Das G. Kirchhoff'sche Princip und die Theorie der Reflexion und Brechung an der Grenze circularpolarisirender Medien. (Q1544558)

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scientific article; zbMATH DE number 2702863
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    Das G. Kirchhoff'sche Princip und die Theorie der Reflexion und Brechung an der Grenze circularpolarisirender Medien.
    scientific article; zbMATH DE number 2702863

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      Das G. Kirchhoff'sche Princip und die Theorie der Reflexion und Brechung an der Grenze circularpolarisirender Medien. (English)
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      1882
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      Die Schwierigkeiten, welche die Theorie der Reflexion und Brechung des Lichtes dadurch darbietet, dass die aus der Elasticitätstheorie folgenden Grenzbedingungen mit der Annahme rein transversaler Wellen unverträglich sind, hat Herr G. Kirchhoff durch die Annahme beseitigt, dass in der Grenzfläche zweier Medien ausser dem elastischen Drucke des Aethers noch ein fremder, von den ponderablen Teilen herrührender Druck in Frage kommt (cf. F. d. M. VIII. 1876. 649, JFM 08.0647.03). Das Verschwinden der Arbeit dieses fremden Drucks liefert dann in Verbindung mit der Continuität der Verschiebungen die nötige Zahl von Grenzbedingungen. Dies Kirchhoff'sche Princip hat auch Herr Voigt in seiner ``Theorie des Lichtes für vollkommen durchsichtige Media'' (cf. F. d. M. XV. 1883. 900, JFM 15.0900.01) benutzt. Bei der Ausdehnung der dort angestellten Untersuchungen auf den Vorgang der Reflexion beim Uebergange des Lichtes aus einem isotropen in ein circular polarisirendes Medium stellt sich nun heraus, das jenes Princip nicht zum Ziele führt. Berechnet man nämlich auf Grund der eben erwähnten Theorie des Herrn Voigt die in der Grenze stattfindende Arbeit, so lässt sich die durch Nullsetzen des erhaltenen Ausdrucks entstehende quadratische Gleichung nicht, wie es die Erfahrung verlangt, mit Hülfe der Continuitätsbedingungen auf eine lineare reduciren. Wohl aber lässt sich die Reduction erreichen, wenn man jene Arbeit gleich einem vollständigen Differentialquotienten nach der Zeit setzt. Diese Verallgemeinerung des Kirchhoff'schen Princips ist mit dem Princip der Energie vereinbar. Allerdings enthält die verallgemeinerte Fassung eine gewisse Unbestimmtheit, die sich nur durch eine Hülfsannahme beseitigen lässt. In dem vorliegenden Problem speciell führt folgende Hülfsannahme zum Ziele: Von der in der Grenze geleisteten Arbeit der fremden Kräfte verschwinden diejenigen Glieder, welche, über eine Schwingungsdauer summirt, einen von Null verschiedenen Wert geben, für sich. Die auf diese Weise erhaltenen Grenzbedingungen werden weiter entwickelt. Von den Resultaten ist das folgende bemerkenswert. Einfallendes linear polarisirtes Licht wird an der Grenze eines circular polarisirenden Mediums stets elliptisch polarisirt reflectirt, auch wenn seine ursprüngliche Schwingungsrichtung parallel oder normal zur Einfallsebene war. Die Rotationsrichtung ist bei rechts- und linksdrehenden Medien entgegengesetzt. Das Hauptinteresse der ganzen Untersuchung bilden weniger die letzterwähnten Resultate, als die zu ihrer Ableitung nötige Erweiterung des Kirchhoff'schen Princips.
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