Die gemeinsame Koppelung dreier Luftaufnahmen desselben Geländes. (Q2588494)
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scientific article
Language | Label | Description | Also known as |
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English | Die gemeinsame Koppelung dreier Luftaufnahmen desselben Geländes. |
scientific article |
Statements
Die gemeinsame Koppelung dreier Luftaufnahmen desselben Geländes. (English)
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1940
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Geometrisch handelt es sich um die Aufgabe, die drei Zielstrahlenbündel, die den mit innerer Ortung versehenen Aufnahmen eines Geländes entnommen und dadurch Strahl für Strahl einander zugeordnet sind, so zueinander zu legen, daß je drei entsprechende Zielstrahlen sich in einem Zielpunkte schneiden. In dieser Lage bilden die Schnittpunkte ein ähnliches Modell des aufgenommenen Objekts in unbestimmtem Maßstabe, wobei die Aufnahmestandpunkte durch die Bündelmittelpunkte dargestellt werden. Mittels des Begriffs der Stellortung können die hierzu notwendigen elf Bestimmungsstücke auf sechs reduziert werden. Man denkt sich hierbei das Geländemodell unter Beibehaltung seiner Stellung im Raum auf den Maßstab Null gebracht, wobei alle Ziel- und Standpunkte in einen einzigen Punkt zusammenschrumpfen, während alle Ziel- und sonstigen Richtungen parallel bleiben. Eine Einheitskugel, um den gemeinsamen Schrumpfungspunkt als Mittelpunkt gelegt, wird durch den Schnitt mit den Richtungsstrahlen zur Bildkugel der Bündel, die man auch entsprechend den drei Zielstrahlenbündeln als drei ineinander verschiebbare Bildkugeln auffassen kann, die durch gegenseitige Drehung in die geortete Lage gebracht werden müssen, wozu sechs Bestimmungsstücke erforderlich sind. Ein Kunstgriff erleichtert die Übersicht des Zusammenhangs, indem man an Stelle der Zielgeraden Zielgeradenpaare nach den beiden Endpunkten von Geländestrecken benutzt, denen dann Zielebenen durch die Bündelmittelpunkte entsprechen, die sich als Großkreise auf der Bildkugel abbilden. Demgemäß ist das Abbild jeder den drei Zielebenen der drei Bündel gemeinsamen Geländestrecke durch je zwei gegenüberliegende Kugelpunkte bestimmt, in denen sich die zugehörigen drei Großkreise schneiden. Um die Aufstellung der hieraus abzuleitenden Bedingungsgleichung zu vereinfachen setzt man eine Näherungslösung der Aufgabe voraus, die man sich auf mechanischem Wege verschaffen und der man als Ausgangswerte die Richtungskosinus der Zielstrahlen in bezug auf ein gemeinsames Koordinatensystem entnehmen kann. Man braucht dann nur noch bei Festhaltung des einen der drei Zielstrahlerbündel die beiden anderen um kleine Beträge zu drehen, was durch Drehpfeile \(d\mathfrak u\) und \(d\mathfrak v\) bezeichnet wird. Bezeichnet man die von den drei Standpunkten \(O'\), \(O\), \(O''\) nach den Geländepunkten \(a, b\) ausgehenden Einheitszielpfeile mit \(\mathfrak a'\), \(\mathfrak a\), \(\mathfrak a''\) bzw. \(\mathfrak b'\), \(\mathfrak b\), \(\mathfrak b''\) und die Zielebenen durch die Pfeilprodukte \(\mathfrak E'=\mathfrak a'\times\mathfrak b'\), \(\mathfrak E=\mathfrak a\times\mathfrak b\), \(\mathfrak E''=\mathfrak a''\times\mathfrak b''\), so ergibt sich die Bedingungsgleichung \[ (\mathfrak E'\mathfrak E\mathfrak E'')+d\mathfrak u\cdot (\mathfrak E'\times(\mathfrak E\times\mathfrak E''))+d\mathfrak v\cdot (\mathfrak E''\times(\mathfrak E'\times\mathfrak E))=0 \] mit den sechs Anteilen \(du_1\), \(du_2\), \(du_3\), \(dv_1\), \(dv_2\), \(dv_3\) der beiden Drehungen. Da die sechs notwendigen Geländestrecken durch die sechs Kanten eines Vierflachs, also bereits durch vier Geländepunkte gegeben sind, so ergibt sich der bemerkenswerte Satz: Aus drei Bildern mit innerer Ortung eines räumlichen Vierflachs ist die Gestalt dieses Vierflachs sowie die Lage der drei Aufnahmestandpunkte ihm gegenüber bestimmt. Gewisse Ausnahmebedingungen sind zu beachten. Auch die rechnerische Anwendung führt zu gewissen Schwierigkeiten. -- Eine einigermaßen sichere Ortung verlangt die Anknüpfung der Luftaufnahmen an festliegende Richtungen oder Punkte durch Sonnenortung oder nach der Lotrichtung mittels Horizontabbildung. Für die Koppelung mit Sonnenortung erweitern sich die Zielstrahlenbündel durch die ``geodätischen'' Sonnenrichtungen \(S_{g'}\), \(S_{g}\), \(S_{g}''\), wie sie sich aus der Näherungslösung ergeben. Auf das gemeinsame Koordinatensystem seien auch die für die Aufnahmezeiten geltenden ``astronomischen'' Sonnenrichtungen \(S_{a}'\), \(S_{a}\), \(S_a''\) bezogen. Die endgültige Ortung der Zielstrahlenbündel erfolgt nun in zwei Schritten. Zuerst wird jedes Bündel so verändert, daß die mit ihm verbundene geodätische Sonnenrichtung mit der astronomischen zusammenfällt. Dann werden die drei Bündel um ihre Sonnenrichtung so gedreht, daß die Koppelungsbedingung erfüllt ist. Der erste Schritt führt \(\mathfrak E'\) in \(\mathfrak E'+(\varDelta S'\times S_a')\times\mathfrak E'=\mathfrak F'\), wo \(\varDelta S'=S_g'-S_a'\), der zweite Schritt mit der Drehung \(du'S_a'\) führt \(\mathfrak F'\) in \(\mathfrak F'+du'S_a'\times\mathfrak F'\) über mit entsprechenden Folgerungen für \(\mathfrak E\) und \(\mathfrak E''\). Dadurch ergibt sich die Bedingungsgleichung \((\mathfrak F'\mathfrak F\mathfrak F'')+du'(S_a'\times\mathfrak F', \mathfrak F, \mathfrak F'')+du(\mathfrak F', S_a\times\mathfrak F, \mathfrak F'')+du''(\mathfrak F', \mathfrak F, S_a''\times\mathfrak F'')=0\). Zur Berechnung der Drehwinkel genügen drei solcher Gleichungen, also drei Geländepunkte. Mithin ersetzen die Sonnenrichtungen einen Zielpunkt. -- Nach der Stellortung ist noch der Übergang zur Standortung und die Berechnung der Koordinaten der Punkte des Geländes und der Flugstandpunkte zu leisten. -- Ein Rechenbeispiel erläutert die gemeinsame Sonnenortung von drei Weitwinkelaufnahmen, von denen die erste und dritte bei nahe gleichem Sonnenstand am Vormittag, die mittlere bei davon verschiedenem Sonnenstand am Nachmittag aufgenommen wurde.
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