Jacob Steiner's Vorlesungen über synthetische Geometrie. Zweiter Theil. Die Theorie der Kegelschnitte gestützt auf projectivische Eigenschaften, bearbeitet von H. Schröter. Zweite Auflage. (Q1556331)
From MaRDI portal
| This is the item page for this Wikibase entity, intended for internal use and editing purposes. Please use this page instead for the normal view: Jacob Steiner's Vorlesungen über synthetische Geometrie. Zweiter Theil. Die Theorie der Kegelschnitte gestützt auf projectivische Eigenschaften, bearbeitet von H. Schröter. Zweite Auflage. |
scientific article; zbMATH DE number 2714231
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| default for all languages | No label defined |
||
| English | Jacob Steiner's Vorlesungen über synthetische Geometrie. Zweiter Theil. Die Theorie der Kegelschnitte gestützt auf projectivische Eigenschaften, bearbeitet von H. Schröter. Zweite Auflage. |
scientific article; zbMATH DE number 2714231 |
Statements
Jacob Steiner's Vorlesungen über synthetische Geometrie. Zweiter Theil. Die Theorie der Kegelschnitte gestützt auf projectivische Eigenschaften, bearbeitet von H. Schröter. Zweite Auflage. (English)
0 references
1876
0 references
Von diesem Buche, das auf Grund von Universitäts-Vorträgen und mit Benutzung hinterlassener Manuscripte Steiner's bearbeitet, 1867 in erster Auflage erschien und bald auch in's Französische übertragen wurde, liegt uns die zweite Auflage vor. Im Wesentlichen ist es unverändert geblieben; doch weist es zahlreiche Verbesserungen, Zusätze, mehr Citate, einige ausführlichere oder veränderte Beweise auf; vor allem aber unterscheidet es sich von der ersten Auflage durch die Hinzufügung von Aufgaben und Sätzen zu den drei ersten Abschnitten, worin Herr Schröter Steiner gefolgt ist, der ja auch seiner systematischen Entwickelung einen derartigen Anhang gegeben und andere zahlreiche Aufgaben und Lehrsätze im Crelle'schen Journale veröffentlicht hat. Wenn auch anzunehmen ist, dass diese Steiner-Schröter'schen Vorlesungen von der ersten Auflage her allgemein bekannt sind, so scheint es doch bei einem Werke von dieser Bedeutung nicht überflüssig, ein Referat hier zu geben, zumal die erste Auflage vor der Zeit erschienen ist, von der ab die Besprechungen im Jahrbuche geschehen. Im ersten Abschnitte (projective Beziehung gerader Punktreihen und ebener Strahlbüschel auf einander) werden die ersten Principien aus der systematischen Entwickelung gegeben, jedoch mit Berücksichtigung des Möbius'schen Richtungs- und Drehungs-Sinnes; es sind ferner hinzugefügt die Beziehungen zwischen den 24 Werthen des Doppelverhältnisses, die Bestimmung der doppelten Systeme entsprechender gleicher Strecken, bez. Winkel bei projectiven Punktreihen oder Strahlbüscheln, eine ausführliche Behandlung der Involution mit der Ermittlung des gemeinsamen Paars zweier Involutionen auf demselben Träger. Der Schluss bringt specielle Fälle: ausgeartete Projectivitäten, projectiv-ähnliche und projectiv-gleiche Reihen, projectiv-gleiche Büschel, die bei perspectiver Lage zum Begriffe der unendlich fernen Geraden \(G_{\infty}\) der Ebene führen, endlich die Schnittinvolution der \(G_{\infty}\) mit einer circularen Strahlinvolution, welche den Begriff der unendlich fernen Kreispunkte liefert, die also in dieser Auflage schon hier eingeführt werden. Der zweite Abschnitt behandlet den Kegelschnitt als Erzeugniss projectiver Gebilde: die beiden dualen Erzeugungen und die Identität des Erzeugnisses werden besprochen; Pascal's und Brianchon's Sätze folgen mit einer ausführlichen Betrachtung der Figur des Hexagramma mysticum, theils im Texte, theils in den Aufgaben. Das Verhalten zur \(G_{\infty}\) giebt die Eintheilung in Ellipse, Parabel, Hyperbel nebst Kriterien, wie die erzeugenden Gebilde liegen müssen, um sie zu erzeugen wobei auch die Specialfälle des Kreises und der gleichseitigen Hyperbel berücksichtigt werden. Es folgt die Betrachtung der einem Kegelschnitte umgeschriebenen Vierseite und eingeschriebenen Vierecke; das Auftreten der Involution wird direct aus der Erzeugung abgeleitet: sie führt zu den Polareigenschaften und speciell zu den Eigenschaften der Durchmesser, Axen, Brennpunkte; die metrischen Relationen sind noch etwas ausführlicher behandelt als früher. Neu aufgenommen ist das Normalenproblem; den