Theorie des résaux quasi-réguliers. (Q2608331)

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scientific article; zbMATH DE number 2530000
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    Theorie des résaux quasi-réguliers.
    scientific article; zbMATH DE number 2530000

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      Theorie des résaux quasi-réguliers. (English)
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      1936
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      Die Arbeit behandelt eine sehr allgemeine, rein topologisch gekennzeichnete Art von ``Netzen'' in der Ebene, die sogenannten \textit{quasiregulären} Netze. Beispiele solcher Netze, nämlich sogenannte \textit{bilaterale}, werden geliefert durch die Systeme der Lösungen einer gewöhnlichen Differentialgleichung \(Y (x, y) dx - X(x, y) dy = 0\) bei stetigen \(X, Y\), zusammen mit ihren orthogonalen Trajektorien (wobei bezüglich der Eindeutigkeit der Lösungen nichts vorausgesetzt wird). Das Studium der singulären Punkte bilateraler Netze liefert insbesondere notwendige und zugleich hinreichende Bedingungen für die Existenz bestimmter Typen solcher singulärer Punkte; und daraus lassen sich dann sehr allgemeine Sätze über die singulären Punkte obiger Differentialgleichungen gewinnen. Allgemein werden durch die Untersuchung eine große Anzahl von Überlegungen bzw. Ergebnissen in der Theorie der Differentialgleichungen als rein topologisch herausgeschält. Im vorliegenden ersten Teile der Arbeit werden zunächst nur die quasiregulären Netze näher betrachtet und eine kurze Theorie des Index gegeben; wir können aus der umfangreichen, sehr sorgfältig geschriebenen Arbeit hier nur das Wichtigste anführen. Unter einem \textit{quasiregulären} Netz \(N\) wird verstanden eine Menge von einfachen Bogen \(B\) in der Ebene, die folgendermaßen beschaffen ist: (I) Mit einem Bogen \(B\) gehört immer auch jeder Teilbogen von \(B\) zu \(N\); (II) Zu jedem Punkt \(M\) der Ebene, welcher nicht ``singulär'' ist (d. h. nicht einer gewissen, nicht alle Punkte der Ebene enthaltenden Menge \(\mathfrak S\) angehört), existiert eine \textit{reguläre Umgebung} \(U(M)\), d. h. eine Umgebung von \(M\) derart, daß sich die, abgesehen höchstens von ihren Endpunkten, in \(U (M)\) gelegenen Netzbogen in zwei Klassen \((A)\) und \((B)\) einteilen lassen von folgender Art: (II, 1) Durch jeden Punkt \(P\) von \(U (M)\) geht (mindestens) ein zu \((A)\) und ein zu \((B)\) gehöriger Netzbogen, dessen Endpunkte auf der Begrenzung von \(U (M)\) liegen; jeder durch \(P\) gehende Bogen von \((A)\) \textit{schneidet} jeden durch \(P\) gehenden Bogen von \((B)\) in \(P\), und beide Bogen haben außer \(P\) keinen Punkt gemeinsam; (II, 2) Es seien \(C_1\) und \(C_2\) zwei Bogen der gleichen Klasse, welche den Punkt \(Q\) als gemeinsamen Endpunkt besitzen; ferner gehe durch \(Q\) auch ein Bogen der anderen Klasse, welcher \(C_1\) und \(C_2\) voneinander trennt. Dann soll \(C_1 + C_2\) zur gleichen Klasse gehören wie \(C_1\) und \(C_2\) selbst; (II, 3) In jeder Folge von zur gleichen Klasse gehörigen Bogen ist eine Teilfolge von Bogen enthalten, welche