Die Abschätzung eines Polynoms in einem Intervalle, wenn Schranken für seine Werte und ersten Ableitungswerte in einzelnen Punkten des Intervalles gegeben sind, und ihre Anwendung auf die Konvergenzfrage Hermitescher Interpolationsreihen. (Q1829344)
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scientific article; zbMATH DE number 2562843
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Die Abschätzung eines Polynoms in einem Intervalle, wenn Schranken für seine Werte und ersten Ableitungswerte in einzelnen Punkten des Intervalles gegeben sind, und ihre Anwendung auf die Konvergenzfrage Hermitescher Interpolationsreihen. |
scientific article; zbMATH DE number 2562843 |
Statements
Die Abschätzung eines Polynoms in einem Intervalle, wenn Schranken für seine Werte und ersten Ableitungswerte in einzelnen Punkten des Intervalles gegeben sind, und ihre Anwendung auf die Konvergenzfrage Hermitescher Interpolationsreihen. (English)
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1930
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Gegeben sind zwei positive Zahlen \(A\) und \(B\); \(x_1, x_2,\ldots, x_n\) seien die im Intervall \((-1,+1)\) liegenden \textit{Tschebyscheff}schen Abszissen \[ x_k = \cos (2k - 1)\frac {\pi}{2n}\quad (k = 1, 2, \ldots, n). \] Dann ist der Betrag jeder ganzen rationalen Funktion höchstens \((2n - 1)\)-ten Grades, die an den Stellen \(x_k\) (\(k = 1, 2,\ldots,n\)) höchstens gleich \(A\), und deren Ableitung dort höchstens gleich \(B\) wird, im Intervall \(<\!-1, + 1\!>\) höchstens \[ A+\lambda_nB,\quad \lambda_n\sim \frac 2\pi \frac {\log n}{n}. \] Bei den \textit{Legendre-Gauß}schen Abszissen ist eine ähnliche Abschätzung möglich. Der Beweis des obenstehenden Satzes benutzt die Zerspaltung der \textit{Hermite}schen Interpolationsfunktion -- d. h. derjenigen Funktion höchstens \((2n - 1)\)-ten Grades, die das erweiterte Interpolationsproblem löst -- in zwei ganze rationale Funktionen, von denen die erste für \(x_1, x_2, \ldots, x_n\) die vorgeschriebenen Werte annimmt, während ihre Ableitung dort verschwindet, die zweite bei \(x_1, x_2, \ldots, x_n\) verschwindet, während ihre Ableitung dort die vorgeschriebenen Werte hat. Die Behauptung folgt dann mit Hilfe der \textit{Grandjot}schen Abschätzung des Betrages einer ganzen rationalen Funktion auf dem Einheitskreis. Der so bewiesene Satz erlaubt eine Aussage über die im Grenzfall \(n \to \infty\) eindeutige Auflösbarkeit eines speziellen Interpolationsproblems: Haben zwei Polynome von höchstens \((2n-1)\)-tem Grade an den \textit{Tschebyscheff}schen Abszissen denselben Wert, und sind ihre Ableitungen dort beschränkt, so unterscheiden sie sich für genügend hohes \(n\) im ganzen Intervall beliebig wenig voneinander. Mit Hilfe der Ergebnisse des ersten Teils beweist Verf. im zweiten Teil der Arbeit, daß man eine beliebig gegebene Funktion \(f(x)\), die im Intervall \(<\!-1,+1\!>\) stetig ist, gleichmäßig approximieren kann durch eine Folge von Polynomen höchstens \((2n-1)\)-ten Grades, die an den \textit{Tschebyscheff}schen Abszissen sämtlich mit \(f(x)\) übereinstimmen und dort nicht zu steil sind. Im Anhang wird ein abgekürzter Beweis für einen bekannten Satz angegeben, der an das gewöhnliche \textit{Lagrange}sche Interpolationsproblem in ähnlicher Weise anknüpft wie der eingangs genannte an das erweiterte Interpolationsproblem, aber die entgegengesetzte Aussage enthält. Schließlich bringt Verf. ein Beispiel für ein Polynom von höchstens \((2n-1)\)-tem Grade, das im Intervall \(<\!-1, + 1\!>\) einen beliebig großen Wert annimmt, wenn nur \(n\) gehörig groß ist, obwohl der Funktionswert und der Ableitungswert in \(n\) äquidistanten Punkten des Intervalls dem Betrage nach \(\leqq 1\) ist. (IV 6 A.)
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