Axiomatische Theorie der Rauminhalte. (Q2599643)
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scientific article; zbMATH DE number 2518828
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Axiomatische Theorie der Rauminhalte. |
scientific article; zbMATH DE number 2518828 |
Statements
Axiomatische Theorie der Rauminhalte. (English)
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1938
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Es wird eine axiomatische Begründung des Rauminhaltes der Polyeder gegeben, die der von \textit{v. d. Waerden} (Chr. Huygens, Groningen, 15 (1937), 153-172 und Euklidische Meetkunde, Groningen 1937, S. 80; JFM 63.1153.*, 1154) angegebenen Begründung des Flächeninhaltes entspricht und sich ebenso wie diese an Euklid anschließt. Es werden alle Axiome des Hilbertschen Axiomensystems der euklidischen Geometrie mit Ausnahme des Vollständigkeitsaxioms vorausgesetzt; auf Grund dieser Axiome sei die Addition zweier Polyeder erklärt. Es werden nun axiomatisch die beiden Relationen \(P = Q\) (\(P\) ist inhaltsgleich \(Q\)) und \(P > Q\) (\(P\) hat größeren Inhalt als \(Q\)) eingeführt, für die die folgenden Axiome gelten sollen: \ 1) Kongruente Polyeder sind inhaltsgleich. \ 2) Aus \(P = R\) und \(Q = R\) folgt \(P = Q\); aus \(P>Q\) und \(Q >R\) folgt \(P > R\). 3) Für je zwei Polyeder \(P\), \(Q\) gilt eine und nur eine von den Beziehungen \(P> Q\), \(P = Q\), \(Q> P\). \ 4) Kürzungsregeln: aus \(P + Q = P' + Q'\) und \(Q = Q'\) folgt \(P = P'\); aus \(P + Q> P' + Q'\) und \(Q = Q'\) folgt \(P> P'\). \ 5) \(P + Q > P\), bzw. aus \(R = P + Q\) folgt \(R > P\). \ 6) Wenn \(P > Q\) ist, so gibt es ein Polyeder \(R\), so daß \(P > Q + R\) ist. Es werden die bekannten Tatsachen über die Inhaltsvergleichung von Parallel\-epipeden, Prismen und Tetraedern bewiesen; beim Beweis des Satzes, daß zwei Tetraeder gleicher Grundfläche und Höhe inhaltsgleich sind, wird die Gültigkeit des archimedischen Axioms für Polyeder benutzt, die aus dem vorausgesetzten archimedischen Axiom für Strecken bewiesen wird. Es ergibt sich ferner der Satz: Wenn \(P > Q\) ist, so gibt es eine vierseitige Pyramide \(R\) derart, daß \(P = Q + R\) ist. Nimmt man ihn in das Axiomensystem auf, so werden die zweiten Teile der Axiome 2 und 4 und das Axiom 6 entbehrlich. Die Polyeder bilden ein archimedisches Größensystem, und daher kann für sie mit Hilfe der bekannten Euklidischen Definition der Verhältnisgleichheit die Proportionenlehre entwickelt werden. Es ergeben sich die Sätze, daß Parallelepipede, Prismen, Tetraeder gleicher Höhe sich wie ihre Grundflächen verhalten, usw. Die Euklidische Definition der Verhältnisgleichheit gestattet auch, nach Wahl eines Einheitselementes jedem Polyeder eine reelle Zahl als Maßzahl zuzuordnen. Es gilt dann, daß der Inhalt eines Parallelepipeds gleich Grundfläche mal Höhe ist, und es gelten die entsprechenden Sätze für Prisma und Tetraeder; ferner daß \(P\) und \(Q\) dann und nur dann gleiche Maßzahl haben, wenn \(P = Q\) ist. Zum Schluß wird die Übereinstimmung des so definierten Inhaltsmaßes mit dem Riemannschen bewiesen.
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