Der erste Hauptsatz eines reversibel-adiabatisch bewegten Luftteilchens in ruhender Luft. (Q2579205)

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scientific article; zbMATH DE number 2501756
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    Der erste Hauptsatz eines reversibel-adiabatisch bewegten Luftteilchens in ruhender Luft.
    scientific article; zbMATH DE number 2501756

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      Der erste Hauptsatz eines reversibel-adiabatisch bewegten Luftteilchens in ruhender Luft. (English)
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      1942
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      1. Für ein Luftquantum, dessen Zustandsänderung auf einer Wolkenadiabate verläuft, d. h. ohne daß kondensierender Wasserdampf ausfällt, gilt, daß die Entropie \(\overline{s}\) konstant bleibt, und daraus für die Enthalpie \(\overline{i}\), daß \(T\cdot \overline{ds}=\overline{di}-\overline{v}\cdot dp=0\) ist, mit \(\overline{v} =\) spezifisches Volumen der Wolkenluft, \(p =\) Druck, \(T=\) Temperatur. Für den Druck kann man mit der statischen Grundgleichung \(dp=-\varrho ^{\ast}\cdot d\varPhi ^{\ast}\) einführen, wobei ein Stern bei Dichte und Geopotential auf die Luft der Umgebung der betrachteten Partikel verweist. Wenn man die Labilitätsenergie \(\overline{l}=\int(\varrho ^{\ast}-\overline{\varrho })\,d\varPhi ^{\ast}/\overline{\varrho }\) einführt, kommt man auf \(\overline{i}+\overline{l}+\varPhi ^{\ast}=\text{const}=\overline{i}_N\), d. h. ``bei beliebiger Schichtung der ruhenden Atmosphäre ist die Summe aus Enthalpie, Stabilitäts- (oder Labilitäts-) Energie und potentieller Energie im Schwerefeld während einer reversiblen trocken- oder feuchtadiabatischen Zustandsänderung konstant.'' Man kann noch aufspalten \(\overline{l}=\overline{\varPhi }-\varPhi ^{\ast}\), wobei \(\overline{\varPhi }\) nicht die geodynamische Höhe der vorhandenen Atmosphäre ist, sondern sich auf eine gedachte Atmosphäre bezieht, die aus der Reversiblen Adiabate aufgebaut ist; dann ergibt sich \(\overline{i}+\overline{\varPhi }=\text{const}=\overline{i}_N\). 2. Aus der Aufstellung der Wärmebilanz am idealen Psychrometer findet man, daß die Enthalpie \(i'\) der ungesättigten Luft gleich ist \(\overline{i}_f\) für gesättigte Wolkenluft bei der idealen Feuchttemperatur \(T_{f}\). Die obige Gleichung gilt auch für ungesättigte Luft, so daß entsprechend folgt \(i'+\overline{\varPhi }=\overline{i}_f+\overline{\varPhi }=\text{const}\). Bei einer reversibeladiabatischen Zustandsänderung verläuft die ideale Feuchttemperatur \(T_{f}\) im \(T\), \(\varPhi \)-Diagramm stetig auf der durch den Kondensationspunkt gehenden Wolkenadiabate. 3. Die Aufstellung dieser Sätze läßt die bisherige Bevorzugung der Entropie für die atmosphärische Thermodynamik nicht mehr als unbedingt erforderlich erscheinen. Man kann auch eine ``geopotentielle Äquivalenttemperatur'' definieren als die Äquivalenttemperatur der reversibel-adiabatisch auf die Geopotentialfläche Null herabgeführten Luftpartikel. Mit deren Hilfe gestalten sich Berechnungen ganz analog den thermodynamisch auf Entropieüberlegungen gegründeten Berechnungen. - Für rein praktische Zwecke der Luftmassenerkennung ist die Zugrundelegung von Entropie- oder Enthalpiebetrachtungen gleichgültig, weil die atmosphärischen Vorgänge zweifellos nicht auf der Wolkenadiabate verlaufen, für die allein die durchgeführten Enthalpiebetrachtungen strenge Gültigkeit haben.
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