Theorie der bilinearen Formen mit ganzen Coefficienten. (Q1553009)
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scientific article; zbMATH DE number 2710737
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Theorie der bilinearen Formen mit ganzen Coefficienten. |
scientific article; zbMATH DE number 2710737 |
Statements
Theorie der bilinearen Formen mit ganzen Coefficienten. (English)
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1878
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Zwei Schaaren bilinearer Formen \[ A=rA'+A''\quad \text{und} \quad B=rB'+B'' \] deren Determinanten nicht identisch verschwinden, sind bekanntlich äquivalent, wenn der grösste gemeinsame Divisor \(d_{\lambda}\) der Determinanten \(\lambda^{\text{ten}}\) Grades \((\lambda=1\dots n\) für beide Determinanten derselbe ist. Bei dem Beweise dieses Satzes hat man sich nach Herrn Weierstrass' Vorgange der Transformation von \(A\) in eine reducirte Form bedient, deren Coefficienten von den Wurzeln einer Gleichung \(n^{\text{ten}}\) Grades abhängen. Da indessen durch rationale Operationen entschieden werden kann, ob zwei Formen äquivalent sind, und welches die Coefficienten einer Substitution sind, die \(A\) in \(B\) überführt, so war es wünschenswerth einen Beweis zu besitzen, der die Einführung von Irrationalitäten vermeidet. Fasst man mit Herrn Frobenius die Form \(A\) so auf, dass ihre Coefficienten ganze (lineare) Functionen eines Parameters sind, so bezeichnet das Sylvester-Weierstrass'sche Theorem die Umstände, unter denen eine von jenem Parameter unabhängige Substitution existirt, welche \(A\) in \(B\) verwandelt. Auf diese Weise sah sich Herr Frobenius dazu geführt, allgemein die Theorie der bilinearen Formen mit ganzen Coefficienten zu untersuchen, deren Resultate sich dann auf diejenigen übertragen lassen, deren Coefficienten ganze Functionen von \(r\) sind. Mit der Untersuchung solcher Formen hatte sich unter etwas specielleren Gesichtspunkten und unabhängig von Frobenius bereits Herr Smith beschäftigt [Philos. Trans. 151, 293--326, Proc. Lond. Math. Soc. 4, 236--253, s. JFM 05.0096.02]. Da zwei äquivalente bilineare Formen sich stets durch unimodulare Substitutionen in einander transformiren lassen (\S4 s. 160), so genügt die Betrachtung der letzteren. Nachdem die Construction einer unimodularen Transformation in \S2 gelehrt worden, wird die Lösung der bilinearen Gleichung: \[ \sum a_{\alpha\beta}x_{\alpha}y_{\beta}=f, \] (wo \(f\) der grösste gemeinsame Divisor der Coefficienten \(a_{\alpha\beta}\)), nach zwei verschiedenen Methoden entwickelt. Auf Grund dieser beiden Hülfsmittel sich der Transformation der Form \(A\) in die reducirte: \[ F=f_1x_1y_1 +f_1f_2x_2y_2 +\cdots f_1f_2 \cdots f_lx_ly_l; \] in welcher \(l\) den Rang von \(A\), d. h. den kleinsten Grad der nicht sämtlich verschwindenden partialen Determinanten gleichen Grades von \(A\) bezeichnet. Setzt man \(e_\lambda=f_1f_2\dots f\lambda\), so wird \[ F=e_1x_1y_1+\cdots+e_lx_ly_l; \] mithin sind die grössten gemeinsamen Divisoren \(d_{\lambda}\) der Determinanten \(\lambda^{\text{ten}}\) Grades: \[ d_{\lambda}=e_1e_2 \dots e_{\lambda_1'}, \] woraus folgt, dass nicht allein die Elementartheiler, \(e_{\lambda}= \frac{d_{\lambda}}{d_{\lambda-1}}\), sondern auch ihre Quotienten \(f_{\lambda} =\frac{e_{\lambda}}{e_{\lambda-1}}\) ganze Zahlen sind. Die reducirte Form lehrt dann, dass die Gleichheit der Elementartheiler nothwendig und hinreichend für die Aequivalenz der beiden Formen