On the electrical units. (Q1541156)
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scientific article; zbMATH DE number 2699324
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | On the electrical units. |
scientific article; zbMATH DE number 2699324 |
Statements
On the electrical units. (English)
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1886
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Der Verfasser glaubt auf folgende Weise einen Mangel des elektrostatischen Masssystems nachweisen zu können. Man denke sich einen Stromkreis, von welchem ein Teil von der Länge \(L\) und der Masse \(M\) beweglich ist und von dem festen Teil angezogen wird; die elektrodynamische, resp. elektrostatische Intensität des Batteriestroms (also ohne Berücksichtigung der Induction) sei \(J_d\), resp. \(J_s\), der Widerstand des ganzen Kreises \(R_d\), resp. \(R_s\). Die zu einer bestimmten Lagenänderung nötige Zeit lässt sich ausdrücken durch \[ (1)\quad T = F(L, M, J_d, R_d), \] wo \(F\) eine Function bedeutet, welche keine weiteren dimensionalen Grössen enthält. (Letztere Behauptung ist nicht ohne weiteres klar; ihre Richtigkeit ergiebt sich aber leicht für den Fall zweier gleichen und parallelen, von demselben Strom durchflossenen Stromkreise. D. Ref.). Nimmt man nun die Fundamentaleinheiten der Länge, Zeit und Masse resp. \(\alpha-, \beta-, \gamma\)-mal so klein als vorher, und beachtet die bekannten Dimensionsgleichungen \[ (2)\quad\begin{cases} J_d = L^{\frac 12} M^{\frac 12} T^{-1},\quad R_d = LT^{-1},\\ J_s = L^{\frac 32} M^{\frac 12} T^{-2},\quad R_s = L^{-1} T, \end{cases} \] so erhält man an Stelle der Gleichung (1) \[ \beta T = F(\alpha L, \gamma M, \alpha^{\frac12} \gamma^{\frac 12}\beta^{-1} J_d,\quad\alpha\beta^{-1} R_d), \] woraus durch Vergleichung mit (1) leicht folgt \[ (3)\quad T =\frac{L}{R_d}\;\varphi \left(\frac{LJ_d^2} {MR_d^2}\right), \] wo \(\varphi\) eine unbestimmte Function bezeichnet. Ist \(R_d=\infty\), so wird die Induction unmerklich, mithin \(T\) von \(R_d\) unabhängig, was nur möglich ist, wenn \(\varphi(x)=\frac{1}{\sqrt{x}}\) ist; in diesem Falle ergiebt sich also \[ (4)\quad T =\frac{K}{J_d}\;\sqrt{LM}, \] wo \(K\) eine reine Zahl ist. Im allgemeinen Falle wird man also setzen können \[ T =\frac{K}{J_d}\sqrt{LM}\left[1+\varphi_1\left(\frac {LJ_d^2} {MR_d^2}\right)\right], \] wo \(\varphi_1(x)\) eine für \(x=0\) verschiedene Function ist. Nun stellt der Verfasser folgendes Princip auf: ``Les unités doivent être tellement choisies qu'il puisse exister des formules exprimant les théorèmes de la science et invariables malgré le changement des unités fondamentales''. Nach diesem Princip, meint er, müsse aus der Gleichung (1) die analoge Gleichung folgen \[ (1^{\mathrm a})\quad T = F_1(L, M, J_s, R_s), \] wo \(F_1\) ebenso wie \(F\) eine von den Fundamentaleinheiten unabhängige Function bezeichnet. Daraus aber würde sich auf demselben Wege wie vorher ergeben \[ (3^{\mathrm a})\quad T = LR_s\psi\left(\frac{LJ_s^2R_s^4}{M} \right); \] für \(R_s=\infty\) müsse also \(\psi(x)=\frac{1}{\root 4 \of x}\) sein, mithin \[ (4^{\mathrm a})\quad T = KL^{\;\frac 34}M^{\;\frac 14}J_s^{-\frac 12}, \] was offenbar falsch ist; hieraus schliesst der Verfasser, dass das elektrostatische Masssystem dem obigen Princip nicht genüge und daher mangelhaft sei. [Dieser Schluss scheint dem Ref. auf einer unrichtigen Anwendung des obigen Princips zu beruhen ; dasselbe kann nämlich unmöglich verlangen, dass, wenn in einer Gleichung