Weltharmonik. Übersetzt und eingeleitet von M. Caspar. (Q2590193)
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scientific article; zbMATH DE number 2509616
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Weltharmonik. Übersetzt und eingeleitet von M. Caspar. |
scientific article; zbMATH DE number 2509616 |
Statements
Weltharmonik. Übersetzt und eingeleitet von M. Caspar. (English)
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1939
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Das erste Gefühl, mit dem man diesen Band zur Hand nimmt, ist das einer inneren Beglückung und des tiefen Dankes. Dank den Verlag R. Oldenbourg, der nach dem Weltgeheimnis und der Neuen Astronomie nun auch das letzte der drei Hauptwerke Keplers, seine Weltharmonik, dem deutschen Leser zugänglich macht. Dank den Liquidatoren des Deutschen Philologenverbandes, die durch eine Spende zu den Druckkosten beigetragen haben. Dank aber vor allem dem Übersetzer und Herausgeber Max Caspar, der uns den Weg zu Kepler bahnt und uns die Feinheiten des großen Werkes erst erschließt. In einer umfangreichen Einleitung führt Caspar den Leser in Leben und Schaffen Keplers ein bis zu dem Höhepunkt, der durch das Erscheinen der Weltharmonik gekennzeichnet wird. Diese monumentale Schrift ist viel verkannt worden, auch von großen Geistern, vor allem von Romanen. Das mag daran liegen, daß Keplers Auslassungen niemals Wissenschaft an sich sind, wie sie -wenigstens in der Idee -- allen Völkern und Rassen gleich zugänglich ist. Kepler läßt uns vielmehr stets, und insbesondere in seinen Hauptwerken, ahnen, was ihn im Tiefsten bewegt, sein geheimstes Wesen, wurzelnd in \textit{deutscher} Art, bricht immer wieder durch. So kann nur ein deutscher Gelehrter, Max Caspar, der sich ehrfürchtig seinem großen Volksgenossen naht, ihn aus innerster Verwandtschaft heraus verstehen und seine lateinisch geschriebenen Werke kongenial in die deutsche Sprache übertragen. Noch einer weiteren Leistung Caspars muß gedacht werden, seiner Anmerkungen. Sie enthalten zunächst genaue Literaturhinweise für die von Kepler gebrachten Zitate. Dabei kann oft die spezielle Ausgabe eines Schriftstellers namhaft gemacht werden, die Kepler in Händen gehabt hat. Es finden sich weiter knappe, aber gut unterrichtende Bemerkungen über die Pythagoräer, über Platon und die Neuplatoniker, vor allem über Proklus, den Kepler viel zitiert. Hier und da sind Betrachtungen des großen Astronomen in die moderne mathematische Formelsprache übertragen worden, um die Bedeutung des Textes (der stets wortgetreu ist!) klarer hervortreten zu lassen. Auch mathematische Sonderfragen werden behandelt, die weit über die Zeit Keplers hinausreichen, so die Geschichte der Sternpolyeder. Der Leser erhält also über alles Auskunft, was ihn interessieren kann, ohne daß er bei der ersten Lektüre je unterbrochen wird. Denn die Anmerkungen sind am Schluß des Bandes zusammengestellt worden, im Text weisen nur unaufdringliche Kreuze auf ihr Vorhandensein hin.
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