Über den Fundamentalbereich der automorphen Funk\-tionen. (Q2582010)

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scientific article; zbMATH DE number 2502779
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    Über den Fundamentalbereich der automorphen Funk\-tionen.
    scientific article; zbMATH DE number 2502779

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      Über den Fundamentalbereich der automorphen Funk\-tionen. (English)
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      1941
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      Im Inneren \(D\) der Kreislinie \(K{:}\,|x|=R\leqq\infty\) sei eine Punktfolge \(\{a_\nu\}\) vorge\-geben, die sich nur gegen \(K\), aber auch gegen alle Punkte von \(K\) häuft. Die universelle regulär verzweigte Überlagerungsfläche der in allen \(a_\nu\) punktierten Scheibe, \(D(a_\nu)\), werde konform in den Einheitskreis \(H{:}\,|z|<1\) abgebildet. Durch geeignete Zer\-schneidung von \(D(a_\nu)\) wird ein Fundamentalbereich \(B\) in \(H\) definiert, in dem die automorphe Umkehrfunktion \(x(z)\) jeden Wert von \(D(a_\nu)\) genau einmal annimmt; \(H\) ist Haupt- und Grenzkreis. Die Ecken von \(B\) zerfallen in \textit{parabolische} (die den logarithmischen Windungspunkten über \(a_\nu\) entsprechen) und \textit{singuläre}, als Häu\-fungen parabolischer Ecken: die Eckenmenge \(E\) zerfällt so in \(P + S\). Das Problem der vorliegenden Arbeit liegt in der Feststellung von Zusammen\-hängen zwischen der Struktur der Folge \(\{a_\nu\}\) und der Struktur der Eckenmenge \(E\), wobei für diese das lineare bzw. harmonische Maß als Mittel der Beschreibung dient; da \(P\) abzählbar ist, sind diese Maße für \(E\) und \(S\) dieselben. Als Zerschneidung von \(D(a_\nu)\) wird eine \textit{radiale} bevorzugt, indem von jedem \(a_\nu\) aus längs des Radius bis \(| x | = R\) aufgeschnitten wird: so entsteht ein \textit{Stern} \(T(a_\nu)\). Durch Verbiegen der Schnitte kann erreicht werden, daß \(B\) von Kreisbogen berandet wird -- die entsprechenden ``normierten'' Zerschneidungen spielen gleich eine Rolle; dieser Fundamentalbereich Bei \(B^0\). Das harmonische Maß wird durch Grenzübergang \(n\to\infty\) eingeführt, indem erst nur die \(a_\nu\) für \(\nu = 1\), 2,\dots, \(n\) und ihre Schnitte, sowie die entsprechenden Rand\-kreisbogen \(b_\nu\) von \(B^0\) beachtet werden (sie schneiden \(B{}_n^0\) aus \(H\) aus): es ist die be\-schränkte harmonische Funktion \(\omega(z, (b)_n, B{}_n^0)\) in \(B{}_n^0\), die auf \(b_\nu\) (\(\nu = 1\),\dots, \(n\)) ver\-schwindet und auf dem übrigen Rand gleich 1 ist. Dann wird \[ \omega (z,b,B^0) ={\lim\limits_{n\to\infty}}\omega(z, (b)_n, B{}_n^0). \] \textit{Wann ist die Eckenmenge \(E\) bzw. \(S\) vom harmonischen Maß 0}? Das ist die Haupt\-aufgabe. (Eine Verbiegung der Schnitte aus radialen zu normierten (s. oben) liefert dafür gleiche Aussagen.) Offenbar tritt das ein, wenn ``wenige'' singuläre Ecken da sind, während das harmonische Maß \textit{positiv} wird, wenn es deren ``viele'' gibt. Es zeigt sich, daß darüber zunächst dadurch entschieden wird, ob die \(|a_\nu|\) mit \(\nu\) lang\-sam oder rasch gegen \(R\) streben: so ist das Maß sicher positiv, wenn \(\sum(1 - | a_\nu |)\) konvergiert; dabei \textit{genügt es}, die \(a_\nu\) mitzunehmen, die Sternecken sind. Im paraboli\-schen Fall \(R =\infty\) ist natürlich \(\omega\equiv0\). Ein Punkt \(c=Re^{i\gamma}\) von \(K\) heiße \textit{Konvergenzpunkt,} wenn \(\sum(1 - |a_\nu|)\) konvergiert, sobald nur über die Sternecken (wie oben) eines genügend schmalen Kreissektors \(|\arg a_\nu-\gamma|<\varepsilon\) summiert wird; sonst \textit{Divergenzpunkt}. Die Existenz \textit{eines} Konvergenzpunktes bewirkt schon positives harmonisches Maß. Zur Umkehrung solcher Aussagen wird eine spezielle Klasse von Punktfolgen \(a_\nu\) gewählt: \[ a_{nk}=\left(1-\dfrac{1}{q_n}\right)e^{\frac{2\pi ik}{p_n}} \text{\;\;mit\;\;} q_n\uparrow\infty,\;\;0\leqq k<p_n. \] Die Eckenmenge zeigt dann positives harmonisches Maß für \(\sum\dfrac{p_n}{q_n}<\infty\) und das harmonische Maß 0 für \(\lim\dfrac{p_n}{q_n}=\infty\) (also wieder bei rascher bzw. langsamer An\-näherung der \(|a_\nu|\) an \(R\)). Im hyperbolischen Fall gibt es Punktmengen \(a_\nu\), die bei \textit{jeder} Zerschneidung das harmonische Maß 0 liefern. Bin Korollar ist von Bedeutung für die allgemeine Funktionentheorie: Die Untersuchungen belegen durch eine Beispielklasse, daß es beschränkte Funktionen gibt, welche ihre Fatouschen Randwerte schon in einer Menge vom linearen Maß 0 annehmen.
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