auch solche Grössen vorkommen, welche sich auf abgeleitete Einheiten beziehen (Elektricitätsmenge, Stromstärke, Widerstand u. dgl.), die Gleichung auch bei Aenderung dieser willkürlich bestimmten abgeleiteten Einheiten ungeändert bestehen bleiben soll. Nur durch diese missbräuchliche Anwendung schliesst der Verfasser aus der Gleichung (1) die Gleichung (\(1^{\mathrm a}\)), welche offenbar falsch ist, wenn man darin, wie der Verfasser bei seinen weiteren Schlüssen thut, unter \(F_1\), eine nicht noch anderweitig von den Fundamentaleinheiten abhängige Function versteht. Ich will der Einfachheit halber den Widerstand unendlich gross annehmen, also die Induction vernachlässigen, sodass in Gleichung (1) \(R_d\) nicht vorkommt; dann kommt \(J_d\) nur in dem Ausdruck für die ponderomotorische Kraft \(J_d^2Q\) vor, wo \(Q\) eine nur von Längen abhängige Grösse (oder vielmehr im vorliegenden Falle eine blosse Zahl) bezeichnet. Im elektrostatischen Masssystem aber ist diese Kraft \(=\frac{1}{g^2}J_s^2 Q\) wo \(g=\frac{J_s}{J_d}\) die Dimension \(LT^{-1}\) einer Geschwindigkeit hat; die Gleichung (\(1^{\mathrm a}\)), in welcher unter der gemachten Annahme \(R_s\) wegfällt, muss also lauten \[ T = F\left(L, M,\;\frac{J_s}{g}\right), \] und aus dieser ergiebt sich durch die Bertrand'schen Schlüsse \(T=\frac{Kg}{J_s}\sqrt{LM}\), d.h. genau derselbe Wert (4) wie im elektodynamischen System, wie auch ohne weiteres daraus klar ist, dass wegen \(\frac {J_s}{g}=J_d\) die vorstehende Gleichung mit der Gleichung (1) identisch ist; setzt man dagegen mit dem Verfasser \(T=F_1(L, M, J_s),\) so ist \(F_1\) eine noch von den Fundamentaleinheiten abhängige Function, und die zu der Gleichung (\(4^{\mathrm a}\)) führenden Schlüsse des Verfassers werden hinfällig. Aus der Anwendung, welche der Verfasser von seinen Princip macht, würde man mit demselben Recht folgern können, dass, weil im elektrodynamischen System die ponderomotorische Kraft zweier Stromkreise \(X=J_dJ_d'\,\frac{dP}{dx}\) ist, wo \(P\) das Potential der zwei Stromkreise auf einander ist, und \(\frac{dP}{dx}\) die Dimension 0 hat, diese Kraft im elektrostatischen System durch \(X = J_s J_s'\,\frac{dP}{dx}\) ausgedrückt werden müsste, woraus \(J_d J_d' = J_s,J_s'\) folgen würde, was der auch vom Verfasser zu Grunde gelegten Annahme, dass \(J_d\) und \(J_s\) verschiedene Dimension haben, widerspricht. Der Vorwurf des Verfassers reducirt sich sonach im Grunde darauf, dass \(J_d\) und \(J_s\) verschiedene Dimension haben; daraus folgt allerdings, dass eine Stromstärke in beiden Systemen nicht dieselbe, nur mit einer anderen Einheit gemessene Grösse ist; \(J_d^2\) ist zufolge der Definitionsgleichung \(X=J_d J_d'\, \frac{dP}{dx}\), wo \(\frac{dP}{dx}\) eine reine Zahl bezeichnet, eine Kraft, oder eine elektrodynamische Elektricitätsmenge ist die mit einer Zeit multiplicirte Quadratwurzel aus einer Kraft, während eine elektrostatische Elektricitätsmenge die mit einer Länge multiplicirte Quadratwurzel aus einer Kraft ist. Will man den Widerspruch im Ausdruck, welcher in dem gemeinsamen Namen ``Stromstärke'' liegt, vermeiden, so muss man nicht von einer Stromstärke sprechen, welche im elektrodynamischen System diesen, im elektrostatischen jenen Wert hat, sondern von der mit einer gewissen elektrodynamischen Stromstärke verbundenen elektrostatischen Stromstärke; zweckmässiger noch wären zwei verschiedene Namen für diese beiden verschiedenartigen Grössen. D. Ref.].
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