Zur babylonischen Planetenrechnung. (Q2579472)
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scientific article; zbMATH DE number 2502005
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Zur babylonischen Planetenrechnung. |
scientific article; zbMATH DE number 2502005 |
Statements
Zur babylonischen Planetenrechnung. (English)
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1941
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Was O. Neugebauer für die Breitenbewegung des Mondes und die Längenbewegung der Sonne vollzogen hatte, wird hier für die Längenbewegung der Planeten durchgeführt. Hier wie dort handelt es sich um die Weiterführung der grundlegenden Arbeit von Kugler, die darauf ausgeht, die ``Modellbewegungen'' zu finden, welche Zahlentafeln der letzten Jahrhunderte vor Christo zugrunde liegen. Hier wie dort die kennzeichnenden Merkmale der babylonischen Theorie: Die Länge wird in wenige Abschnitte zerlegt, und zur Beschreibung der Bewegungen werden nur Konstanten oder ganze lineare Funktionen (arithmetische Folgen erster Ordnung) in der Weise angesetzt, daß die Konstanten beim Übergang in einen neuen Abschnitt auf andere, diesem Abschnitt eigene Werte umspringen. Verf. deutet die hierbei verwandte Zeiteinheit als einen künstlichen ``Mondtag'' \(=\dfrac1{30}\) des mittleren synodischen Monats. Er zeigt, wie die Beobachtungen zur Festlegung der Konstanten der Modellbewegung führen konnten, die sich zum Teil sehr gut dem von der modernen Wissenschaft erkannten Ablauf anschmiegt. -- Aus den Beobachtungstexten und Ephemeriden schließt er darauf, daß der Nullpunkt der Ekliptik im Laufe der Zeit wiederholt ruckweise zurückverlegt wurde. -- ``Die Ephemeriden des 2. und 3. Jahrhunderts der Seleukidenära ... sind, was Jupiter und Saturn anbetrifft, den Rechentafeln... deutlich überlegen.'' Verf. folgert hieraus, daß die Planeten-Rechentafeln nicht dem praktisch-astrologischen Zweck der Anfertigung von Planetenkalendern, sondern dem rein theoretischen Drang nach Erforschung der Gesetze der Planetenbewegung entspringen.
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