entweder gegen einen Punkt oder gegen einen solchen Bogen konvergiert, von welchem jeder in \(U (M)\) enthaltene Teilbogen wieder zur gleichen Klasse gehört. -- Bei gegebenem quasiregulärem Netz ist innerhalb einer regulären \(U (M)\) die Klasseneinteilung der Netzbogen gemäß (II) \textit{eindeutig} bestimmt. -- Als \textit{normales Netzpolygon} \(\varPi\) wird bezeichnet jedes topologische Kreisbild, welches als Summe endlich vieler Netzbogen \(B_\nu\) \( (\nu = 1,\dots, n)\) darstellbar ist derart, daß die \(B_\nu\) höchstens Endpunkte gemeinsam haben, ferner daß zu \(B_\nu\) und \(B_{\nu+1}\) eine reguläre \(U_\nu =U(M)\) existiert, in welcher \(B_\nu + B_{\nu+1}\) enthalten ist und bezüglich welcher \(B_\nu, B_{\nu +1}\) zu verschiedenen Klassen (vgl. (II)) gehören (\(\nu = 1,\dots, n\); \(B_{n+1} = B_1\)). Verlängert man \(B_\nu\) und \(B_{\nu+1}\) über ihren gemeinsamen Endpunkt \(E_\nu\) hinaus derart, daß die verlängerten Bogen ebenfalls Netzbogen sind, so liegen in einer Umgebung von \(E_\nu\) die Verlängerungsbogen entweder beide im Äußern oder beide im Innern von \(\varPi\). Je nach dem möge \(E_\nu\) als \(+\)- oder als \(-\)-Ecke bezeichnet werden; der \textit{Index} von \(\varPi\) ist dann \(J = 1 + \frac 14 (s - r)\), wo \(r\) bzw. \(s\) die Anzahl der \(+\)- bzw. \(-\)-Ecken von \(\varPi\) bedeutet. Ein quasireguläres Netz heißt \textit{monodrom}, wenn die \textit{Gesamtheit der Netzbogen}, welche keine singulären Punkte enthalten, sich so in zwei Klassen \(\mathfrak A, \mathfrak B\) einteilen läßt, daß die durch \(\mathfrak A\) und \(\mathfrak B\) in jeder regulären \(U (M)\) induzierte Klasseneinteilung den Bedingungen (II) genügt, also die zugehörige Einteilung \((A), (B)\) ist. Notwendig und hinreichend für Monodromie ist, daß das Doppelte des Index eines jeden normalen Netzpolygons eine ganze Zahl ist. Ein monodromes Netz heißt \textit{bilateral}, wenn die Indices aller normalen Netzpolygone ganzzahlig sind. (Man könnte statt bilateral auch ``orientierbar'' sagen). -- Es sei noch folgendes erwähnt: Als \textit{Diagonale} eines quasiregulären Netzes in einer regulären \(U (M)\) wird jeder, bis auf höchstens seine Endpunkte, ganz in \(U (M)\) enthaltene einfache Bogen bezeichnet, welcher mit jedem in \(U (M)\) saturierten Netzbogen höchstens einen Punkt gemeinsam hat. (Ein Bogen \(R\) heißt \textit{saturiert} in einer offenen Menge \(\mathfrak M\), wenn die Endpunkte von \(R\) zur Begrenzung von \(\mathfrak M\) und die sämtlichen übrigen Punkte von \(R\) zu \(\mathfrak M\) gehören.) Eine Menge \(\mathfrak Q\) von in \(U (M)\) saturierten, einfachen Bogen heißt \textit{reguläres Diagonalsystem} in \(U (M)\) für das betrachtete Netz, wenn jeder Bogen von \(\mathfrak Q\) Netzdiagonale ist in \(U (M)\) und wenn durch jeden Punkt von \(U (M)\) \textit{genau} ein Bogen von \(\mathfrak Q\) geht. Es wird u. a. die Existenz regulärer Diagonalsysteme unter gewissen Voraussetzungen bewiesen. Neben anderen vorbereitenden Sätzen bildet vor allem die Theorie der Diagonalen sowie die des Index den wesentlichen Inhalt der Arbeit. \ \ (IV 10, V 6 A.)
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