On in- and circumscribed polyhedra. (Q1546833)

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scientific article; zbMATH DE number 2704309
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    On in- and circumscribed polyhedra.
    scientific article; zbMATH DE number 2704309

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      On in- and circumscribed polyhedra. (English)
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      1883
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      Die Arbeit behandelt ein Schliessungstheorem, welches mit dem Additionstheorem der elliptischen Integrale zusammenhängt. Es handelt sich um ein Polyeder, welches einer Fläche zweiten Grades umschrieben ist, und von welchem gewisse Paare gegenüberliegender Seiten auf einer zweiten Fläche liegen. Betrachtet man zwei Flächen zweiten Grades, bezogen auf das gemeinschaftliche conjugirte Tetraeder, so kann man die Gleichungen in folgender Form voraussetzen: \[ \begin{aligned} & U \equiv ax^2 + by^2 + cz^2 + dw^2 = 0,\\ & V \equiv x^2 + y^2 + z^2 + w^2 = 0,\end{aligned} \] Irgend eine Fläche des durch beide bestimmten Büschels hat die Gleichung \[ U+\xi V = 0 \] und ist durch den Parameter \(\xi\) bestimmt. Eine beliebige Ebene berührt drei Flächen des Büschels \(\xi\), \(\eta\), \(\zeta\), und die Parameter \(\eta\), \(\zeta\), bestimmen auf der Fläche \(\xi\) einen Punkt, nämlich den Berührungspunkt jener Ebene. Den drei Parametern \(\xi\), \(\eta\), \(\zeta\) entspricht nämlich die Ebene \[ x[\text{a}(a+\xi)(a+\eta)(a+\zeta)]^{\frac 12}+y[\text{b}(b+\xi)(b+\eta)(b+\zeta)]^{\frac 12} \] \[ +z[\text{c}(c+\xi)(c+\eta)(c+\zeta)]^{\frac 12} + w[\text{d}(d+\xi)(d+\eta)(d+\zeta)]^{\frac 12} = 0, \] wo die Constanten a, b, c, d durch \[ \text{a}+ \text{b} + \text{c}+ \text{d} = 0, \] \[ a\text{a}+ b\text{b} + c\text{c}+ d\text{d} = 0, \] \[ a^2\text{a}+ b^2\text{b} + c^2\text{c}+ d^2\text{d} = 0, \] bestimmt sind. Der Punkt \(\eta\zeta\) auf der Fläche \(\xi\) hat dann die Coordinaten \[ x_1:y_1:z_1:w_1 =\left[\frac{\text{a}(a+\eta)(a+\zeta)}{a+\xi}\right]^{\frac 12}:\left[\frac{\text{b}(b+\eta)(b+\zeta)}{(b+\xi)}\right]^{\frac 12} \] \[ :\left[\frac{\text{c}(c+\eta)(x+\zeta)}{c+\xi}\right]^{\frac 12} : \left[\frac{\text{d}(d+\eta)(d+\zeta)}{d+\xi}\right]^{\frac 12}\,. \] Folglich hat der Punkt \(P\), mit den Parametern \(\vartheta\) und \(\varphi\) auf der Fläche \(V = 0\) \((\xi=\infty)\) die Coordinaten \[ x_1:y_1:z_1:w_1=[\text{a}(a+\vartheta)(a+\varphi)]^{\frac 12}:[\text{b}(b+\vartheta)(b+\varphi)]^{\frac 12} \] \[ +[\text{c}(c+\vartheta)(c+\varphi)]^{\frac 12}: [\text{d}(d+\vartheta)(d+\varphi)]^{\frac 12} \] Sucht man nun die Relation zwischen den Parametern, damit der Punkt \(P\) eine erzeugende Gerade der Fläche \(V\) durchlaufe, so findet man eine symmetrische algebraische Gleichung zwischen \(\vartheta\) und \(\varphi\), welche sich als Differentialgleichung in folgende Form bringen lässt: \[ \frac{d\vartheta}{\sqrt{(a+\vartheta)(b+\vartheta)(c+\vartheta)(d+ \vartheta}}\pm \frac{d\varphi}{\sqrt{(a+\varphi)(b+\varphi)(c+\varphi)(d+\varphi)}} =0, \] wofür man kürzer schreiben kann \[ \frac{d\varphi}{\sqrt{\varTheta}} \pm \frac{d\vartheta}{\sqrt{\varPhi}} = 0, \] und zwar gilt das obere Vorzeichen für die eine, das untere für die andere Schar der Erzeugenden. Hat man nun ein Vierseit \(ABCD\), dessen Seiten \(AB\) und \(CD\) der einen Schar von Erzeugenden der Fläche \(V\), \(BC\) und \(DA\) der andern Schar angehören, und nennt man die Parameterwerte der vier Eckpunkte der Reihe nach \(\vartheta_1,\varphi_1\), \(\vartheta_2,\varphi_2\), \(\vartheta_3,\varphi_3\), \(\vartheta_4,\varphi_4\); führt man endlich durch die Gleichungen \[ \int\;\frac{d\vartheta}{\sqrt{\varTheta}} =u,\quad \int\;\frac{d\varphi}{\sqrt{\varTheta}} = v \] neue Parameter ein, so ist \[ \begin{aligned} u - v & \text{ constant längs }AB \text{ und }CD,\\ u + v & \text{ constant längs }BC \text{ und }DA.\end{aligned} \] Also ist \[ \begin{aligned} & u_1 - v_1 = u_2 - v_2,\\ & u_2 + v_2 = u_3 + v_3,\\ & u_3 - v_3 = u_4 - v_4,\\ & u_4 + v_4 = u_1 + v_1.\end{aligned} \] Hieraus folgt \[ u_1+u_3=u_2+u_4. \] Geht man aber von einem Punkt \(u_1v_1'\) aus, so kann man ein Viereck derselben Art wie vorher bestimmen, dessen Eckpunkte die vier Parametersysteme \(u_1v_1'\), \(u_2v_2'\), \(u_3v_3'\), \(u_4v_4'\), haben, und die Parameterwerte \(v_2'\), \(v_3'\), \(v_4'\) sind den obigen vier Gleichungen zu entnehmen, wo nur statt der \(v_i\) überall \(v_i'\) steht. Es giebt somit eine Schar von Vierseiten der Art, wie \(ABCD\), für deren vier Eckpunkte die Parameterwerte \(u_1\), \(u_2\), \(u_3\), \(u_4\), also auch \(\vartheta_1\), \(\vartheta_2\), \(\vartheta_3\), \(\vartheta_4\), ungeändert bleiben, während \(v_1\), \(v_2\), \(v_3\), \(v_4\), also auch \(\varphi_1\), \(\varphi_2\), \(\varphi_3\), \(\varphi_4\) sich ändern, und zwar so, dass einer dieser letzteren Werte, etwa \(v_1\) (oder \(\varphi_1\)) ganz beliebig gewählt werden kann. Da nun aber der Punkt \(A\) die Parameter \(u_1\), \(v_1\) oder \(\vartheta_1\), \(\varphi_1\) hat, und die Ebene \(DAC\) Tangentialebene der Fläche \(V=0\) in \(A\) ist, so ist sie nach der Bedeutung des Parameters auch Tangentialebene der Flächen \[ U+\vartheta_1 V = 0\quad\text{und}\quad U+\varphi_1 V=0, \] und so folgt: Variirt man das Vierseit \(ABCD\) in der oben besprochenen Weise, so berühren die vier Ebenen \(DAB\), \(ABC\), \(BCD\), \(CDA\) der Reihe nach die vier Constanten Flächen des Büschels: \[ \left.\begin{aligned} & U+ \vartheta_1 V = 0\\ & U+ \vartheta_2 V = 0\\ & U+ \vartheta_3 V = 0\\ & U+ \vartheta_4 V = 0\end{aligned}\right\}\,. \] Sie berühren zwar selbstverständlich auch der Reihe nach die vier Flächen \[ U+ \varphi_iV=0\qquad (i=1,2,3,4); \] diese vier Flächen aber variiren mit den Parametern \(\varphi_i\) oder \(v_i\), so dass in dieser Beziehung nichts besonders Bemerkenswertes liegt. Will man nun den Zusammenhang zwischen den vier Flächen \(\vartheta_1\), \(\vartheta_2\), \(\vartheta_3\), \(\vartheta_4\), welcher durch die