündel berührten Flächenteile derselben vergleicht. Die Helligkeiten werden diesen Flächeninhalten umgekehrt proportional angenommen. Auch gegen diese Definition sind die oben erwähnten Bedenken geltend zu machen. Andrerseits soll der theoretische Wert derselben nicht verkannt werden. Es lassen sich vielleicht beide Definitionen mit Berücksichtingung der angeführten Umstände so modificiren, dass sie mit den physykalischen Thatsachen besser übereinstimmen. Nachdem der Herr Verfasser noch eine Bemerkung über die Spiegelung an abwickelbaren Flächen gemacht hat, die eine besondere Betrachtung erfordern, wendet er sich zu einem Beispiel. Es ist ein gleichseitiges hyperbolisches Paraboloid gegeben und ein leuchtender Punkt im Scheitel desselben. Gesucht wird eine spiegelnde Fläche der Art, dass die reflectirten Strahlen das Normalensystem des Paraboloids bilden. Die Aufgabe hat unzählig viele Lösung, von denen eine besonders ausgezeichnet ist. Dies ist eine gewisse Fläche neunter Ordnung, die der Herr Verfasser genauer discutirt, auch mit Rücksicht auf die seinen Definitionen entsprechenden Helligkeitsverhältnisse, und deren Gestalt er durch die Abbildung eines Modells versinnlicht. [In einer Anmerkung beschäftigt sich der Herr Verfasser mit einem Bericht des unterzeichneten Referenten über eine seiner früheren Arbeiten, betreffend die Brennflächce der von einer leuchtenden Linie ausgehenden Strahlen nach ihrer Reflexion von einem Cylinder, dessen Axe die Linie trifft. F. d. M. 1881. XIII. S. 625 (JFM 13.0623.01). Er giebt zu, dass der Name Brennfläche (siehe unten c) in jener Arbeit nicht ganz glücklich gewählt ist, verwirft aber 1) meine Ansicht, wonach die Enveloppe der Brennflächen für die einzelnen leuchtenden Punkte als Brennfläche der leuchtenden Linie aufzulassen ist, da diese Enveloppe der spiegelnde Cylinder selbst, die Helligkeit aber dort Null sei. Er fährt dann etwa so fort: b) Als Fläche der hellsten Stellen überhaupt ist in unserem Falle die Fläche der singulären Linien der einzelnen Brenncylinder auszusehen, d. i. ein gewisser Cylinder sechster Ordnung. c) Sucht man jedoch auf jeder einzelnen Erzeugenden der Brenncylinderschar den hellsten Punkt, so giebt die Verbindungsfläche die in der früheren Arbeit als Brennfläche bezeichnete Fläche \(12^{\text{ter}}\) Ordnung. d) ``Es existirt übrigens eine dritte Fläche, die mit den vorhergehenden um die Bezeichnung Brennfläche erfolgreich concurriren kann'', -- und diese ist -- ``der Ort der Spiegelbilder der leuchtenden Linie in Bezug auf die Tangentialebenen des apiegelnden Cylinders''. Darauf erwiedere ich: a) Die Enveloppe der Brennlächen besteht aus mehreren Bestandteilen. Einer derselben ist die spiegelnde Fläche. Ist auf dieser die Helligkeit des reflectirten Lichtes Null, so bleiben noch die andern Bestandteile zu betrachten, und dies thut auch Herr Finsterwalder, zunächst in b). Der dort betrachtete Cylinder ist in der Tat als singulärer Bestandteil der Enveloppe zu zählen. In c) ist bei der Bestimmung der hellsten Stellen für jeden Brenncylinder nur der leuchtende Punkt berücksichtigt, dem dieser Cylinder entspricht, als ob die übrige Linie dunkel wäre. Deshalb eben kommt der hier sich ergebenen Fläche keine besondere optische Bedeutung zu, wie ich dies schon in meinem Referat ausgesprochen habe. d) Die dritte Fläche, die ``übrigens noch existirt'', ist genau dieselbe, welche ich in dem Referat bereits als einen singulären Bestandteil der Enveloppe ausdrücklich aufgeführt und charakterisirt hatte. Davon sagt aber Herr Finsterwalder nichts, so dass es den Eindruck macht, als sei diese Fläche erst von ihm entdeckt. Ich kann nicht umhin, in der Erwiderung des Herrn Finsterwalder nur eine Bestätigung meiner damals geäusserten Ansicht zu finden.]
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