Über projektive Übertragungen und Ableitungen. (Q1831908)
From MaRDI portal
| This is the item page for this Wikibase entity, intended for internal use and editing purposes. Please use this page instead for the normal view: Über projektive Übertragungen und Ableitungen. |
scientific article; zbMATH DE number 2564935
| Language | Label | Description | Also known as |
|---|---|---|---|
| default for all languages | No label defined |
||
| English | Über projektive Übertragungen und Ableitungen. |
scientific article; zbMATH DE number 2564935 |
Statements
Über projektive Übertragungen und Ableitungen. (English)
0 references
1930
0 references
Die projektive Beschaffenheit einer \(n\)-dimensionalen Mannigfaltigkeit \(X_n\) mit gegebenem affinem Zusammenhang \(\varGamma_{\lambda\mu}^\nu\) ist durch die infinitesimale Parallelverschiebung einer willkürlichen Richtung in sich selbst, d. h. durch ihre geodätischen Linien, charakterisiert. Unterwirft man die Zusammenhangskomponenten \(\varGamma_{\lambda\mu}^\nu\) der Gruppe der ``bahntreuen'', d. h. die geodätischen Linien erhaltenden, Transformationen \[ \varGamma_{\lambda\mu}^\nu=\varGamma_{\lambda\mu}^\nu+p_\lambda A_\mu^\nu+ p_\mu A_\lambda^\nu \] (\(p_\lambda\) beliebig), so bleibt die projektive Beschaffenheit der \(X_n\) ungeändert. Innerhalb dieser Transformationsgruppe hat \textit{Weyl} den Tensor der Projektivkrümmung \(P_{lji}^{...k}\) abgeleitet, dessen Verschwinden für \(n\neq 2\) die sogenannte projektiv-euklidische Übertragung charakterisiert. Während aber nun bekanntlich der affine Zusammenhang eindeutig den metrischen Zusammenhang definiert, erzeugen unendlich viele affine Übertragungen der bahntreuen Gruppe dieselbe Projektivkrümmungsgröße. So entstand die Aufgabe, dieser verallgemeinerten projektiven Differentialgeometrie eine einzige, ihr eigentümliche ``projektive'' Übertragung zuzuordnen. Sie wurde von \textit{Cartan} und \textit{J.~A.~Schouten} durch projektive gegenseitige Abbildung ebener, benachbarten Punkten der \(X_n\) lokal zugeordneter Mannigfaltigkeiten gelöst. Verzichtet man auf Koordinateninvarianz, wählt man vielmehr das Koordinatensystem fest, so existieren, wie \textit{T.~Y.~Thomas} gezeigt hat, immer Zusammenhangskomponenten \[ \varGamma_{\lambda\mu}^{*\nu}=\varGamma_{\lambda\mu}^\nu\frac1{n+1}\left(A_\lambda^\nu\varGamma_{\omega\mu}^\omega+ A_\mu^\nu\varGamma_{\omega\lambda}^\omega\right), \] welche bei bahntreuen Transformationen der \(\varGamma_{\lambda\mu}^\nu\) invariant bleiben, ``projektive'' Vektoren definieren, aber natürlich von der Koordinatenwahl abhängen. Dasselbe gilt von einem ähnlichen von \textit{Veblen} angegebenen Verfahren. Die Verf. nennen die Objekte der \textit{Cartan-Schouten}schen projektiven Übertragung ``Punktgrößendichten'' und stellen sich die Aufgabe, dieser allgemeinen Übertragung die \textit{Thomas}schen und \textit{Veblen}schen Vektoren einzuordnen. Die \textit{Thomas}schen bzw. \textit{Veblen}schen Vektoren gehen aus der allgemeinen ``Punktdichtenübertragung'' durch Spezialisierung einer willkürlichen Konstanten hervor. Die Entwicklung der Begriffe ``Punkte'', ``Punktdichten'', ``Punktgrößen'', ``Punktgrößendichten'' (kontra-, kovarianten und gemischten Charakters) geht auf die Theorie allgemeiner \textit{König}scher Übertragungen zurück. Dabei wird jedem Punkt \(P\) der \(X_n\) neben der linearen \(n\)-dimensionalen Mannigfaltigkeit \(E_n\) der Linienelemente in \(P\) eine lineare \(E_N\) mit \(N>n\) zugeordnet. Beide Zuordnungen sind im allgemeinen unabhängig voneinander. Dementsprechend sind Größen dreierlei Art zu unterscheiden, je nachdem sie in \(E_n\) oder \(E_N\) lokalisiert gedacht werden (Größen erster bzw. zweiter Art) oder (auf höheren Stufen) als Produktsummen mit ihren Bestimmungszahlen beiden Fällen entsprechen. Bestimmung und Transformation der Größen erster Art ist mit den ``Urvariablen'' und deren kontinuierlicher Transformationsgruppe gegeben. Davon unabhängig erfolgt Bestimmung und Transformation der Größen zweiter Art durch freie Wahl eines in jedem Punkt definierten Systems von \(N\) kovarianten und \(N\) kontravarianten Maßvektoren und zugehöriger Transformationsgruppe. Wählt man insbesondere für diese Gruppe die projektive Gruppe und \(N=n+1\), so wird die \(E_n\) zur \(P_n\) (\(n\)-dimensionaler projektiver Raum) und die allgemeine \textit{König}sche Übertragung zur projektiven. Ein ``Punkt'' \(\mathfrak b\) der \(P_n\) ist entsprechend durch \(n+1\) homogene Bestimmungszahlen \(v^\gamma\) bestimmt, welche auf ein projektives Koordinatensystem -- ``\((n+1)\)-eder'' -- bezogen werden. Berücksichtigt man die Gesamtheit der möglichen projektiven Bezugssysteme, so erscheint der Begriff ``Punkt'' zur ``Punktdichte'' verallgemeinert, sofern seine ``\textit{Möbius}-koordinaten'', die baryzentrischen ``Gewichte'', noch mit Potenzen der Transformationsdeterminante multipliziert werden. Für die Übertragung der ``Punktdichte'' gilt der Satz: Jeder bis auf bahntreue Transformationen gegebenen affinen Übertragung in \(X_n\) ist in eineindeutiger Weise eine Übertragung der kontra- bzw. kovarianten Punktdichten vom Gewicht \(\mathfrak n\) bzw. -- \(\mathfrak n\) zugeordnet. Diese ist durch folgende drei invariante Forderungen festgelegt: (1) Übereinstimmung der geodätischen Linien, (2) Symmetrie, (3) Verschwinden der durch einmalige Faltung entstehenden Größe \(P_{lji}^{...k}\). Weiterhin werden Existenz kovarianter Differentiale für Punktdichten und Punktgrößendichten sowie die Bedingungen untersucht, gemäß welcher die Punkt\-dichten\-über\-tragungen, die sich ausschließlich auf benachbarte örtliche \(P_n\) beziehen, eine Übertragung der Punkte benachbarter örtlicher \(E_n\) nach sich ziehen.
0 references