Über nicht beweisbare und doch entbehrliche Axiome. (Q2597250)

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scientific article; zbMATH DE number 2516397
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    Über nicht beweisbare und doch entbehrliche Axiome.
    scientific article; zbMATH DE number 2516397

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      Über nicht beweisbare und doch entbehrliche Axiome. (English)
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      1938
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      Während \textit{Hilbert} drei unterschiedene Dinge von Grundelementen der räumlichen Geometrie, nämlich Punkte, Geraden, Ebenen annimmt und zwischen ihnen die Axiome der Verknüpfung postuliert, ehe er überhaupt von Anordnung spricht, kann man auch so vorgehen, daß man die Anordnungsaxiome an die Spitze stellt, wobei man dann nur eine Art von Dingen, die Punkte, als Grundelemente benötigt, während man Geraden und Ebenen als Punktgesamtheiten definiert auf Grund des Zwischenbegriffs und seiner Eigenschaften. Der zweite Weg ist der ältere; er geht auf \textit{Peano} zurück und findet sich z. B. ausführlich dargestellt bei \textit{F. Schur}, Grundlagen der Geometrie (Leipzig und Berlin 1909; F. d. M. 40, 517 (JFM 40.0517.*)), \S~1 (dort sind die Eigenschaften des Zwischenbegriffs als Eigenschaften der Strecken ausgesprochen) und neuerdings bei \textit{R. Baldus}, Zur Axiomatik der Geometrie. V: Vereinfachung des Hilbertschen Axiomensystems der Euklidischen Geometrie, S.-B. math.-nat. Abt. Bayer. Akad. Wiss., München, 1937, 189-228 (F. d. M. \(63_{\text{II}}\)). Da bei dem zweiten Verfahren Geraden und Ebenen als Punktgesamtheiten eingeführt werden, ergibt sich ein Teil der Hilbertschen Axiome der Verknüpfung als Folgerungen und braucht nicht postuliert zu werden, ist also \textit{entbehrlich}, während diese Verknüpfungsaxiome ja im Hilbertschen Axiomensystem von den übrigen Postulaten unabhängig, also dort \textit{unbeweisbar} sind (abgesehen von jenen Einsparungen, die an der ursprünglichen Hilbertschen Fassung noch möglich waren und inzwischen vorgenommen worden sind). Dieses verschiedene Verhalten der beiden genannten Axiomensysteme der Geometrie wird in der vorliegenden Abhandlung erörtert, und seine Ursachen werden an einem Beispiele erläutert. -- Es mag in diesem Zusammenhange noch die Erinnerung von Interesse sein, daß die Beweisbarkeit jener Verknüpfungsaxiome, wie sie sich auf dem zweiten, von \textit{Peano, F. Schur} u. a. beschrittenen Wege einstellt, seiner Zeit \textit{F. Schur} zu dem Ausspruche verleitet hat, daß das Hilbertsche Axiomensystem nicht unabhängig sei (Math. Ann. 55 (1901), 265-292 (F. d. M. 32, 531 (JFM 32.0531.*)), insbesondere S. 266), was kurz darauf von \textit{E. H. Moore} (Trans. Amer. math. Soc. 3 (1902), 142-158 (F. d. M. 33, 487 (JFM 33.0487.*)), insbesondere S. 144f.) richtiggestellt wurde.
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