Zur Theorie der Discriminanten. (Q1550175)
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scientific article; zbMATH DE number 2707760
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Zur Theorie der Discriminanten. |
scientific article; zbMATH DE number 2707760 |
Statements
Zur Theorie der Discriminanten. (English)
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1880
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Unter einer Gattung von Functionen von \(n\) Elementen \(x_1 \ldots x_n\) versteht man bekanntlich die Gesammtheit aller derjenigen Functionen \(\varphi\), die bei jeder Substitution einer gegebenen Gruppe \(G\) von Substitutionen jener \(n\) Elemente ihren Werth nicht ändern, bei jeder anderen es aber stets thun. Charakteristisch für die Functionen einer Gattung ist, dass jede einzelne von ihnen durch jede andere rational ausdrückbar ist. Aus den Vorlesungen des Herrn Kronecker ist nun bekannt, dass, wie sich auf rein algebraischem Wege nachweisen lässt, die Discriminanten aller Functionen \(\varphi\) ein und derselben Gattung \[ D_\varphi (-1)^\frac{n(n-1)}{2} \prod^{1\ldots \varrho}_{\alpha ,\beta} \left( \varphi_\alpha - \varphi_\beta \right) \] \[ (\alpha \lessgtr \beta \text{ und } \varphi _1 \ldots \varphi_ \varrho \text{ die verschiedenen Werthe von }\varphi) \] einen gemeinsamen Theiler besitzen, welcher eine Potenz der Discriminante \[ \varDelta = \prod ^{1\ldots n}_{\alpha , \beta} (x_\alpha - x_\beta)(\alpha \lessgtr \beta) \] der Gleichung \((x-x_1) \ldots (x-x_n) = 0\) ist. Durch substitutionentheoretische Betrachtungen ist es Herrn Netto in der vorliegenden Abhandlung gelungen, den Exponenten \(g\) dieser Potenz ganz allgemein zu bestimmen; und zwar ergiebt sich \[ g=\frac12 \varrho - \frac{\varrho q}{n(n-1)}, \] wenn \(q\) die Anzahl der in Gruppe \(G\) enthaltenen Transpositionen bedeutet. (Unter den Functionen der Gattung giebt es aber, wie weiter gezeigt wird, auch solche, welche eine höhere Potenz von \(\varDelta\) als die \(g^{\text{te}}\) zum Factor haben; in den beiden Fällen, in denen dies nur möglich ist, übersteigt der Exponent von \(\varDelta\) die Zahl \(g\) stets um eine grade Zahl.) Zugleich zeigt sich, dass zwar, wie aus den Kronecker'schen Untersuchungen bereits hervorging, jene Potenz von \(\varDelta\) der einzige gemeinschaftliche Factor für alle Discriminanten der Gattung ist, dass diesen aber noch andere Eigenschaften gemeinsam sind. Giebt man nämlich dem obigen Ergebnisse die Form: ``Für keine Gleichsetzung zweier Elemente \(x_a\) und \(x_{a'}\) wird der Quotient \(D_\varphi : \varDelta ^g\) unendlich gross'', so lässt sich dasselbe folgendermassen erweitern: Ist \(\varphi\) eine beliebige Function der Gattung von \(G\), und setzt man drei der Elemente \(x\) einander gleich, indem man in \[ x_a = y_a + d_a\xi,\quad x_{a'}= y_a + d_{a'}\xi,\quad x_{a''}=y_a + d_{a''} \xi, \quad (d_a \lessgtr d_{a'} \lessgtr d_{a''}) \] die Variable \(\xi\) gleich Null werden lässt, so bleibt der Quotient \(D_\varphi: (\varDelta ^g \varDelta _1 ^{g_1})\) noch endlich, wo \[ \varDelta _1=\prod_{a,b,c}^{1\ldots n} (mx_a + nx_b -[m+n]x_c) \] \((a\lessgtr b \lessgtr c \text{ und } m, n\) willkürliche nicht verschwindende Zahlen) ist und \(g_1\) einen aus der Gruppe \(G\) allein ableitbaren und daher von der Wahl von \(\varphi\) unabhängigen Werth besitzt. Wie \(g_1\) zu bestimmen ist, wird vom Verfasser gezeigt. Ganz allgemein besitzen die Discriminanten der zu einer Gruppe \(G\) gehörigen Gattung von Functionen \(\varphi\) die Eigenschaft, dass man für alle möglichen Typen von Substitutionen \[ (x_a x_{a'});\quad (x_a x_{a'} x_{a''});\quad (x_a x_{a'})(x_b x_{b'});\quad \ldots \sigma; \quad \ldots \] eine Reihe von ganzen symmetrischen Functionen der \(n\) Elemente \(x \varDelta; \varDelta _1; \varDelta _2; \ldots \; \varDelta _\sigma ; \ldots\) aufstellen kann, welche durch die entsprechenden ``Cykel''-Gleichungen \[ x_\lambda = x_\mu; \;\; x_\lambda = x_\mu = x_\nu; \;\; x_\kappa = x_\lambda, x_\mu = x_\nu \;\; \ldots \] und auch nur durch diese gleich Null gemacht werden. Diesen Functionen \(\varDelta\) lassen sich gewisse aus der Gruppe \(G\) allein ableitbare Maximalzahlen \(g;\; g_1; \; g_2; \; \ldots g_\sigma ; \; \ldots\) zuordnen, so dass der Quotient \[ D_\varphi [\varDelta ^g\; \varDelta ^{g_1}_1 \; \varDelta ^{g_2}_2 \ldots \varDelta ^{g\sigma}_\sigma \ldots] \] für irgend welche Gleichsetzung von Elementen \(x\) untereinander nicht unendlich gross wird. Schliesslich zeigt der Verfasser, wie der von ihm eingeschlagene Weg auch zur Einsicht über die Zerfällbarkeit der Discriminanten von Functionsgattungen in Factoren führt.
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