Neue Darstellung der Verzerrungsleistung eines Wechselstroms mit Hilfe des Funktionenraums. (Q2595249)
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scientific article; zbMATH DE number 2514411
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Neue Darstellung der Verzerrungsleistung eines Wechselstroms mit Hilfe des Funktionenraums. |
scientific article; zbMATH DE number 2514411 |
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Neue Darstellung der Verzerrungsleistung eines Wechselstroms mit Hilfe des Funktionenraums. (English)
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1939
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Für periodische Ströme beliebiger Kurvenform hat \textit{G. Budeanu} den Begriff der Verzerrungsleistung eingeführt, wobei er sich der Darstellung von Spannung und Strom durch ihre Fourierschen Reihen bediente (Veröffentl. Nr. 2 und Nr. 4 des Inst. nat. Roumaine pour l'étude de l'aménagement et de l'utilisation des sources d'énergie, 1927). Verzerrungsleistung und andere Leistungen ergeben sich dabei in Gestalt unendlicher Reihen. Es wird gezeigt, daß bei Einführung der konjugierten Spannung und Benutzung des Hilbertschen Funktionenraums sowie einer geeigneten Abbildung desselben auf den euklidischen Raum eine finite Darstellung aller Leistungen möglich ist. Entsteht unter der Einwirkung einer periodischen Spannung \(u(t)\) mit der Periode \(T\) in einem Stromkreis ein periodischer Strom \(i(t)\) mit der gleichen Periode, und bildet man die drei Integrale \[ U^2 = \frac 1T \int\limits_0^T u^2\,dt, \quad I^2 = \frac 1T \int\limits_0^T i^2\,dt, \quad N_u = \frac 1T \int\limits_0^T ui\,dt, \] so stellen die beiden ersten die Quadrate der Effektivwerte \(U\) und \(I\) von Spannung und Strom dar, während das dritte die Wirkleistung \(N_u\) liefert. Nach der Schwarzschen Ungleichung ist \(N_u^3 \leqq N_s^2\), wobei die Scheinleistung durch \(N_s = U I\) definiert ist. Als Blindleistung erklärt man \(N_b = \sqrt{N_s^2 - N_u^2}\). Durch Abbildung des durch \(u\) und \(i\) gegebenen Hilbertschen Funktionenraums auf den euklidischen Raum, welche durch die Zuordnung der entsprechenden Elemente der beiden Gramschen Matrizen \[ \left\{\begin{matrix} \strut \dfrac 1T \int\limits_0^T u^2\,dt, & \dfrac 1T \int\limits_0^T ui\,dt \\ \strut \dfrac 1T \int\limits_0^T iu\,dt, & \dfrac 1T \int\limits_0^T i^2\,dt \end{matrix}\right\} \to \left\{\begin{matrix} \strut \vphantom{\int\limits_0^T u^2 \, dt} \mathfrak U^2, & \mathfrak U \mathfrak J \\ \strut \vphantom{\int\limits_0^Tiu\, dt} \mathfrak J \mathfrak U, & \mathfrak J^2 \end{matrix} \right\} \] geschieht, werden ein Spannungsvektor \(\mathfrak U\) und ein Stromvektor \(\mathfrak J\) bestimmt, durch welche sich die Leistungen wie folgt ausdrücken: \[ N_u = \mathfrak U \mathfrak J, \quad N_b = |\mathfrak U \times \mathfrak J|, \quad N_s = |\mathfrak U| \cdot |\mathfrak J|. \] Ist \(v(t)\) die zu \(u(t)\) konjugierte Spannung, welche durch Summieren der zur Fourierschen Reihe von \(u(t)\) gehörigen konjugierten Reihe \[ v(t) = \frac 1T \int\limits_0^{T/_2} [u(t + \tau) - u(t - \tau)] \text{ ctg } \frac 12 \,\omega \tau \, d\tau \] entsteht, und sind \(\mathfrak U\), \(\mathfrak V\), \(\mathfrak J\) die \(u\), \(v\), \(i\) zugeordneten Vektoren, so besitzen \(\mathfrak U\) und \(\mathfrak V\) gleiche Länge und sind orthogonal. Mit \(\mathfrak W = (\mathfrak U \times \mathfrak V)/U\) erhält man ein orthogonales gleichschenkliges Dreibein. Die Produkte \[ N_u = \mathfrak U\mathfrak J, \quad N_v = \mathfrak V \mathfrak J, \quad N_w = \mathfrak W \mathfrak J \] stellen dann die Wirk-, Verschiebungsblind- und Verzerrungsleistung des betreffenden Stromkreises dar. Diese Darstellung wird auf beliebige Netze verallgemeinert. An ihr kann man unmittelbar die Eigenschaften der verschiedenen Leistungen studieren. Es zeigt sich, daß bei verzweigten Stromkreisen die resultierende Wirk- ebenso wie die Verschiebungsblindleistung durch algebraische Addition der Leistungsanteile der einzelnen Leiter zu bilden sind, während Blind-, Verzerrungs- und Scheinleistungen als komplexe Größen geometrisch zu addieren sind. Da die konjugierte Spannung in den Sprungstellen von \(u(t)\) logarithmische Singularitäten besitzt, bereitet ihre Realisierung Schwierigkeiten. Das gab Veranlassung, eine neue Definition der Verzerrungsleistung vorzuschlagen, bei welcher der Begriff der konjugierten Spannung vermieden wird und nur die Begriffe der Spannung und des Stromes sowie die der Grundwellen von Spannung und Strom benutzt werden.
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