Zur Integration der linearen homogenen Differentialgleichungen zweiter Ordnung. (Q1542017)
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scientific article; zbMATH DE number 2698257
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| English | Zur Integration der linearen homogenen Differentialgleichungen zweiter Ordnung. |
scientific article; zbMATH DE number 2698257 |
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Zur Integration der linearen homogenen Differentialgleichungen zweiter Ordnung. (English)
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1886
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Vorliegende Arbeit hat zum Gegenstande, die Ausdehnung gewisser die Differentialgleichung der Gauss'schen Reihe auszeichnenden Eigenschaften auf jede beliebige zur Fuchs'schen Klasse (vgl. Borchardt J. LXVI. 146) gehörige Differentialgleichung zweiter Ordnung darzuthun. Insbesondere gelingt es dem Verfasser, durch Einführung von passenden Parametren an Stelle der in der Differentialgleichung auftretenden Constanten zu bewirken, dass aus einem Integral ein zweites durch einfache Veränderung jener Parameter hergestellt werden kann. Für den Fall von drei endlichen singulären Punkten hat bereits Herr Seifert in seiner Inauguraldissertation (Göttingen 1875, s. F. d. M. VII. 186, JFM 07.0186.01) ein dahin zielendes Verfahren eingeschlagen, welches hier auf eine Differentialgleichung zweiter Ordnung mit \(\varrho\) singulären Punkten \(a_1,\dots,a_{\varrho}\) angewandt wird. Jede solche Differentialgleichung, sofern sie zur erwähnten Klasse gehört, lässt sich nach einer von Herrn Fuchs in seinen Vorlesungen angegebenen Transformation auf die einfachere Form bringen \[ \begin{aligned} & \psi(z)\frac{d^2y}{dz^2} + A(z)\frac{dy}{dz} + B(z)y=0,\\ & \psi(z)= \varPi(z-a_i)\quad (i=1,2,\dots,\varrho),\end{aligned} \] wo \(A\) und \(B\) ganze Functionen von \(z\) sind, resp. vom Grade \(\varrho -1\) und \(\varrho -2\). Eine der beiden Wurzeln der zu irgend einem singulären Punkt \(z=a_i\) gehörigen determinirenden Gleichung ist dann immer gleich \(0\), ein Integral des zugeordneten Fundamentalsystems hat daher die Form \[ (1) \qquad y= \sum_{k=0}^{k=\infty} c_k^i (z-a_i)^k. \] Setzt man nun \[ \frac{\psi^{(\lambda)} (a_i)}{\lambda !} =p_{\lambda -1}^i\quad (\lambda =1,2,\dots,\varrho),\qquad \frac{A(a_i)}{\psi'(a_i)} = \frac{A(a_i)}{p_0} =\gamma^i, \] so dass \(1-\gamma^i\) die andere Wurzel der determinirenden Gleichung ist, dann kann die Recursionsformel zur Bestimmung der \(c_k^i\) auf die Form gebracht werden \[ \sum_{\lambda=0}^{\lambda=\varrho -1} p_{\lambda}^i (k+\alpha_{\lambda}^i) (k+ \beta_{\lambda}^i) c_{k-\lambda+1}^i =0, \] wo die Grössen \(\alpha_{\lambda}^i,\beta_{\lambda}^i\) durch die Gleichungen definirt sind: \[ \alpha_{\lambda}^i + \beta_{\lambda}^i =\frac{A^{(\lambda)}(a_i)}{p_{\lambda}^i . \lambda !} - 2\lambda +1,\quad \alpha_{\lambda}^i \beta_{\lambda}^i = \frac{1}{p_{\lambda}^i} \left\{ \frac{B^{(\lambda -1)}(a_i)}{(\lambda -1)!} - (\lambda -1) \frac{A^{(\lambda)}(a_i)}{\lambda !