On the theory of reflection and refraction of light (Q1555481)
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scientific article; zbMATH DE number 2713355
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | On the theory of reflection and refraction of light |
scientific article; zbMATH DE number 2713355 |
Statements
On the theory of reflection and refraction of light (English)
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1877
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Als man die Natur des Lichtes als eine Fortpflanzung von Transversalschwingungen erkannte, kannte man von analogen Bewegungen nur die fester elasticher Körper; und es lag daher nahe, dem Lichtäther die charakteristischen Eigenschaften eines solchen Körpers beizulgen. Bei dieser Hypothese bietet namentlich die Erklärung der Reflexionserscheinungen Schwierigkeiten dar, die bisher noch nicht völlig beseitigt sind. Der alten Theorie ist nun in neuerer Zeit eine andere Hypothese, welche grade in der genannten Hinsicht weniger Schwierigkeit zu bieten scheint, gegenübergetreten, die elektromagnetische Lichttheorie von Maxwell. Bei einer theoretischen Untersuchung über die Bewegungsgleichungen der Elekticität kam Maxwell zu dem Schlusse, dass in einem nichtleitenden Körper transversal schwingende Bewegungen der Elekticität sich ausbreiten können, und dass die Fortpflanzungsgeschwindigkeit dieser Schwingungen in freiem Aerther nahe gleich der Lichgeschwindigkeit sein muss. Ausserdem zeigte er, dass in einem krystallinischen Medium sich elektrische Wellen nach denselben Gesetzen fortpflanzen, welche die Elasticitätstheorie ergiebt. Dies führte zu der Annahme, dass in Wirklichkeit das Licht aus dergleichen elektrischen Schwingungen bestehe. Helmholtz hat später bemerkt, dass die Theorie der elektrischen Oscillationen auch an der Grenze von zwei gleichartigen isolirenden Medien dieselben Gesetze der Reflexion und Refraction ergiebt, wie wir sie beim Lichte finden. Dies veranlasste den Verfasser der vorliegenden Arbeit, genauer zu untersuchen, ob in allen Fällen die elektromagnetische Lichttheorie zu einer befriedingenden Erklärung der Reflexion führen kann. Dabei werden auch die schon bekannten Resultate der neuen Theorie von Neuen entwickelt, so dass der vorliegende Aufsatz eine vollständige Darstellung jener Theorie giebt. Da es weit führen würde, den einzelnen Formeln des Verfassers zu folgen, so begnügen wir uns mit einer Wiedergabe des Gedankengangs und und der Resultate. Zunächst werden nach Erlüterung des Begriffs der Diëlektrischen Polarisation die Bewegungsgleichungen der Elektricität in Körpern anfgestellt. Hier schliesst sich der Verfasser eng an die Entwickelungen von Helmholtz an (Borchardt J. LXXII., crf. F. d. M. II. p. 800, JFM 02.0800.01); nur zieht er von vorn herein neben der diëlektrischen noch eine magnetische Polarisation in Betracht Untersuchungen verallgemeinert die Entwickelung insofern, als er das diëlektrische Medium anisotrop, d. h. die Diëlektricitätsconstante für drei auf einander senkrechte Richtungen als verschieden annimmt. Die so erhaltenen allgemeinen Gleichungen lassen sich (nach Trennung der magnetischen und elektrischen Bewegungen) für ein isotropes Medium genau auf die Form bringen, welche zur Bestimmung der Verschiebungen in einem festen elektrischen Körper dienen; und es muss daher die untersuchte elektrische Bewegung mit der Bewegung eines solchen Körpers übereinstimmen. Wie sich nun in elastischen Medien eine Störung des Gleichgewichts vom Erregungscentrum aus mit endlicher Geschwindigkeit ausbreitet, so muss dies auch in dem Nichtleiter mit einer Störung des elektrischen Gleichgewichts der Fall sein. Wie weiter in elastischen Körper eine regelmässige Fortpflanzung transversaler und longitudinaler Schwingungen bestehen kann, müssen auch in diëlektrischen Medien elektrische Schwingungen, d. h. periodische Aenderungen der diëlektrischen Polarisation, sich ausbreiten können. Die magnetischen Oscillationen, von welchen in einem magnetisirbaren Medium stets die elektrischen Schwingungen begleitet werden, sind immer transversal, während die elektrischen Schwingungen selbst theils transversal, theils longitudinal sind. Die longitudinalen Schwingungen fallen fort, sobald die Constante \(k\) (über deren Bedeutung cfr. die Arbeit von Helmholtz) den Werth Null hat. Uebrignes tritt, wenn nur transversale elektrische Wellen vorhanden sind, keine freie Electricität auf. Die Anwendung der allgemeinen Gleichungen auf anisotrope Körper ergiebt für die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der elektrischen Schwingungen