Über eine neue Methode zur Behandlung einer Klasse isoperimetrischer Aufgaben im Großen. (Q2578596)

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scientific article; zbMATH DE number 2501275
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    Über eine neue Methode zur Behandlung einer Klasse isoperimetrischer Aufgaben im Großen.
    scientific article; zbMATH DE number 2501275

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      Über eine neue Methode zur Behandlung einer Klasse isoperimetrischer Aufgaben im Großen. (English)
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      1942
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      In einem Streifen \(\alpha<u<\beta\) der \((u,v)\)-Ebene werde die Maßbestimmung \(ds^2=du^2+g(u)^2\,dv^2\) eingeführt, das Flächenelement ist dann \(df= g(u)\,du\,dv\). Für eine einfach geschlossene Kurve \(C\) werden die Integrale betrachtet \(L=\int\limits_C \sigma(u)\, ds\), \(J=\int\limits_T\tau(u)df\), wobei das erste längs \(C\), das zweite über die von \(C\) umschlossene Fläche \(T\) berechnet wird, \(g(u)\), \(\sigma(u)\), \(\tau(u)\) seien zweimal stetig differenzierbar und positiv. Es soll bei gegebenem \(L\) die Kurve \(C\) so bestimmt werden, daß \(J\) zum Maximum wird, wobei zum Vergleich nur Kurven zugelassen werden, die aus endlich vielen Teilen mit stetiger Tangente bestehen. Die Frage enthält für \(g=\sigma=\tau=1\) die isoperimetrische Aufgabe in der Ebene, für \(\sigma=\tau=1\) auch die entsprechende Aufgabe auf jeder Drehfläche, sie umfaßt aber auch die klassische isoperimetrische Aufgabe für Drehflächen im euklidischen oder nichteuklidischen \(n\)-dimensionalen Raum, wie sie vom Verf. in früheren Arbeiten behandelt wurde (Math. Z. 44 (1939), 689-788; 46 (1940), 204-230, 743-794; F. d. M. 65, 833; 66, 1341, 1342). Verf. vergleicht zunächst nur Kurven, auf denen das Maximum \(b\) und das Minimum \(a\) von \(u\) vorgegeben sind; für diese ist \(L>2\int\limits_a^b \sigma(u)\,du\), und es gilt die fundamentale Ungleichung \(J\leqq qL-2\int\limits_a^b\sqrt{q^2-\psi(u,x)^2}\sigma(u)\,du\). Hier ist \[ \psi(u,x)=\frac{\gamma(u)+x}{\sigma(u)g(u)},\qquad \gamma(u)=\int\tau(u)g(u)\,du, \] das unbestimmte Integral \(\gamma(u)\) wird irgendwie festgelegt, die Integrationskonstante \(x\) dann beliebig gewählt. \(q > \operatornamewithlimits{Max}\limits_{a\leqq u\leqq b}|\psi(u,x)|\) ist eine weitere sonst beliebige Konstante. Der Beweis wird geführt mit Hilfe des vom Verf. in den oben angeführten Arbeiten entwickelten Verfahrens. Unterscheidet man Kurven nicht, die durch Parallelverschieben in der \(v\)-Richtung auseinander hervorgehen, so gibt es zu jedem Wert \(L > \int\limits_a^b\sigma(u)\, du\) genau eine Kurve, für die in der Fundamentalungleichung bei geeigneter Wahl von \(x\) und \(q\) das Gleichheitszeichen steht; für sie wird \(J\) bei vorgegebenen \(a\), \(b\), \(L\) zum Maximum. Solche ``Extremalen'' sind so beschaffen: sie enthalten zwei zu einer Geraden \(v=\text{konst.