Schluss bildet eine Construction des Krümmungscentrums. Der dritte Abschnitt beschäftigt sich mit den beiden dualen Gebilden eines Büschels und einer Schaar von Kegelschnitten; es werden je drei Erzeugungsweisen behandelt, von denen die letzte auch vollständig imaginäre -- durch Involution definirte -- Grundpunkte, bez. Grundtangenten ermöglicht. Bei jeder wird die Involutionseigenschaft des Büschels oder der Schaar nachgewiesen, die zu verschiedenen Constructionen führt. Der Büschel der gleichseitigen Hyperbeln um ein Dreieck, die Schaar der ein Dreieck tangirenden Parabeln findet besondere Berücksichtigung. Der Untersuchung der Vertheilung der verschiedenen Kegelschnitte in einem Büschel (einer Schaar) folgen die Polar-Eigenschaften, insbesondere wird der Ort der Mittelpunkte betrachtet. Darauf wird der interessante Fall von drei conjugirten Kegelschnittbüscheln besprochen, sodann mehrere Specialfälle: der Büschel (oder die Schaar) sich doppelt berührender Kegelschnitte, die Schaar confocaler Kegelschnitte, endlich auch die ``gemischten Systeme von Kegelschnitten'', welche 3, 2, 1 Punkte und 1, 2, 3 Tangenten gemein haben. Es folgt eine ausführliche Discussion der Realität der 4 gemeinsamen Punkte und Tangenten zweier Kegelschnitte; am Schluss dieses Abschnittes findet sich die Betrachtung harmonisch zugeordneter Kegelschnitte, d. h. solcher 4 Kegelschnitte, von denen jeder seine eigene Polarfigur in Bezug auf die drei andern ist; die 4 Basen, in Bezug auf welche zwei gegebene Kegelschnitte zu einander polar sind, bilden ebenfalls eine solche Gruppe. Hier tritt der imaginäre Kegelschnitt auf und erfordert eine Erweiterung des Begriffs Kegelschnitt. Diese geschieht im vierten Abschnitte. Die Polareigenschaften des Kegelschnitts werden unabhängig von demselben betrachtet und liefern ein stets reelles Gebilde, das Involutionsnetz oder Polarsystem, das, je nachdem es Involutionen mit reellen Doppelpunkten enthält oder nicht, einen reellen oder imaginären (besser wohl wegen der reellen analytischen Gleichung; reell-imaginären) Kegelschnitt vertritt: den Kern (die Ordnungscurve nach Staudt) des Polarsystems. Für ein solches System werden mehrere Constructionen aus einfachen, doppelten und dreifachen Bedingungen (einfache: gegeben ein Paar conjugirte Punkte oder Geraden, doppelte: Pol und Polare oder eine Involution conjugirter Elemente) mitgetheilt, insbesondere der allgemeinste Fall der Construction aus 5 Paaren conjugirter Punkte; zu den zweiten Grade gefügt. Hieran schliesst sich für diese allgemeinere Grundlage die Theorie der Durchmesser, Axen, Brennpunkte. Zwei Polarsysteme führen zur Verallgemeinerung des Büschels und der Schaar von Kegelschnitten, unter die jetzt auch imaginäre aufgenommen sind; drei Polarsysteme zu den dualen Figuren des Kegelschnitt-Netzes und -Gewebes mit ihren Hesse'schen (Tripel-) und Cayley'schen Curven. In diesem Paragraphen ist am meisten verändert worden; z. B. ist der Begriff der conischen Polare eines Punktes der Tripelcurve eines Netzes eingeführt worden, die Untersuchung der Lage und Realität der Wendepunkte dieser Curve aufgenommen, der Zusammenhang des Netzes und des Gewebes, die aus denselben drei Polarsystemen (Kegelschnitten) abgeleitet sind, besprochen insbesondere die Identität der Cayley'schen Curve des einen mit der Hesse'schen des andern (vgl. die Abh. von Schröter, Clebsch Ann. V. VI.). Endlich werden noch die 3 Paare Punkte betrachtet, welche in Bezug auf 4 Kegelschnitte conjugirt sind (vergl. des Referenten Flächen \(3^{\text{ter}}\) Ordnung \(\S\) 38. 40; Siebeck, Brioschi Ann. (2) II. 65, sowie St. Smith Proc. L. M. S. II. 92; Rosanes, Clebsch Ann. VI. 294). Eine Bemerkung kann Referent nicht unterdrücken: die besonders durch Reye eingeführte Bezeichnungsweise der Punkte und Geraden, die nun doch ziemlich verbreitet ist, ist in diesem Buche nicht benutzt; dies erschwert denen, die sich an dieselbe gewöhnt haben, das Studium desselben etwas; die begonnene Veränderung ferner der Namen hätten wir gern z. B. auch noch auf ``Strahl- und Punkt-System'', ``Asymptoten-Strahlen und -Punkte'' ausgedehnt gesehen, die wohl weniger gebraucht werden und weniger prägnant sind als ``Involution'' und ``Doppelstrahl oder- Punkt''; zumal ``System'' insbesondere schon alles mögliche bedeutet.
0 references