Die Voraussage von Finsternissen bei den Babyloniern. (Q2585652)

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scientific article; zbMATH DE number 2505326
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    Die Voraussage von Finsternissen bei den Babyloniern.
    scientific article; zbMATH DE number 2505326

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      Die Voraussage von Finsternissen bei den Babyloniern. (English)
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      1940
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      In seinen ``Untersuchungen zur antiken Astronomie III'' (Quell. Stud. Geschichte Math., Astron., Phys. B 4 (1938), 193-346; F.~d.~M. 64\(_{\text{I}}\), 8) sagte \textit{O. Neugebauer}, weder aus griechischen noch aus keilschriftlichen Quellen sei ihm etwas darüber bekannt, daß die Babylonier den sogenannten \textit{Saros} (223 Mondmonate \(=\) 242 Drachenmonate) zu Finsternisvorhersagen benutzten. Sie hätten vielmehr die Tabulierung der Mondbreite nach einer ``linearen Zackenfunktion'' zugrunde gelegt. Verf. macht hiergegen geltend, daß die Bildung des \textit{Exelingmos}, d. i. des in den Tagen ganzzahligen dreifachen Saros, nur \textit{für Vorhersagen} Sinn gehabt habe, und bringt eine Anzahl von Stellen aus den keilschriftlichen Quellen bei, aus denen er auf die Verwendung des Saros oder kürzerer Perioden derselben Art zu Vorhersagen schließt, insbesondere mit Schaumberger des Zyklus von 47 Mondmonaten. Ferner berichtigt er Neugebauer dahin, daß den Zahlen des ``Systems II'' ein genaueres Verhältnis als der Saros zugrunde liegt. Wenn man Neugebauers Auffassung der Wissenschaftlichkeit des Vorgehens der Babylonier folgt, so betrachtet Ref. als entscheidenden Punkt die Frage, aus welchen Beobachtungen sie das für die Periodenlänge der Zackenfunktion benötigte Verhältnis \(d:m\) der Dauer des Drachenmonats zu der des Mondmonats gewannen. Neugebauer sagt (S. 245), daß man ``etwa'' von einer maximalen Breite bei Vollmond bis zu einer Wiederkehr dieser Koinzidenz die Mond- und die Drachenmonate ausgezählt habe. Er müßte aber nachweisen, daß die mit Mondparallaxe behaftete und wegen der langsamen Änderung der Breite in der Nähe ihres Maximums unscharfe Erfassung einer derartigen Himmelserscheinung das gesuchte Verhältnis in einem annehmbaren Zeitraum ebenso genau liefert wie \textit{Finsternisse}, insbesondere Mondfinsternisse. Wird ein solcher Nachweis nicht geführt, und werden ferner keine Anzeichen dafür aufgewiesen, daß derartige Wiederkehren der Breite frühzeitig und hinreichend genau beobachtet und aufgezeichnet wurden, so sieht Ref. für Neugebauer nur die Annahme übrig, daß die Babylonier zur Bestimmung von \(d:m\) wie Ptolemäus die Mond- und Drachenmonate zwischen \textit{Finsternissen} auszählten. So hätten Vorläufer des Saros entdeckt und zu (nicht immer eintreffenden) Voraussagen benutzt werden können, auch schon bevor man die Breite als lineare Zackenfunktion tabulierte. Zur Entdeckung des Saros selbst, \(d:m=223:242\), gehörte schon längere Beobachtung gleichartiger Folgen gleichartig verlaufender Mondfinsternisse bei Verständnis für mögliche örtliche Unsichtbarkeit. -- Natürlicher als Neugebauers grundsätzliche Einstellung erscheint dem Ref. diejenige von \textit{A. Pannekoek} in der Arbeit: ``Some remarks on the moon's diameter and the eclipse tables in Babylonian astronomy'' (Eudemus 1 (1941), 9-22; F.~d.~M. 67).
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