Cours de géométrie descriptive de l'École polytechnique, comprenant les éléments de la géométrie cinématique. (Q1551997)
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scientific article; zbMATH DE number 2708707
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Cours de géométrie descriptive de l'École polytechnique, comprenant les éléments de la géométrie cinématique. |
scientific article; zbMATH DE number 2708707 |
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Cours de géométrie descriptive de l'École polytechnique, comprenant les éléments de la géométrie cinématique. (English)
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1880
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Das vorliegende Werk enthält die Vorlesungen, welche Herr Mannheim an der École polytechnique während des Winters 1878/79 gehalten hat. Da diejenigen, welche an dem Unterricht der École polytechnique theilnehmen, bereits mit den Elementen der descriptiven Geometrie vertraut sind, so geht Herr Mannheim auf diese nicht weiter ein, sondern setzt sie als bekannt voraus. Sein Werk scheidet sich in zwei Theile. Der erste beschäftigt sich im Wesentlichen mit den verschiedenen Formen perspectivischer Darstellung, der zweite giebt eine Fülle interessanter Methoden für synthetische Behandlung von solchen, welche in der Praxis häufig auftreten, wie Regelflächen, Umdrehungsflächen, Schraubenflächen, und führt zugleich in das Wissensgebiet ein, welches Herr Mannheim mit dem Namen ``géométrie cinématique'' bezeichnet, und aus welchem er eine Reihe wissenschaftlicher werthvoller Ergebnisse im Laufe der Jahre veröffentlicht hat. Der Lehre von der Perspective werden zwei Vorlesungen vorausgeschickt, von denen die eine sich mit den Schattenlinien und dem Schlagschatten der Körper befasst, die andere die sogenannten ``projections cotées'' zum Gegenstande hat. Diese Projectionen finden eine zweckmässige Anwendung, wenn die horizontale Ausdehnung des Objects verhältnismässig viel grösser ist, als die verticale Erhebung, z. B. bei der Darstellung von Fortificationen. Man giebt in diesem Falle nur eine Horizontalprojection und vermerkt die verticale Erhebung durch Zahlenangaben. Eine Gerade im Raum stellt sich als Gerade im Bilde dar, und indem für zwei Punkte derselben die verticalen Erhebungen notirt werden, erhält man eine Vorstellung von ihrer Lage im Raum. Um eine Ebene zu verzeichnen, entwirft man das Bild einer Linie, welche in jener Ebene gelegen ist und die grösste Neigung zur Bildebene hat, und verdoppelt diese Gerade durch einen ihr parallelen Zug, so dass sie die Gestalt einer Doppellinie gewinnt, um sie von dem Bilde einer Geraden zu unterscheiden. In diese Projectionsmethode führt der Verfasser durch Lösung einer Anzahl elementarer Aufgaben ein, z. B.: ``Aus der Bildebene zweier Ebenen das Bild ihres Durchschnitts zu finden'' oder ``Durch eine Gerade eine Ebene zu legen, welche gegen die Horizontalebene eine gegenbene Neigung hat,'' und schliesst mit der Lösung der Aufgabe, den Schlagschatten eines Kegels zu construiren, der mit der Basis auf einer geneigten Ebene ruht, und auf diese seinen Schatten wirft. Bei der Behandlung der Perspective verfolgt Herr Mannnheim den Lehrgang, den vor ihm Herr de la Gournerie genommen. An eine treffliche Darlegung der Elemente der conischen Perspective reiht sich die Cavalierperspective, an diese die axonometrische und deren besondere Form, die isometrische Perspective. Zweckmässige Beispiele für die Darstellung von beleuchteten Objecten mit ihren Schattenlinien und Schlagschatten erläutern die verschiedenen Formen perspectivischer Darstellung und lassen die praktische Bedeutung der theoretischen Betrachtungen klar erkennen, dagegen hat der Verfasser die Entwickelung von Eigenschaften geometrischer Gebilde aus den perspectivischen Darstellungsformen, wie sie sich etwa in dem ``Traité des propriétés projectives des figures'' von Poncelet finden, als seinen Zwecken nicht entsprechend bei Seite gelassen, und giebt nur hin und wieder einen Hinweis, wenn ein solcher sich ihm unmittelbar bietet. Der zweite Theil enthält eine zum ersten Mal zu einem Lehrgang zusammengefasste Einführung in die kinematische Geometrie. Während die Kinematik die Bewegung unabhängig von den bewegenden Kräften behandelt, beschäftigt sich die kinematische Geometrie mit solchen Bewegungen ohne Rücksicht auf die Kräfte und auf die Zeit. Wie fruchtbar die darin übliche Betrachtungsweise für das Studium der räumlichen Formen ist, haben viele Arbeiten Mannheim's dargethan, über welche in dieser Zeitschrift berichtet worden ist. Alle die reichen Ergebnisse seiner Untersuchungen finden sich hier im zweiten Theile des Werkes vereinigt, seine Behandlung der Regelflächen, der Wellenfläche, eine durchsichtige Entwickelung des Theorems von Malus und Dupin, dass ein Normalensystem einer Fläche nach der Brechung an einer zweiten Fläche wieder als ein Normalensystem einer Fläche aufgefasst werden kann, ferner die allgemeine Theorie der Verrückung starrer Körper und die Constructionen für die Normalen der Bahnen, mögen diese als Curven oder als Flächen auftreten, die sinnreiche Benutzung der Hülfsgeraden für das Studium der Regelflächen und die darauf sich gründende allgemeine Behandlung der Strahlenbündel, die Krümmung der Flächen mit Hülfe der von ihm eingeführten Elemente, die er mit dem Namen ``normalies'' bezeichnet hat, und die Erörterung mancher anderer Fragen, welche für die Erkenntnis der Raumwelt von weit tragender Bedeutung sind. In der Form von Supplementen sind solche interessante geometrische Entwickelungen den einzelnen Capiteln beigefügt. Nach den allgemeineren geometrischen Betrachtungen beschäftigt sich der Verfasser mit den Schattenlinien von beleuchten Flächen, im Besonderen mit denen von Umdrehungsflächen, giebt Constructionen für die Tangenten an solche Linien und wendet sich in den letzten Capiteln zum Studium besonderer Flächenformen. Eingehend wird die Natur der Schraubenflächen durchforscht; es werden eigenthümliche Arten von Schatten- und Halbschatten untersucht, wenn an Stelle eines leuchtenden Punktes einfache Formen leuchtender Flächen treten , und Flächen behandelt, die als ``surfaces d'égale pente'' und ``surface gauches'' von ihm bezeichnet werden. Jene werden erzeugt durch Bewegung einer Tangentialebene, welche während ihrer Bewegung die Neigung gegen eine Horizontalebene bewahrt, diese durch eine Gerade, welche längs dreier Leitcurven gleitet. Das Werk schliesst mit einer Darstellung von topographischen Flächen nach der Methode der Linien gleichen Niveaus und der Behandlung von Aufgaben, welche den Leser mit dieser Darstellungsform auf eine zweckmässige Weise vertraut machen. Es ist kein Zweifel, dass das gehaltreiche werk nicht nur in hohem Grade geeignet ist, die Jünger der mathematischen Wissenschaft in geistvolle Methoden der Geometrie einzuführen, sondern auch dem Kundigen vielseitiges Interesse bietet, und daher weiten Kreisen eine reiche Anregung zur Förderung der Wissenschaft gewähren wird.
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