ist. Die vorhergehenden Betrachtungen enthalten bei einer etwas veränderten Auffassung (\S8) zugleich die Grundlage für die Theorie der linearen ganzzahligen Gleichungen. Verfasser beweist den Satz, dass mehrere homogene, lineare Functionen, wenn in deren Coefficientensystem diejenigen Determinanten keinen Divisor gemeinsam haben, deren Grad gleich dem Range des Systems ist, alle ganzzahligen Werthe, welche den zwischen ihnen bestchenden linearen Relationen genügen, für ganzzahlige Werthe der Variabelen annehmen können. Wenn also in einem System von \(m\) unabhängigen Formen: \[ k_{\alpha} =k_{\alpha _1}y_1 +\cdots k_{\alpha _p}y_p; \quad \alpha=1,2\dots m \] der grösste gemeinsame Divisor \(r\) der Determinanten \(m^{\text{ten}}\) Grades \(>1\) ist, so wird die Gesammtheit der durch diese darstellbaren Werthsysteme als Modul \(k\) vom Range \(m\) bezeichnet. Für \(k_{\alpha}=ky_{\alpha}\) schreibt Herr Frobenius einfach mod. \(k\). Zwei Zahlensysteme \(a_\alpha, c_\alpha\) heissen dann congruent (mod. \(k\)), wenn \[ a_\alpha =b_\alpha +k_{\alpha_1}y_1 +\cdots k_{\alpha_p} y_p. \] Es sei ferner die Zahl der mod. \(K\) (oder \(k\)) incongruenten Systeme, die in den \(m\) linearen Formen \[ A_\alpha= a_{\alpha_1}x_1 +\cdots a_{\alpha_n}x_n \] enthalten sind, durch \((AK)\) oder \((Ak)\) bezeichnet. Von dieser, namentlich von Herrn Dedekind entwickelten Erweiterung der Zahlenbegriffe ausgehend, untersucht nun der Verfasser zunächst die linearen Congruenzen und ihre Lösungen, dann (\S11) die Aequivalenz bilinearer Formen in Bezug auf einen Modul \(k\). Dabei heissen zwei Formen \(A,B\) congruent (mod. \(k\)), wenn \(a_{\alpha\beta}=b_{\alpha\beta}\) (mod. \(k\)) ist, sie heissen äquivalent (mod. \(k\)), wenn jede in eine der andern congruente Form durch Substitutionen übergeführt werden kann, deren Determinanten relativ prim zum Modul \(k\) sind. Alsdann kann auf analogem Wege, wie oben, bewiesen werden: Zwei Formen sind mod. \(k\) äquivalent, wenn sie in den Elementartheilern (mod. \(k\)) übereinstimmen. Ferner folgt, dass für zwei solche Formen \((A,k)=(B,k)\) ist, u. s. w. Endlich schliesst sich hieran (\S12) die Untersuchung linearer Formensysteme. Zwei solche Systeme \(A_\alpha\) und \(B_\alpha\, (\alpha=1\dots m)\) sind äquivalent, wenn der grösste gemeinsame Divisor der Determinanten \(n^{\text{ten}}\) Grades in drei Systemen von Coefficienten, von denen das erste aus denen von \(A_\alpha\), das zweite aus denen von \(B_\alpha\), das dritte aus denen von \(A_\alpha\) und \(B_\alpha\) zusammengesetzt ist, den nämlichen Werth hat, welche nothwendige und hinreichende Bedingung mit Hülfe verschiedener Congruenzsysteme so ausgesprochen werden kann, dass sie die Gleichheit eines vollständigen Systemes von Invarianten der beiden Systeme ausdrückt. Die vorhin entwickelten Sätze lassen sich auf solche Formen übertragen, deren Coefficienten ganze Functionen eines Parameters \(r\) sind. Zwei bilineare Formen \(A,B\) sind daher äquivalent, wenn die auf dem oben beschriebenen Wege ermittelten Elementartheiler übereinstimmen. Und dann lassen sich rational zwei Substitutionen \(P_0, Q_0\) findet, welche \(A\) in \(B\) transformiren, so dass \(P_0AQ_0=B\) wird (F. d. M. IX. p. 88, JFM 09.0085.02). Endlich lassen sich, wenn \(r\) linear in den Coefficienten vorkommt, aus \(P_0\) und \(Q_0\) zwei von \(r\) unabhängige Substitutionen derselben Eigenschaft herleiten. Dies ist aber der Eingangs erwähnte Satz.
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