On the most general problem of the calculus of variations for one independent variable. (Q1553348)

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scientific article; zbMATH DE number 2711116
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    English
    On the most general problem of the calculus of variations for one independent variable.
    scientific article; zbMATH DE number 2711116

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      On the most general problem of the calculus of variations for one independent variable. (English)
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      1878
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      Jede Aufgabe der Variationsrechnung, in der nur eine einzige unabhängige Variable vorkommt, lässt sich auf die folgende Form bringen: A) Man soll die den \(m\) Differentialgleichungen \(1^{\text{ter}}\) Ordnung \[ \varphi_1=0, \varphi_2=0, \dots \varphi_m=0, (0\leqq m<n) \] unterworfenen Variabeln \(y_1,y_2, \dots y_n\) als Functionen von \(x\) so bestimmen, dass das Integral \[ V=\int_{x_0}^{x_1} f(x, y_1, \dots y_n, y_1', \dots y_n') dx \] ein Maximum oder Minimum werde. Dies Problem ist aber an sich noch nicht völlig bestimmt; man muss ihm vielmehr, um es zu einem bestimmten zu machen, noch gewisse Grenzbedingungen hinzufügen. In der Regel gestattet es nun die Stellung der Aufgabe, sämmtliche Grenzwerthe, zunächst wenigstens, als fest gegeben zu betrachten und dann stellt sich die Aufgabe als ein specieller Fall desjenigen Problems dar, welches aus A) resultirt, wenn man hinzufügt: B) dass alle \(n\) Functionen \(y_1, y_2,\dots y_n\) in den beiden gegebenen Grenzen \(x_0\) und \(x_1\) gegebene Werthe annehmen sollen. Für das hierdurch vollständig determinirte Problem A) hat der Verfasser unter der Voraussetzung, dass es bei festen, aber unbestimmten Grenzwerthen überhaupt lösbar sei, die allgemeinen Kriterien des Maximums und Minimums in Borchardt's J. LXIX. abgeleitet. (Vergl. F. d. M. I. p. 121, JFM 01.0121.01). Allein es giebt eine Klasse von Problemen, die eine solche Festsetzung hinsichtlich der Grenzwerthe nicht vertragen. Es sind dies diejenigen Probleme, zu denen z. B. das Problem der Curve grösster Geschwindigkeit gehört und als deren allgemeinster Ausdruck die folgende Aufgabe angesehen werden kann. C) Gegeben sind zwischen der unabhängigen Variabeln \(x\) und den \(n\) unbekannten Functionen \(y_1, y_2, \dots y_n \, m\) Differentialgleichungen \(1^{\text{ter}}\) Ordnung: \[ \varphi_1=0, \varphi_2=0, \dots \varphi_m=0, \, (1\leqq m<n). \] Man soll diese Functionen so bestimmen, dass, während den Functionen \(y_2, \dots y_n\) für zwei gegebene Werthe \(x_0\) und \(x_1\) von \(x\) gegebene Werthe vorgeschrieben sind, die Function \(y_1\) für \(x=x_0\) einen gegebenen Werth erhalte und für \(x=x_1\) ein Maximum oder Minimum werde. Hier ist es offenbar unmöglich, der Function \(y_1\) auch für \(x=x_1\) einen festen Werth vorzuschreiben. Das Problem C) kann also nicht als ein specieller Fall des Probelms A,B) aufgefasst werden, obgleich es, sobald man von den beiderseitigen Grenzbedingungen absieht, demjenigen besonderen Falle des Problems A) entspricht, in welchem sich die Function \(f\) auf den Differentialquotienten \(y_1'\) reducirt. Umgekehrt dagegen erkennt man sofort, dass das Problem A,B) nur ein specieller Fall des Problems C) ist. Man hat daher nicht das erste, sondern das letzte Problem als das allgemeinste Problem der Variationsrechnung bei einer einzigen unabhängigen Variabeln zu betrachten. Dieses allgemeinste Problem näher zu untersuchen, und namentlich die Kriterien des Maximums und Minimums für dasselbe aufzustellen, ist der Zweck des vorliegenden Aufsatzes.
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      Mayer problem
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