Sur les surfaces cyclides. (Q1544331)
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scientific article; zbMATH DE number 2700632
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Sur les surfaces cyclides. |
scientific article; zbMATH DE number 2700632 |
Statements
Sur les surfaces cyclides. (English)
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1885
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Ueber Cykliden haben in Frankreich zuerst besonders Moutard (Soc. philom. 1864, C. R. 1864) und Laguerre (Soc. philom. 1868) schöne Lehrsätze ausgesprochen. Eine ausführliche analytische Behandlung und ein bis 1872 reichendes, nahezu vollständiges Litteraturverzeichnis hat Darboux gegeben (Sur une classe remarquable de courbes et surfaces algébriques. Paris, 1873). Der Verfasser unternimmt es in der vorliegende Arbeit, diese Ergebnisse ohne jede Rechnung zu erweisen und in vielen Punkten zu erweitern. Den Ausgangspunkt freilich bilden zwei von ihm bei früherer Gelegenheit analytisch bewiesene Sätze über ebene Cykliken, über Curven vierter Ordnung, welche die beiden unendlich fernen Kreispunkte zu Doppelpunkten haben. Für diese, aber nicht, wie der Verfasser meint, für jede algebraische Curve, giebt es einen Punkt, der das Centrum der mittleren Entfernungen für alle Punktgruppen ist, die von ihm ausgehende Geraden auf der Curve ausschneiden. Diesen Punkt bezeichnet der Verfasser als Centrum der Cyklik und spricht sodann folgende Sätze aus; 1) Der Fusspunkt des Lotes, welches man vom Centrum der Cyklik auf irgend eine Gerade fällen kann, ist das Centrum der mittleren Entfernungen für die von ihr ausgeschnittene Punktgruppe. 2) Das Centrum der Cyklik halbirt das Geradenstück, welches die reellen Punkte der Asymptotenpaare begrenzen. Auch bei einer Cyklide spricht der Verfasser von einem Centrum, und zwar wird dasselbe analog bestimmt, wie das der ebenen Cyklik. Zu bemerken ist aber, dass nicht jeder algebraischen Fläche ein Centrum zukommt. Der Fusspunkt des Lotes, welches man vom Centrum aus auf irgend eine Ebene fällen kann, ist das Centrum der Cyklik, welche sie aus der Cyklide ausschneidet. Jede Kugel schneidet auf der Cyklide eine gekrümmte Cyklik (cyclique gauche) aus, eine Raumcurve vierter Ordnung vom Geschlechte 1. Der Mittelpunkt der Kugel wird auch als derjenige der Cyklik bezeichnet. Zwei gekrümmte Cykliken liegen immer dann und nur dann auf einer Fläche zweiter Ordnung, wenn das Centrum der Cyklide das Geradenstück halbirt, welches ihre eigenen Mittelpunkte begrenzen. Hiernach gelangt Herr Humbert sofort zu den Flächen \(V\) zweiten Grades, die die Cyklide längs einer Cyklik berühren, und die zuerst von Darboux untersucht worden sind. Ihre Berührungscurven haben alle dasselbe Centrum wie die Cyklide und treffen den unendlich fernen Kugelkreis in den vier Rückkehrpunkten der Cyklide. Ein beliebiger Punkt liegt in zwei Flächen \(V\), eine Gerade wird von drei und eine Ebene von vier Flächen der Schar berührt. Für die Schnittcurve der letzteren sind die Berührungspunkte Hauptpole (poles principaux), in Bezug auf welche die Curve anallagmatisch ist. Den grössten Raum nimmt im ersten Teile die Untersuchung der homofocalen Cykliden und der von Darboux zuerst betrachteten Systeme conjugirter Punkte ein. Als homofocal bezeichnet man bekanntlich solche Flächen, denen dieselbe den unendlich fernen Kugelkreis enthaltende Developpable umschrieben ist. Als gemeinsame Focale wird die Doppellinie dieser Fläche bezeichnet. Sie enthält zugleich die Spitzen aller isotropen (den unendlich fernen Kugelkreis projicirenden) Kegel, welche die Fläche doppelpunktig berühren. Bei dem System homofocaler Cykliden zerfällt nun die Focale in fünf gekrümmte Cykliken, von denen noch irgend vier die Focalen der fünften sind, also eindeutig von dieser abhängen. Man erhält jede einzelne der confocalen Cykliden als Enveloppe von Kugeln, welche die irgend eine der fünf Focalen enthaltende Kugel orthogonal schneiden, während ihre Mittelpunkte einer fläche zweiten Grades angehören, welche die betreffende Focale enthält. Jede dieser Kugeln schneidet die Cyklide in zwei Kreisen, deren Ebenen durch den Mittelpunkt der Focale gehen und einen Kegel umhüllen, der zur Schar der Flächen \(V\) gehört. In Bezug auf die fünf Centren der Focalen ist jede Cyklide des Systems anallagmatisch. Um diese grösstenteils von Moutard aufgestellten Sätze zu bestätigen, geht der Verfasser von der Thatsache aus, dass jede Fläche zweiter Ordnung, die eine Fläche \(V\) längs eines Kegelschnittes berührt, die Cyklide in zwei gekrümmten Cykliken schneidet. Dies gilt insbesondere von den Berührungskegeln einer \(V\). Durch