Ueber die Ursachen und die Gesetze der atmosphärischen Elektricität. (Q1541155)

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scientific article; zbMATH DE number 2699322
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    Ueber die Ursachen und die Gesetze der atmosphärischen Elektricität.
    scientific article; zbMATH DE number 2699322

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      Ueber die Ursachen und die Gesetze der atmosphärischen Elektricität. (English)
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      1888
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      Die Abhandlung enthält zunächst eine historische Uebersicht über die bisherigen Beobachtungen und Hypothesen. Der Verfasser schliesst sich der zuerst von Erman ausgesprochenen und später von Peltier weiter ausgeführten Ansicht an, dass die Erde eine elektrische Ladung besitzt (und zwar eine negative, da nach allen Beobachtungen ihr Potential bei normalem Wetter mit zunehmender Höhe wächst), dass dagegen die Luft selbst unelektrisch ist und die scheinbare Ableitung von Elektricität aus der Atmosphäre nur von der Potentialdifferenz an den Enden der Leitung, oder, wenn man das Elektroskop selbst nach vorheriger Ableitung hebt von Influenz herrührt. (Die frühere Ansicht, dass die Verdampfung Elektricität erzeuge, ist durch Versuche widerlegt worden). Dazu kommt aber nach dem Verfasser die von der Erde aus fortgeführte negative Elektricität des Wasserdampfs, durch welche das Potentialgefälle von oben nach unten vermindert wird und auch 0 oder negativ werden kann. Um zu zeigen, dass der von einer elektrisirten Flüssigkeits-Oberfläche aufsteigende Dampf Elektricität mitführt, hat der Verfasser Beobachtungen angestellt, aus denen sich ergab, dass die Verdampfungsgeschwindigkeit aus einer elektrisirten Flüssigkeit grösser ist als aus einer unelektrischen, und dass ferner ein Metallgefäss von einer darüber aufgestellten elektrisirten Metallschale verdampfendem Aether Elektricität aufnimmt. [Uebrigens lassen sich die Versuche nach der ersten Methode auch anders erklären die Versuche nach der zweiten Methode sind von Sohncke (Wied. Ann. XXXIV) wiederholt worden, wobei sich ergab, dass die Mitteilung der Elektricität durch die niedergehenden kalten Luftströme bewirkt wurde; auch nach einer anderen Methode angestellte Versuche führten Sohncke zu der Ueberzeugung, dass eine Fortführung von Elektricität durch Dampf nicht stattfinde. D. Ref.]. Hiernach stellt der Verfasser für das Potentialgefälle \(\frac{dV}{dh}\) in der Höhe \(h\) über der Erdoberfläche folgenden Ausdruck auf. In geringer Höhe, wo man die Niveauflächen als horizontale Ebenen betrachten kann, geht die Gleichung \(\varDelta V=-4\pi \varrho\) über in \(\frac{d^2V}{dh^2}=-4 \pi \varrho\), wo \(\varrho\) negativ und proportional dem Gehalt \(p\) an Wasserdampf, also \(-4\pi \varrho=kp\) ist; oder, wenn man \(p=p_0( 1-\alpha h )\) setzt, \[ \;\frac{d^2V}{dh^2}=kp_0( 1-\alpha h ), \quad \text{ woraus } \quad \;\frac{dV}{dh}=kp_0 h \left( 1-\frac \alpha 2 h \right)+B, \] wo \(B\) den Wert von \(\frac{dV}{dh}\) an der Erdoberfläche bezeichnet. Also \[ \;\frac{dV}{dh}=B+\frac k\alpha( p_0-p )\left( 1-\frac{p_0-p}{2p_0} \right), \] oder wenn man mit \(A\) den Wert von \(\frac{dV}{dh}\) in einer solchen Höhe wo man \(p\)=0 setzen kann, bezeichnet, und welcher derselbe ist wie der an der Erdoberfläche bei möglichster Abwesenheit von Wasserdampf beobachtete, \[ (1)\quad \;\frac{dV}{dh}=B+2( A+B )\;\frac{p_0-p}{p_0} \left( 1-\frac{p_0-p}{2p_0} \right)\cdot \] Nach dieser Formel hat der Verfasser seine eigenen Beobachtungen berechnet und eine ziemliche Uebereinstimmung gefunden. Bei möglichster Abwesenheit von Wasserdampf ergab sich \(\frac{dV}{dh}\) nahezu constant \(=A=600 \frac{\text{ Volt } }{\text{ Meter } }\), woraus sich die elektrische Dichtigkeit an der Erdoberfläche \(\mu=\frac{A}{4\pi}\)=0,0016 elektrostatischer Einheiten, und das Potential der Erde an ihrer Oberfläche \(V=-RA=-4.10^9\) Volt ergeben würde.
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