}\) symmetrische Bogen, die der Differentialgleichung \[ \frac{dv}{du}=\frac{\psi(u,x)}{g(u)\sqrt{q^2-\psi(u,x)^2}} \] genügen (im ebenen Fall sind das Kreise, beim klassischen isoperimetrischen Problem auf der Drehfläche haben sie konstante geodätische Krümmung, wir nennen sie deshalb kurz Kreisbogen), sowie gegebenenfalls einen Bogen \(u=a\), bzw. \(u=b\); diese müssen sich dann aber glatt an die Kreisbogen anschließen. Demnach gibt es vier Typen von Extremalen, die Verf. mit \(A\), \(B 1\), \(B 2\), \(B 3\) bezeichnet. Im Fall \(A\) enthält die Extremale keinen Bogen \(u = a\) oder \(b\), im Fall \(B1\) bzw. \(B 2\) einen Bogen \(u=b\) bzw. \(u=a\), im Fall \(B3\) beide Bogen. Die Grenzfälle, bei denen Kreisbogen glatt aneinanderschließen, werden dem entsprechenden Typus mit vorhandenem Bogen \(u = \text{konst.}\) zugerechnet. Die Kreisbogen aller Extremalen \(B3\) sind kongruent; ist \(v(C)-v(D)>v(A)-v(B)\), so treten auch Extremalen \(B1\) aber keine \(B2\) auf. Auf den Kreisbogen hat \(v\) genau ein Maximum bzw. Minimum (\(\psi(u,x) = 0\)); es können auch Wendepunkte auftreten. Für das Vorkommen der verschiedenen Typen werden Bedingungen angegeben. Läßt man die Beschränkung auf einen festen Streifen fallen, so braucht \(J\) bei offenem Definitionsgebiet kein Maximum zu erreichen; ist das Gebiet abgeschlossen (\(\alpha\leqq u\leqq\beta\)), so ist das Maximum vorhanden, und die zugehörige Extremale hat die Gestalt \(B3\), ein Bogen \(u=a\) kann aber nur für \(a=\alpha\), ein Bogen \(v=b\) nur für \(b=\beta\) vorkommen. -- Weiter wird untersucht, ob unter allen Kurven \(C\), die einen vorgegebenen Punkt \(P\) im Innern oder auf dem Rand enthalten, \(J\) ein Maximum erreicht. Durch Beschränkung der Länge wird hierbei erreicht, daß die Vergleichskurven den Rand des Definitionsbereiches nicht treffen. Die Lösung ist hier vom Typus \(B1\), \(B2\) oder \(B3\), wobei aber kein Bogen \(u = \text{konst.}\) vorkommt; wenn eine Ecke vorhanden ist, so liegt sie in \(P\). Für beide Probleme ist der Fall \(\sigma(u) =\tau(u) =1\) aufschlußreich, also die klassische isoperimetrische Aufgabe auf einer Drehfläche; hier kann die Lösung nur dann eine geschlossene Kurve konstanter geodätischer Krümmung sein (also vom Typus \(B3\) ohne Bogen \(u = \text{konst.}\)), wenn die Gaußsche Krümmung im Innern dieser Extremale ein relatives Maximum hat. Wenn die Gaußsche Krümmung eine monotone Funktion von \(u\) ist, so kann es überhaupt keine geschlossenen Kurven konstanter geodätischer Krümmung geben; nimmt sie monoton zu, so gibt es keine Extremalen \(B2\), nimmt sie monoton ab, so keine \(B 1\). Mit Hinblick auf das isoperimetrische Problem auf einer Drehfläche wird schließlich eine Identifikation der Punkte \((u, v)\) und \((u,v+2\pi)\) vorgenommen. Das Problem wird dann zunächst auf der Überlagerungsfläche behandelt; da für die Extremalen in einem Streifen die Schwankung von \(v\) eine monotone Funktion von \(L\) ist, kann man durch Angabe einer Schranke für \(L\) erreichen, daß eine auf der Drehfläche geschlossene Kurve auch auf der Überlagerungsfläche geschlossen bleibt. Werden auch Kurven betrachtet, die auf der Fläche einfach und geschlossen, auf der Überlagerungsfläche aber nicht mehr geschlossen sind (die also um die Achse herumlaufen), so erhält die fundamentale Ungleichung ein Zusatzglied, das mannigfache Änderungen in der Diskussion hervorruft, auf die in der Arbeit nicht mehr eingegangen wird.
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