Zur Geschichte der sog. Rytz-schen Achsenkonstruktion einer Ellipse aus einem Paar konjugierter Durchmesser. (Q1828640)

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scientific article; zbMATH DE number 2562068
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    Zur Geschichte der sog. Rytz-schen Achsenkonstruktion einer Ellipse aus einem Paar konjugierter Durchmesser.
    scientific article; zbMATH DE number 2562068

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      Zur Geschichte der sog. Rytz-schen Achsenkonstruktion einer Ellipse aus einem Paar konjugierter Durchmesser. (English)
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      1930
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      Schon \textit{Apollonius} hat die Aufgabe gelöst, die Achsen eines Mittelpunktskegelschnitts zu konstruieren, wenn ein Paar von konjugierten Durchmessern \(MA\), \(MB\) mit den darauf liegenden Kurvenpunkten \(A\), \(B\) gegeben ist. Die Konstruktion des \textit{Apollonius} (Buch I, Abschnitt 55 und 58; es handelt sich nicht genau um die hier formulierte, sondern um eine damit äquivalente Aufgabe) ist allerdings langwierig und für praktische Zwecke kaum verwendbar. Unter den modernen Konstruktionen der Aufgabe ist die \textit{Rytz}sche die bekannteste und in der Praxis beliebteste. Diese Konstruktion stammt von \textit{David Rytz} (1. 4. 1801-25. 3. 1868), Professor der Mathematik an der Gewerbeschule zu Aarau; sie wurde zuerst veröffentlicht von \textit{Leopold Mossbrugger} (24. 1. 1796-12. 8. 1864) in seiner Schrift ``Größtenteils neue Aufgaben aus dem Gebiete der Géométrie descriptive nebst deren Anwendungen auf konstruktive Auflösung von Aufgaben räumlicher Verwandtschaften der Affinität, Collineationen usw.'' (Zürich 1845) und abgedruckt im Archiv für Math. u. Phys. (1) 20 (1853), 118-120. Eine Variante dieser Konstruktion hat \textit{L. Burmester} unter Zitierung des \textit{Mossbrugger}schen Buches in seine ``Grundzüge der Reliefperspektive'' (1883; F. d. M. 15, 500 (JFM 15.0500.*)) aufgenommen und mit einem Beweis versehen, bei dem die Ellipse als durch eine senkrechte Affinität aus dem Kreise gewonnen angenommen wird. \textit{Christian Wiener} hat die Konstruktion zusammen mit diesem Beweis von \textit{Burmester} in sein ``Lehrbuch der darstellenden Geometrie'' (Bd. I, 1884) übernommen und so zu ihrer weiteren Verbreitung stark beigetragen. An derselben Stelle weist \textit{Wiener} auf eine ähnliche Konstruktion hin, die von \textit{Amédée François Frézier} (``La théorie et la pratique de la coupe des pierres et des bois\dots.'' t. I, Straßburg und Paris 1737) stammt. Seither wird in den Lehrbüchern durchweg die \textit{Burmester}sche Variante der \textit{Rytz}schen Konstruktion vorgetragen und kurz als \textit{Rytz}sche Konstruktion bezeichnet. Die Verf. geben nun eine Darstellung der ursprünglichen \textit{Rytz}schen Konstruktion, der \textit{Burmester}schen Variante und der \textit{Frézier}schen Konstruktion, zeigen die Identität dieser drei Konstruktionen und weisen schließlich nach, daß sich die \textit{Rytz}sche Konstruktion fast wörtlich bereits in der \textit{Descartes}schen Schule vorfindet. (V 5 B.)
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