} \right\} + \lambda(\lambda -1); \] hierbei ist eine der Grössen \(\alpha_0,\beta_0\) gleich 1, mithin die andere gleich \(\gamma^i\) zu setzen. In den neuen Parametern nimmt dann die Differentialgleichung, mit Weglassung des oberen Index \(i\) die Form an: \[ \begin{multlined} (2) \qquad \sum_{\lambda =0}^{\lambda=\varrho -1} p_{\lambda} (z-a_i)^{\lambda +1}\;\frac{d^2y}{dz^2} + \sum_{\lambda=0}^{\lambda = \varrho -1} p_{\lambda} (\alpha_{\lambda} + \beta_{\lambda} + 2\lambda -1)(z-a_i)^{\lambda}\;\frac{dy}{dz} \\ + \sum_{\lambda =0}^{\lambda = \varrho -1} p_{\lambda} (\alpha_{\lambda} + \lambda -1)(\beta_{\lambda} + \lambda -1)(z- a_i)^{\lambda -1} y =0, \end{multlined} \] die für \(\varrho =2\), \(a_1=0\), \(a_2=1\) unmittelbar in die Differentialgleichung der Gauss'schen Reihe übergeht. Ist \(\gamma\) weder Null noch eine ganze Zahl, so stellt die Reihe (1) das zur Wurzel 0 gehörige Element dar und kann durch \[ y_{i1} = \varPhi(p_0,\dots,p_{\varrho -1},\alpha_1,\beta_1,\dots ,\alpha_{\varrho -1}, \beta_{\varrho -1}, \gamma; z-a_i) \] bezeichnet werden. Um das andere, zu \(1-\gamma\) gehörige, Element zu erhalten, substituirt man \(y=(z-a_i)^{1-\gamma}u\), und da die Differentialgleichung für \(u\) dieselbe Form wie (2), nur mit veränderten Parametern annimmt, erhält man unmittelbar \[ y_{i2} = (z-a_i)^{1-\gamma} \varPhi(p_0,\dots,p_{\varrho -1}, \alpha_1 +1 -\gamma, \beta_1 +1 -\gamma, \dots, \alpha_{\varrho -1} + 1 -\gamma, \quad \beta_{\varrho -1} +1 -\gamma, 2-\gamma; z-a_i). \] Für die \(c_k\) ergiebt sich eine independente Darstellung in der Form eines Bruches, \[ c_{n+1} = \frac{\varDelta}{p_0^{n+1} (n+1)!\gamma (\gamma +1)\dots (\gamma +n)}, \] dessen Zähler eine Determinante ist, die für \(\varrho =3\) in die Kettenbruchdeterminante übergeht und für \(\varrho>3\) zu denjenigen gehört, die Herrn Fürstenau zu einer Verallgemeinerung der Kettenbrüche geführt haben. (Pr. Wiesbaden 1874, s. F. d. M. VI. 133., JFM 06.0133.01) Die Modificationen, welche eintreten, wenn \(\gamma\) eine ganze Zahl oder Null ist, werden für alle in Betracht kommenden Fälle angegeben und für die entsprechenden Fundamentalsysteme, desgleichen für die in der Umgebung von \(z=\infty\) gültigen, die fertigen Formeln aufgestellt. Es folgt die Entwickelung der homogenen linearen Relationen, welche die Elemente eines Fundamentalsystems mit denen eines anderen verknüpfen, unter Anwendung des von Herrn Fuchs im Bd. LXXV des Borchardt'schen Journals auseinandergesetzten Verfahrens. Der letzte Abschnitt (No. VI) beschäftigt sich mit bemerkenswerten, der Gauss'schen Reihe analogen Eigenschaften der Reihe \(\varPhi(\alpha_{\lambda}, \beta_{\lambda})\), womit das obige \(\varPhi\) kurz bezeichnet werden möge. Als \(r^{\text{te}}\) contigue Function derselben wird die Reihe \(\varPhi_r(\alpha_{\lambda} +r,\beta_{\lambda} +r)\) bezeichnet. (\(r\) eine positive ganze Zahl.) Zwischen \(\varrho +1\) derselben wird eine homogene Relation hergeleitet. Eine mit ihnen in nahem Zusammenhange stehende zweite Art contiguer Functionen führt zu einer zwischen diesen und ihren Ableitungen bestehenden Relation, die als eine Verallgemeinerung der für die hypergeometrischen Reihen geltenden Formel \[ \frac{dF (\alpha,\beta,\gamma,x)}{dx} = \frac{\alpha\beta}{\gamma} F(\alpha +1, \beta + 1,\gamma +1,x) \] zu betrachten ist. Hierbei erscheint die vorgelegte Differentialgleichung zweiter Ordnung mit \(\varrho\) singulären Punkten als Specialfall einer solchen der \(\varrho^{\text{ten}}\) Ordnung mit denselben singulären Punkten und von demselben Charakter.
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