Über die allgemeinste Adiabatenbeziehung und die daraus abgeleitete potentielle Temperatur. (Q2579206)

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scientific article; zbMATH DE number 2501757
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    Über die allgemeinste Adiabatenbeziehung und die daraus abgeleitete potentielle Temperatur.
    scientific article; zbMATH DE number 2501757

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      Über die allgemeinste Adiabatenbeziehung und die daraus abgeleitete potentielle Temperatur. (English)
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      1942
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      Es werden drei Arten von Feuchtadiabaten für aufsteigende Luftmassen unterschieden: a) die Wolkenadiabate, bei der das Niederschlagsprodukt vollständig in der expandierenden Luftmasse bleibt, b) die spezielle Pseudoadiabate, bei der alles Wasser im Augenblick der Entstehung ausfällt, c) die allgemeine Pseudoadiabate, bei der ein Teil des Niederschlags ausfällt, ein Teil als Wolke zurückbleibt. c) enthält a) und b) als Sonderfälle. -- Die Gesamtentropie \(S\) des Systems wird erhalten als Summe der Teilentropien der trockenen Luft, des Wasserdampfes und des flüssigen Wassers, wobei als Ausgangsniveau der Entropie der Druck \(p_n= 1000\) mb und die Temperatur \(T_0=1^\circ\,\text{K}\) gewählt werden. Die Entropie bleibt während des Aufsteigens nicht konstant, sondern verringert sich, weil das ausfallende Kondensat einen gewissen Entropiebetrag mitnimmt. Es ergibt sich daher die allgemeinste Pseudoadiabatengleichung zu \[ \overline{S}_{ps}=(c_{pl}+\overline{M}_c)\,\ln \frac{T}{T_0}-R_l\,\ln\frac{p_l}{p_n}+M\frac{l_{wd}}{T}=\overline{S}_n+\int\limits_{\overline{M}_n}^{\overline{M}}c\,\ln frac{\tau }{T_0}\,d\mu . \] Dabei sind \(c_{pl}\) und \(c\) die spezifischen Wärmen der trockenen Luft und des flüssigen Wassers, \(R_l\) die Gaskonstante der trockenen Luft, \(M\) das Mischungsverhältnis Wasserdampf zu Luft und \(\overline{M}\) dasjenige von flüssigem \(+\) gasförmigem Wasser zu Luft, \(l_{wd}\) die Verdunstungswärme des Wassers. Der Fall der speziellen Pseudoadiabate folgt daraus sofort mit \(\overline{M}=M\), der der Wolkenadiabate mit \(\overline{M}_n=\overline{M}=\text{const}\) und daraus die Hauptadiabate Dinkelackers, wenn man \(\overline{M}=0\) setzt. Die allgemeine pseudopotentielle Temperatur erhält man durch folgenden Prozeß: Die Luftmasse wird längs der allgemeinen Pseudoadiabate gehoben, bis aller Wasserdampf als Flüssigkeit ausgeschieden ist; das dann im Punkt \(T = 0\), \(p_l = 0\) verbliebene flüssige Wasser wird -- ohne verdampfen zu dürfen -- mit der getrockneten Luft adiabatisch auf den Druck \(p_l=p_n\) gebracht. Die dann von der Luftmasse angenommene Temperatur \(\overline{\varTheta }_{ps}\) ist die allgemeine pseudopotentielle Temperatur. Entsprechend wird die spezielle pseudopotentielle Temperatur \(\varTheta _{ps}\) und aus der Wolkenadiabate die potentiell-äquivalente Temperatur \(\overline{\varTheta }_{\overline{a}}\) mit ihrer Vereinfachung, der potentiellen Haupttemperatur \(\varTheta _h\), hergeleitet. Eine Abschätzung zeigt, daß \(\overline{\varTheta }_{\overline{a}}<\varTheta _h<\varTheta _{ps}\) ist und auch unter extremen mitteleuropäischen Verhältnissen der Unterschied \(\varTheta _{ps}-\overline{\varTheta }_{\overline{a}}=4^\circ\) nicht überschritten wird.
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