genau denselben Satz, wie die Elasticitätstheorie für die transversalen Wellen in Krystallen. Alle Schlüsse, die man aus der Elasticitätstheorie für die Doppelbrechung in Krystallen abgeleitet, bleiben daher auch für die neuere Theorie bestehen. Weiter wendet sich der Verfasser zum Problem der Reflexion. Er betrachtet zwei isotrope Medien, die durch eine ebene Trennungsfläche getrennt sind, und nimmt mit Helmholtz die diëlektrische Polarisationsfähigkeit beider Medien als gleich und sehr gross an. Unter dieser Voraussetzung kann man bei der Reflexion, resp. Brechung einer auf die ebene Trennungsfläche fallenden Welle den Bedingungen der Continuität aller hier vorkommenden Grössen (der Verrückungen und der Kräfte) genügen, während man beim Uebergang von einem elastischen Medium zum andern einen Theil der Continuitätsbedingungen, die Continuität der elastischen Kräfte, vernachlässigen muss. Für die Intensität des reflectirten Lichtes ergeben sich hier genau die Fresnel'schen Formenln, während die Formel für die Intensität des gebrochenen Lichtes sich von der Fresnel'schen durch einen constanten Factor unterscheidet; letzterer ist jedoch auf die schliessliche Intensität des durch eine Platte gegangenen Lichtes ohne Einfluss. Da die eben genannten Intensitätsformeln mit der Erfahrung übereinstimmen, so gilt dasselbe auch von der neuen Theorie, falls man noch die Annahme hinzufügt, dass in einem Bündel polarisirten Lichtes die elektrischen Schwingungen senkrecht zur Polarisationsebene stehen. Dieselben Betrachtungen lassen sich nun auch auf den Uebergang einer elektrischen Schwingung von einem isotropen in ein anisotropes Medium anwenden. Hier lässt sich zeigen, dass die neue Theorie zu denselben Resultaten führt, wie die Neumann'sche Theorie der Reflexion an Krystallflächen, da die Verschiebungen der Aerhertheilchen in letzterer Theorie und die Componenten der magnetischen Kraft in ersterer in ganz gleicher Weise bestimmt werden. Die vollständige Berücksichtigung aller Continuitätsbedingungen ist wieder ein Vorzug der neuen Theorie. Im zweiten Theile seiner Arbeit untersucht der Verfasser auch die totale Reflexion beim Uebergang von einem isotropen Medium zum andern. Die Bedingungsgleichungen sind dieselben, wie bei der gewöhnlichen Reflexion, nur sit der Sinus des Brechungswinkels hier grösser als 1, der Cosinus dieses Winkels wird also imaginär. Da nun die Bewegungsgleichungen und die Grenzbedingungen linear und homogen sind sowohl in Bezug auf die Verrückungen, als die Kräfte, und da diese Grössen jetzt complexe Form haben, so müssen die reellen und imaginären Theile für sich gleich sein. So erhält man zwei Systeme von Particularlösungen, aus denen sich unzählig viele Lösungen durch Multiplication dieser Systeme mit Constanten und nachherige Addition ergeben. Soll die einfallende Schwingung eine gewöhnliche Schwingung sein, so kann man für das erste System nur die Constante 1 nehmen, während die willkürliche Constante, mit der das zweite System zu multipliciren ist, so gewählt werden muss, dass in dem zweiten Medium kein Schwingungszustand entsteht, dessen Amplitude bei wachsender Entfernung von der Grenze immer grösser wird. Durch diese Ueberlegungen sind die willkürlichen Constanten völlig bestimmt, und man erhält für die reflectirte Schwingung genau die Frsnel'schen Resultate. In das zweite Medium aber dringt bei dieser Betrachtung ebenfalls die Lichtbewegung hinein, jedoch mit stark abnehmender Amplitude, so dass diese Schwingung nur bis zu einer Tiefe von wenigen Wellanlängen einen merklichen Werth hat. Die eben entwickelten Betrachtungen führen ferner den Verfasser darauf, für die Bewegungsgleichungen von vorn herein eine solche Form der particularen Lösungen zu nehmen, die Exponentialgrössen mit imaginären Exponenten statt der trigonometrischen Functionen enthält. Mit Hülfe dieser symbolischen Form, welcher die nähere Bestimmung hinzugefügt ist, dass die Amplitude bei wachsender Entfernung von der brechenden oder reflectirenden Fläche nicht fortwährend zunehmen darf, kann man die totale und partielle Reflexion in ganz gleicher Weise behandeln. Der Verfasser wendet zum Schluss seine Formeln, speciell die über das Eindringen des Lichts bei der totalen Reflexion, auf den Fall an, dass die Schicht, an der die totale Reflexion stattfindet, von sehr geringer Dicke ist. Es gelingt hier nicht nur, die auftretenden Erscheinungen qualitativ zu erklären, sondern auch aus der Theorie Formeln abzuleiten, deren Resultate quantitativ mit den Quincke'schen Messungen im Ganzen übereinstimmen.
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