Sur le quadrilatère harmonique. (Q1544166)

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scientific article; zbMATH DE number 2700461
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    Sur le quadrilatère harmonique.
    scientific article; zbMATH DE number 2700461

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      Sur le quadrilatère harmonique. (English)
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      1885
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      Das ``harmonische Viereck'' ist ein Viereck \(ABCD\), das einem Kreise \(O\) eingeschrieben ist, und in welchem die Producte der Gegenseiten \(AB.CD, AD.BC\) gleich sind. Die Strahlen, welche \(A, B, C, D\) mit einem beliebigen fünften Punkte der Peripherie von \(O\) verbinden, bilden einen harmonischen Büschel; fällt dieser fünfte Punkt mit einer Ecke des Vierecks zusammen, so erkennt man, dass \(AC\) Symmediane der Dreiecke \(ABC, CBD\) und \(BD\) Symmediane der Dreiecke \(BAC, DAC\) ist. Die Gleicheit \[ \frac{AB}{BC}:\frac{AD}{DC}=-1, \] nach den Principien des Richtungs-Calcüls (der Aequipollenzen) gedeutet, genügt zur Definition des harmonischen Vierecks. 1. Der Schnittpunkt \(E\) der Diagonalen \(AC, BD\) heisst ``Lemoine'scher Punkt'' von \(ABCD\). Die Gerade, welche die Schnittpunkte \(E'\) von \(AB\) und \(CD\), \(E''\) von \(BC\) und \(AD\) mit einander verbindet, wird in \(B', B''\) von den Geraden \(BD, AC\) harmonisch geteilt; \(B'\) ist der Pol von \(AC,\) \(B''\) von \(BD\); die Gerade \(E'E''\), Polare von \(E\), ist die ``Lemoine'sche Gerade'' des Vierecks. Man setze \(AB=a\), \(BC=b\), \(CD=c\), \(DA=d\); ferner seien \(EX=x\), \(EY=y\), \(EZ=z\), \(EU=u\) die von \(E\) auf \(a, b, c, d\) gefällten Lote. Ist \(Q\) der Inhalt von \(ABCD\) und \[ m^2=a^2+b^2+c^2+d^2, \] so hat man: \[ {\mathrm (1)} \quad \frac{x}{a}= \frac{y}{b}= \frac{z}{c}= \frac{u}{d}= \frac{Q}{2m^2}. \] Jedes der Verhältnisse in (1) kann mit \(\frac{1}{2}\,{\mathrm tg}\omega\) bezeichnet werden; dann ist \(\omega\) ein Hülfswinkel, der den Namen ``Brocard'scher Winkel'' erhalten hat. Herr Tucker hat die Formel gegeben: \[ {\mathrm cosec^2}\omega={\mathrm cosec^2}DAB+{\mathrm cosec^2}ABC. \] Sind \(F\) und \(G\) die Mitten von \(AC, BD\), so sind die Winkel \(E'FE'', E'GE''\) gleich \(2\omega\) oder \(\pi-2\omega\). \(E\) ist der Punkt, für den die Summe der Abstände von den Seiten von \(ABCD\) ein Minimum ist. 2. Das Viereck \(XYZU\) hat zum Centrum der mittleren Entfernungen den Punkt \(E\), und es ist einem Kreise mit dem Mittelpunkte \(E\) umgeschrieben; seine Seiten sind senkrecht und proportional zu \(BF, CG, DF, AG\); die Gegenseiten schneiden sich auf \(AC\) und \(BD\). Die Medianen \(BF, CG, DF, AG\) haben dieselbe Entfernung \(2 R \cos{}DAB\cos{}ABC\) vom Centrum \(O\) des Umkreises von \(ABCD\). 3. Transformirt man durch reciproke Radien die Ecken \(A, B, C, D\) eines harmonischen Vierecks, so erhält man die Ecken \(A_{1}, B_{1}, C_{1}, D_{1}\) eines neuen harmonischen Vierecks. Liegt der Inversionspol \(P\) auf dem Kreise \(O\), so erhält man vier harmonische Punkte in einer Geraden. Wenn dieser Punkt \(P\) beliebig ist, so kann man für \(A_{1}, B_{1}, C_{1}, D_{1}\) die zweiten Schnittpunkte der Geraden \(AP, BP, CP, DP\) mit dem Kreise \(O\) nehmen. Man kann dann zwei solche Lagen für \(P\) finden, dass \(A_{1}B_{1}C_{1}D_{1}\) ein Quadrat wird. Diese Punkte sind die Schnittpunkte der Geraden \(OE\) mit derjenigen Kreislinie, die als Mittelpunkt die Projection von \(E\) auf seine Polare \(E'E''\) hat und den Kreis \(O\) rechtwinklig schneidet. Man kann dem Kreise \(O\) eine Schar harmonischer Vierecke einbeschreiben, die denselben Lemoine'schen Punkt haben. Es genügt hierzu, dass man als Diagonalen \(AC, BD\) zwei in Bezug auf den Kreis conjugirte Geraden wählt. Diese Geradenpaare bestimmen auf der Polare von \(E\) eine derartige Involution, dass die Segmente zwischen zwei zugeordneten Punkten von denjenigen beiden Punkten aus unter rechten Winkeln erscheinen, die als Inversionspole gewählt zur Umwandlung aller dieser harmonischen Vierecke in Quadrate dienen. 