Mémoire sur les formes quadratiques binaires indéfinies. (Q1543330)

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scientific article; zbMATH DE number 2701574
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    Mémoire sur les formes quadratiques binaires indéfinies.
    scientific article; zbMATH DE number 2701574

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      Mémoire sur les formes quadratiques binaires indéfinies. (English)
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      1884
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      Die in den C. R. zuvor mitgeteilten Resultate (cf. F. d. M. XV. 1883. 88, JFM 15.0088.03) werden systematisch entwickelt. Es handelt sich um das arithmetische Studium der quadratischen binären Formen mit conjungirten Unbestimmten: \(x,y,x_0,y_0\): \[ f(x,y,x_0,y_0)=axx_0bxy_0+b_0x_0y+cyy_0. \] Von die ganzzahligen Coefficienten sind \(a,v\) reell, \(b\) und \(b_0\) conjugirt. Diese Formen zerfallen in definite und indefinite, je nachdem sie ihr Zeichen nicht wechseln können oder es wechseln. Die Typen beider Klassen sind: \[ \pm(VV_0+UU_0), VV_0-UU_0, \] wo die \(U,V\) linear in den \(x,y\) mit complex-ganzzahligen Coefficienten sind, und \(U_0,V_0\) deren Conjugirte bedeuten. Die Theorie der ersten Klasse war schon früher von Herrn Hermite durchgeführt (Crelle J. XLVII.), die der zweiten Klasse untersucht hier der Herr Verfasser, gleichfalls nach Hermite'schen Principien. Ist die vorgelegte Form in die canonische Gestalt gebracht: \[ f=uu_0-vv_0, \] und stellt: \[ U=\alpha u+\beta v,\quad v=\gamma u+\delta v \] die allgemeinste, \(f\) in sich überführende lineare Substitution vor, so kann das Studium von \(f\) zurückgeführt werden auf das der ``associirten'' definiten Form \(\varPhi\): \[ \varPhi=UU_0+VV_0. \] Geht vermöge einer linearen Substitution der \(x,y\) \(f\) in \(f'\), und \(\varPhi\) in \(\varPhi'\) über, so ist \(\varPhi'\) wieder associirt zu \(f'\). Es ist die Hauptaufgabe, \(\varPhi\) vermöge geeigneter Substitutionen zu einer ``reducirten'' Form zu machen, wobei der Begriff der Reducirten dem Gauss'schen nachgebildet ist. Diese Aufgabe wird hier dadurch complicirt, dass \(\varPhi\) noch von zwei gewissen willkürlichen Parametern \(\vartheta,\vartheta'\) abhängt, die ihrerseits wieder einer gewissen Relation genügen. Variiren diese Parameter continuirlich, so bedarf es anderer und anderer Substitutionen, welche im Stande sind, \(\varPhi\) zu reduciren: dies ist die Hermite'sche ``continuirliche Reduction'' der Form \(\varPhi\). Zwei Formen \(\varPhi,\varPhi'\) erweisen sich als äquivalent, wenn die Gesamtheit ihrer Reducirten beidemal die nämliche ist. Wendet man jetzt die Gesamtheit der Substitutionen, welche (bei Variation der \(\vartheta,\vartheta'\)) \(\varPhi\) reduciren, auf die gegebene Form \(f\) an, so ergiebt sich ein System von Formen \(F\), deren Anzahl aber begrenzt ist, indem ihre Coefficienten obere Grenzen besitzen, die nur von der Invariante \(\varDelta\) der Form \(f\) abhängigen. Dabei sind die beiden Fälle zu untersucheiden, wo diese Invariante \(\varDelta=bb_0-ac\) eine Summe von zwei Quadraten ist oder nicht. Dividirt man die Form \(\varPhi\) durch das Product \(\vartheta\vartheta_0\), so erhält man eine neue Form, die wieder \(\varTheta\) heissen möge; diese hängt nur von dem einen Paramater \(z=\frac\vartheta{\vartheta'}\) ab, wo \(|z|\leqq1\) sein muss. Die oben erwähnte continuirliche Reduction von \(\varTheta\) findet dann ihren Ausdruck darin, dass der Punkt \(z\) in der complexen Zahlenebene innerhalb gewisser Polygone sich bewegt, welche von je fünf Kreisbögen begrenzt sind, die den Einheitskreis orthogonal schneiden. Eine nähere Bestimmung dieser Polygone ergiebt sich aus der Untersuchung der Frage, wann zwei der ``reducirten'' Formen \(F\) äquivalent sind, eine Untersuchung, die der entsprechenden für gewöhnliche binäre Formen von negativer Determinante parallel läuft. Es zeigt sich nun als Hauptresultat, dass der Aneinanderlagerung der obigen Polygone eine discontinuirliche Gruppe von Substitutionen entspricht (ganz von der Art der Fuchs'schen, von Poincaré studirten Gruppen), die isomorph ist der andern Gruppe von Substitutionen, welche die ursprüngliche Form \(f\) in sich überführen. Die ``continuirliche Reduction'' von \(\varPhi\), rein arithmetisch durchgeführt, liefert die ``Fundamentalsubstitutionen'' der ersten Gruppe. Diese interessanten Entwickelungen werden zum Schluss ausführlich illustirt an dem Beispiele der Form: \[ f=xx_0-2yy_0. \]
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