On singularities of plane algebraic curves and a new species of curves (Q1551876)

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scientific article; zbMATH DE number 2708573
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    English
    On singularities of plane algebraic curves and a new species of curves
    scientific article; zbMATH DE number 2708573

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      On singularities of plane algebraic curves and a new species of curves (English)
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      1880
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      Nach Cayley kann jede höhere Singularität einer ebenen algebraischen Curve durch eine gewisse Zahl äquivalenter ``elementarer'' Plücker'scher Singularitäten vertreten werden. Diese Cayley'schen Aequivalenzzahlen haben zunächst nur eine functionentheoretische Bedeutung. So wird z. B. die Zahl der Rückkehrpunkte, die in eine Singularität entfallen, gleich der Multiplicität des Punktes, vermindert um die Zahl seiner cyclischen Gruppen, gesetzt; zu erweisen bleibt dann, dass diese Zahlen in den Plücker'schen Gleichungen als Repräsentanten ebensoviel elementarer Singularitäten auftreten. Doch lag von vornherein die Tendenz nahe, ihnen die geometrische zuzuweisen, dass jede höhere Singularität in eine derselben entsprechende Gruppe elementarer durch Deformation der Curve aufgelöst werden könne, mit anderen Worten, dass jede Curve mit einer höheren Singularität in eine von gleicher Classe, Ordnung und Geschlecht deformirt werden könne deren elementare Singularitäten den `Cayley'schen Formeln entsprechen und durch Aufhebung der Deformation in die gegebenen übergehen. Mit dieser auch schon von anderer Seite bezeichneten Fragestellung beschäftigt sich die vorliegende Arbeit. Da in der Nähe jeder singulären Stelle die Curve mit beliebiger Annäherung durch ein System rationaler Curven, resp. eine einzige ersetzt werden kann (die Berechtigung dieser oft benutzten Schlussweise für die in Rede stehenden algebraischen Untersuchungen wird sorgfältig erörtert) so wird man die Untersuchung über den Einfluss solcher Deformationen auf die Vorgänge bei rationalen Curven beschränken dürfen. Es zeigt sich nun, dass in der That immer die Deformation so ausgeführt werden kann, dass bei ungeänderter Ordnung, Classe und Geschlecht an Stelle der höheren Singularitäten die äquivalenten elementaren auftreten. Die Frage nach der Bestimmung der Aequivalenzzahlen läuft demnach darauf hinaus, dieselben für gewisse rationale Curven zu ermitteln. Der Verfasser führt dieses Problem indessen nicht an den speciellen rationalen Curven aus, welche einen oder mehrere unicursale Zweige vertreten können, sondern an einer allgemeineren Classe, den ``rational ganzen'' Curven. Diese besitzen insofern ein selbständiges Interesse, als bei ihnen algebraische Untersuchungen, die im allgemeinen nicht mehr explicite ausführbar scheinen, eine übersichtliche Gestalt gewinnen; sie sind dadurch ausgezeichnet, dass ihre cartesischen Punkt- und Liniencoordinaten \(x, y\); \(u, v\) sich als ganze rationale Functionen eines Parameters \(\lambda\) in folgender Weise ausdrücken lassen: \[ \begin{aligned} x & =\int\varrho d\lambda,\quad u =\int\omega d\lambda\\ y & =\int u\varrho d\lambda,\quad v =\int x\omega d\lambda,\end{aligned} \] wo \(\varrho\), \(\omega\) rationale ganze Functionen sind, die bis auf einen constanten Factor durch die im Endlichen gelegenen Rückkehrpunkte und Inflexionspunkte bestimmt sind. Die Aequivalenzen für Rückkehrpunkte und Wendetangenten, die an einen singulären Punkt, etwa \(x=0\), \(y=0\), entfallen, sind leicht zu bestimmen; für die Doppelpunkte resp. tangenten wird eine genauere Untersuchung der bezüglichen Doppeldiscriminante nöthig, bei welcher Gelegenheit gezeigt wird, dass diese beiden Discriminanten aus je fünf mit bestimmter Multiplicität auftretenden Factoren bestehen, deren jeder eine leicht zu erkennende geometrische Bedeutung besitzt. Gleichzeitig ergiebt sich auch eine solche für gewisse in die Zahl der Doppelpunkte eingehende characteristische Zahlen, deren Wichtigkeit als ``kritische'' Exponenten bei der functionen-theoretischen Untersuchung der Aequivalenzen zuerst von Herrn H. J. S. Smith hervorgehoben wurde. Als eine interessante Consequenz der in der Abhandlung des Herrn Brill entwickelten Betrachtungen ist noch zu bezeichnen, dass, wie auch eine gegebene Curve in eine ``äquivalente'' deformirt werden mag, eine aus der Zahl der reellen Rückkehr- und Wendepunkte, der isolirten Doppeltangenten und Doppelpunkte zusammengesetzte Zahl, welche als Realitätsindex der Singularität bezeichnet wird, ungeändert bleibt.
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      singularities
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      rational curves
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      Cayley's equivalence numbers
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      Plücker Singularities
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      Cayley's formulae.
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      Identifiers