4. Der über \(EO\) als Durchmesser beschriebene Kreis erhält den Namen ``Brocard'scher Kreis''; er trifft die in den Mitten von \(a, b, c, d\) errichteten Lote in Punkten \(M, N, P, Q\), welche die Spitzen ähnlicher gleichschenkliger Dreiecke ist \(\omega\). Die Geraden \(AM, BN, CP, DQ\) laufen in einen Punkt \(\varOmega\) des Brocard'schen Kreises zusammen; die Geraden \(BM, CN, DP, AQ\) gehen durch einen zweiten Punkte \(\varOmega'\) dieses Kreises. Die Punkte \(\varOmega, \varOmega'\), ``Brocard'sche Punkte'' genannt, sind die Brennpunkte einer Ellipse, der ``Brocard'schen Ellipse'', die allen harmonischen Vierecken einbeschrieben ist, die denselben Lemoine'schen Punkt \(E\) haben und dem Kreise \(O\) einbeschrieben sind. 5. Man bezeichne mit \(f_{a}, f_{b}, f_{c}, f_{d}\) vier direct ähnliche Figuren, die über \(a, b, c, d\) als homologen Linien construirt sind. Der Brocard'sche Kreis trifft die Diagonalen \(AC, BD\) in ihren Mitten \(F, G; F\) ist der Doppelpunkt von \(f_{a}\) und \(f_{d}\), \(f_{b}\) und \(f_{c}\); Mitten \(F, G; F\) ist der Doppelpunkt von \(f_{a}\) und \(f_{b}\), \(f_{c}\) und \(f_{d}\). \(G\) ist der Doppelpunkt von \(f_{a}\) und \(f_{b}\), \(f_{c}\) und \(f_{d}\). Der Brocard'sche Kreis trifft auch die Geraden \(EE', EE''\) in Punkten \(H\), \(I\) die bezw. die Doppelpunkte von \(f_{a}\) und \(f_{c}, f_{b}\) und \(f_{d}\) sind. Das Viereck \(MNPQ\) heisst ``erstes Brocard'sches Viereck''; die Geraden \(MP, NQ\) sind parallel zu \(FG\); \(FGHI\) ist das ``zweite Brocard'sche Viereck.'' Vier homologe Gerade von \(f_{a}, f_{b}, f_{c}, f_{d}\) bilden ein Viereck \(A_{1}B_{1}C_{1}D_{1}\), das \(ABCD\) ähnlich ist und dessen Diagonalen \(A_{1}C_{1}\), \(B_{1}D_{1}\) bezw. durch \(F\), \(G\) gehen und sich in einem Punkte \(E_{1}\) des Brocard'schen Kreises von \(ABCD\) schneiden. Der Aehnlichkeitspunkt der Vierecke \(ABCD,\) \(A_{1}B_{1}C_{1}D_{1}\) gehört ebenfalls diesem Kreise an. Vier Punkte \(M', N', P', Q'\), welche \(a, b, c, d\) nach demselben Verhältnisse teilen, besitzen die Eigenschaft, dass die Geraden \(M'M\), \(N'N\), \(P'P\), \(Q'Q\) in einen Punkt \(L\) des Brocard'schen Kreises zusammenlaufen; \(L\) gehört auch den Umkreisen von \(BM'N'\), \(CN'P'\), \(DP'Q'\), \(AQ'M'\) an. Auf dem in der Mitte von \(FG\) errichteten Lote kann man vier homologe Punkte von \(f_{a}, f_{b}, f_{c}, f_{d}\) finden. 6. Dreht man den Büschel \((\varOmega, ABCD)\) um einen gewissen Winkel um \(\varOmega\), und den Büschel \((\varOmega', BCDA)\) um denselben Winkel, aber in entgegengesetztem Sinne um \(\varOmega'\), so treffen die Strahlen dieser Büschel die Seiten \(a, b, c, d\) des Vierecks \(ABCD\) in acht Punkten \((\alpha, \beta, \gamma, \delta)\), \((\beta', \gamma', \delta', \alpha')\), welche einem und demselben Kreise angehören (``Tucker'scher Kreis''). Die Vierecke \(\alpha\beta\gamma\delta, \alpha'\beta'\gamma'\delta'\) sind einander congruent und \(ABCD\) ähnlich. Die Tucker'schen Kreise haben ihre Mittelpunkte auf der Geraden \(EO\) und umhüllen die Brocard'sche Ellipse. Die Geraden \(\alpha\delta', \beta\alpha', \gamma\beta' \delta\alpha'\) sind die Seiten eines Vierecks \(A'B'C'D'\), das in Bezug auf \(E\) zu \(ABCD\) colinear ist; die Gegenseiten, z. B. \(AB\) und \(C'D'\), der beiden Vierecke \(ABCD\) und \(A'B'C'D'\) schneiden sich auf einer und derselben Geraden. Ein besonderer Fall des Vierecks \(A'B'C'D'\) ist derjenige, wo es sich auf den Punkt \(E\) reducirt, d. h. wo die Punkte \(\alpha, \beta, \gamma, \delta, \alpha', \beta', \gamma', \delta'\) durch Parallele bestimmt werden, die durch \(E\) zu \(a, b, c, d\) gelegt sind; der Umkreis von \(\alpha\beta\gamma\delta\) erhält dann den Namen ``erster Lemoine'scher Kreis.'' Die Geraden \(\alpha\alpha'\), \(\beta\beta'\), \(\gamma\gamma'\), \(\delta\delta'\) sind die Seiten eines Vierecks, das in Bezug auf \(E\) collinear ist mit den durch die Tangenten in \(A, B, C, D\) am Kreise \(O\) gebildeten Tangenten. Diese Geraden können alle durch \(E\) gehen, was einen merkwürdigen besonderen Fall der Tucker'schen Kreise giebt, den ``zweiten Lemoine'schen Kreis''.
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