gewisse von den Cykliden, die letztere ausschneiden, kann man isotrope Kegel legen. Die Spitzen derselben füllen eine zu der gegebenen homofocale Cyklide aus. Moutard hatte bereits darauf aufmerksam gemacht, dass die homofocalen Cykliden ein dreifach orthogonales System bilden. Der Verfasser bestätigt dies und zeigt, dass die Krümmungslinien irgend einer Cyklide, in welcher sie von anderen Flächen des Systems geschnitten wird, von den Berührunspunkten der Ebenen beschrieben werden, die zugleich der Cyklide und je einer ihrer Flächen \(V\) umschrieben sind. Die Schnittpunkte \(a,b,c,d\) einer Cyklide mit irgend einer Tangente einer Fläche \(V\) zerfallen in zwei Paare \(a, b\) und \(c, d\). Ist nämlich \(g\) der Berührungspunkt derselben, so ist \(ga.gb=gc.gd\). Solche Paare bezeichnet man nach Darboux als conjugirt in dem Systeme \(V\). Ein Paar \(ab\) eines solchen Systems kann man beliebig wählen. Zwei Punktepaare, welche von demselben Kreise ausgeschnitten werden, sind in einem und demselben Systeme conjugirt. Von den neuen Lehrsätzen, die der Verfasser erweist, sei der folgende hier erwähnt: In irgend zwei Punkten \(a, b\) wird die Cyklide von einem Kreise berührt. Durch denselben gehen zwei isotrope Kegel. Wenn nun \(a b\) conjugirt in einem System bleiben, so erfüllen die Spitzen dieser Kegel eine mit der ersten homofocale Cyklide und beschreiben ein System conjugirter Punkte derselben. Der zweite Teil der Arbeit ist vornehmlich der Hauptcurve (cubique principale) gewidmet, einer merkwürdigen, bereits von Darboux behandelten triorthogonalen Raumcurve dritter Ordnung. Sie ist der Ort der Mittelpunkte aller Flächen \(V\), oder auch der Flächen zweiter Ordnung, welche die Berührungscurve irgend einer Fläche \(V\) enthalten. Sie ist daher durch das Centrum der Cyklide und die Centren der Focalen eindeutig bestimmt. Man kann dieselbe auch definiren als Ort der Mittelpunkte aller homofocalen Cykliden eines Systems, ferner als Ort der Fusspunkte aller Lote, die vom Centrum der Cyklide aus sich auf die Flächen \(V\) fällen lassen; dieser Eigenschaft wegen enthält sie die (12) Fusspunkte der Lote, welche vom Centrum der Cyklide aus sich auf dieselbe fällen lassen. Eine jede Sehne der Hauptcurve ist die Symmetrie Axe einer auf der Cyklide gelegenen spirischen Curve; ihre Ebene steht senkrecht zu der anderen, welche die betreffende Sehne mit dem Mittelpunkt der Cyklide verbindet. Von irgend einem Büchsel paralleler Ebenen schneiden zwei Ebenen die Cyklide in spirischen Curven. Nach dem Beweise des Verfassers sind dies die Tangentialebenen der Fläche \(H\) zweiter Ordnung, welche durch die Hauptcurve und die Normale bestimmt wird, welche sich vom Centrum der Cyklide aus auf die parallelen Ebenen fällen lässt. Sollte diese Normale die Hauptcurve noch einmal treffen, so wird \(H\) zum Kegel. Jede Ebene des Büschels schneidet aus der Fläche \(H\) eine gleichseitige Hyperbal aus, welche für die in der Ebene liegende Cyklik dieselbe Bedeutung hat, wie die Hauptcurve für die Cyklide selbst, und der Hauptkegelschnitt der ebenen Cyklik heisst. Freilich giebt es sechs Ebenenbüschel, die Scharen spirischer Curven auf der Cyklide ausschneiden. Die Hauptcurve enthält ferner die (eigentlichen) Mittelpunkte aller der auf der Cyklide liegenden Cykliken, welche zwei Symmetrie-Axen besitzen. Die Ebene einer solchen Cyklik ist zu der Linie normal, welche ihren Mittelpunkt mit dem Centrum der Cyklide verbindet. Insbesondere ist die Centrale jedes in einer Ebene liegenden Kreispaares der Cyklide eine Sehne der Hauptcurve. Unter diesen Paaren giebt es 20, die aus gleichen Kreisen bestehen. Die Mitten ihrer Centralen werden auf den fünf Kegeln in der Schar der \(V\) von der Hauptcurve ausgeschnitten. Die Flächen \(H\) zweiter Ordnung, welche die Hauptcurve enthalten, stehen in noch einer anderen Beziehung zur Cyklide. Die Normalen der Cyklide in ihren gemeinsamen Punkten mit einer Fläche \(H\) schneiden sämtlich die Gerade der \(H\), welche der Hauptcurve nur einmal, und zwar im Mittelpunkte der Cyklide, begegnet. Hieran knüpft der Verfasser eine sehr einfache Construction der Krümmungsmittelpunkte einer Cyklide. Auf irgend einer Normale werden die Mittelpunkte der Hauptkruümmungskreise von den beiden Flächen \(H\) ausgeschnitten, welche in dem Fusspunkte der Normale die Krümmungslinien berühren. Den Schluss der Arbeit macht eine Betrachtung aller Cykliden, die eine gegebene Hauptcurve besitzen, und eine Einteilung der Cykliden, die sich auf das Vorhandensein oder den Mangel von Symmetrie-Ebenen und auf die besondere Natur der Hauptcurven gründet.
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