Bedingung \(u_1 + u_3 = u_2 + u_4\) ausgedrückt ist, algebraisch durch die Parameter \(\vartheta\) ausdrücken, so bilde man die Discriminante von \[ U+\vartheta V, \] welche der Herr Verfasser durch das Zeichen \(\square \vartheta\) darstellt; dann sind nach dem Abel'schen Theorem die \(\varphi_i\) durch die Gleichung verbunden \[ \begin{vmatrix}\l\quad & \l\quad & \l\quad & \l\\ 1 & \vartheta_1 & \vartheta^2_1 & \sqrt{\square\;\vartheta_1}\\ 1 & \vartheta_2 & \vartheta^2_2 & \sqrt{\square\;\vartheta_2}\\ 1 & \vartheta_3 & \vartheta^2_3 & \sqrt{\square\;\vartheta_3}\\ 1 & \vartheta_4 & \vartheta^2_4 & \sqrt{\square\;\vartheta_4}\end{vmatrix}\;=0. \] Die linke Seite dieser Gleichung ist aber evident durch das Product der Differenzen \[ (\vartheta_1-\vartheta_2)\,(\vartheta_1\vartheta_3)\,(\vartheta_1-\vartheta_4)\,(\vartheta_2\vartheta_3)\,(\vartheta_2-\vartheta_4)\,(\vartheta_3-\vartheta_4) \] teilbar, und dieser Factor, der dem eigentlichen Problem fremd ist kann noch fortgeschafft werden. Alsdann lässt sich die Bedingung dafür, dass alle vier \(\vartheta\) gleich Null werden, nach einer von Herrn Cayley entwickelten Methode bestimmen, indem man \(\sqrt{\square\;\vartheta}\) nach Potenzen von \(\vartheta\) entwickelt, und den Coefficienten von \(\vartheta^2\) gleich Null setzt, und man kann den speciellen Satz aussprechen: Wenn ein Tetraeder \(ABCD\) einer Fläche zweiter Ordnung \(V = 0\) in der Art eingeschrieben ist, dass zwei Paar entgegengesetzter Seiten desselben mit Erzeugenden der Fläche \(V\) zusammenfallen, während seine Seitenflächen eine zweite Fläche \(U = 0\) berühren, so giebt es eine Schar von Tetraedern, welche dieselbe Eigenschaft haben. Dies ist der wichtigste Teil der Untersuchung und die Grundlage für das Folgende. Es wird nun in gleicher Weise ein windschiefes Sechseck betrachtet \(ABCDEF\), dessen Seiten abwechselnd der einen und der andern Schar angehören, (dies lässt sich durch passend gezogene Geraden zu einem Oktaeder ergänzen) und endlich ein windschiefes Zwölfeck, welches in ähnlicher Weise zu einem Ikosaeder ergänzt wird. Auf beide Fälle werden die analogen Betrachtungen angewandt, wodurch man nur zu etwas complicirteren Rechnungen kommt, ohne dass die Methode selbst eine andere wird. Der Herr Verfasser hat sich auf diese drei Fälle beschränkt, weil er auf Polyeder kommen wollte, welche der Fläche \(V\) im obigen Sinne eingeschrieben, der Fläche \(U\) umschrieben sind. Referent möchte sich dazu die Bemerkung erlauben, dass diese Beschränkung ihm nicht in der Natur des Problems zu liegen scheint, dass vielmehr alle windschiefen Polygone mit gerader Seitenzahl, deren Seiten abwechselnd den beiden Scharen von Erzeugenden einer Fläche zweiten Grades \(V\) angehören, in gleicher Weise der Betrachtung unterworfen werden können. Immerhin haben die vom Herrn Verfasser gewählten Fälle ein hervorragendes Interesse, und die ganze Arbeit erscheint als eine sehr wertvolle Vermehrung der Schliessungstheoreme.
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