Abelsche Gruppen mit hyperkomplexem Operatorenring. (Q2616751)

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scientific article; zbMATH DE number 2537306
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    Abelsche Gruppen mit hyperkomplexem Operatorenring.
    scientific article; zbMATH DE number 2537306

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      Abelsche Gruppen mit hyperkomplexem Operatorenring. (English)
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      1934
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      Zu der Frage der Struktur unendlicher avelsche Gruppen mit Operatorenbereich gibt Verf. einen Beitrag, der sich mit einem speziellen Typus von Operatorenbereichen befaßt und hierfür vollständige Resultate bringt. Ist der zugrunde gelegte Operatorenbereich ein nichtkommutativer Ring \(\mathfrak o\), der den Doppelkettensatz für Linksideale erfüllt, eine Haupteinheit, aber kein Radikal besitzt, so kann die Strukturfrage vollständig beantwortet werden, wie das schon \textit{W. Krull} getan hat (Zur Theorie der allgemeinen Zahlringe, Math. Ann. 99 (1928), 51-70; F. d. M. 54, 157 (JFM 54.0157.*)). Verf. läßt daher die Bedingung, daß\ \(\mathfrak o\) kein Radikal besitze, fallen und fordert nur, daß\ \(\mathfrak o\) direkte Summe von zweiseitigen Idealen \(\mathfrak a _{\varkappa }\) ist, die selbst primäre Ringe sind: \(\mathfrak o = \mathfrak a _1 + \mathfrak a _2 +\cdots + \mathfrak a _n\). Primär heißt ein Ring, falls jedes zweiseitigeUnterideal des Ringes nilpotent ist. Ein Ring \(\mathfrak o\) mit diesen Eigenschaften heißt nun einreihig, wenn jedes primitive Idempotent \(e\) ein Rechts- und ein Linksideal \(e\mathfrak o\) bzw. \(\mathfrak o e\) erzeugt, die nur eine einzige Kompositionsreihe besitzen. Eine Gruppe \(\mathfrak G\) mit einem solchen einreihigen Operatorenbereich \(\mathfrak o\) läßt sich dann als direkte Summe \(\mathfrak G = \mathfrak G _1 + \mathfrak G _2 +\cdots + \mathfrak G _n\) der Gruppen \(\mathfrak G _{\varkappa } = \mathfrak a _{\varkappa }\mathfrak G\) darstellen; diese Zerlegung ist eindeutig, d. h. es gibt keine zu ihr isomorphe, aber von ihr verschiedene Zerlegung. Daher kann für die weitere Untersuchung der Operatorenring als primärer einreihiger Ring vorausgesetzt werden. Der allgemeine Zerlegungssatz lautet dann folgendermaßen: Jede Gruppe \(\mathfrak G\) mit einreihigem Operatorenring \(\mathfrak o\) ist direkte Summe von zyklischen direkt unzerlegbaren Gruppen, die einer der Gruppen \(\mathfrak l _{\varkappa }/\mathfrak s ^{\lambda }_{\varkappa }\) isomorph sind, wobei \(\mathfrak l _{\varkappa }\) ein von einem primitiven Idempotent erzeugtes Linksideal aus \(\mathfrak a _{\varkappa }, \mathfrak s _{\varkappa }\) ist. Die Gruppen \(\mathfrak l _{\varkappa }/\mathfrak s ^{\lambda }_{\varkappa }\) sind nicht isomorph untereinander; die Zerlegung ist bis auf Isomorphie eindeutig. Für Gruppen mit kommutativem einreihigem Operatorenring gibt es zu diesem Satze eine Art von Umkehrung: Ist nämlich jede abelsche Gruppe mit einem (fest vorgegebenen) kommutativen Operatorenring, der den Doppelkettensatz erfüllt und eine Haupteinheit besitzt, in zyklische direkt unzerlegbare Summanden zerlegbar, so ist \(\mathfrak o\) einreihig. Bei nichtkommutativen Operatorenringen, von denen nichts anderes verlangt wird, als daß\ sie den Doppelkettensatz für Linksideale refüllen und eine Haupteinheit besitzen, liegen weitaus schwierigere Verhältnisse vor; als ein Ersatz für den Zerlegungssatz ist für diesen Fall das folgende Resultat des Verf. zu bewerten: Es sei \(\mathfrak c\) das Radikal von \(\mathfrak o\); Radikal der Gruppe \(\mathfrak G\) mit dem Operatorenbereich \(\mathfrak o\) nenne man die Untergruppe \(\mathfrak {cG}\). Dann ist \(\mathfrak G\) darstellbar als Vereinigungsgruppe von zyklischen direkt unzerlegbaren Gruppen \(\mathfrak H _{\alpha }\), die isomorph Faktorgruppen von minimalregulären Linksidealen von \(\mathfrak o\) sind. Der Durchschnitt eines \(\mathfrak H _{\alpha }\) mit der Vereinigungsgruppe der übrigen \(\mathfrak H _{\beta } \;(\alpha \not = \beta )\) gehört zum Radikal von \(\mathfrak G\). Die Faktorgruppe \(\mathfrak G / \mathfrak {cG}\) ist direkte Summe der einfachen Gruppen \(\mathfrak H _{\alpha }/ \mathfrak {cH}_{\alpha }\). Dabei heißt ein Linksideal in \(\mathfrak o\) regulär, wenn es nicht nur nilpotente Elemente besitzt, minimalregulär, wenn es kein echtes reguläres Unterideal besitzt. Im letzten Abschnitt wendet Verf. diese seine Untersuchungen auf die Darstellungstheorie allgemeiner hyperkomplexer Systeme an. Es sei eine abelschen Gruppe \(\mathfrak G\) mit \(\mathfrak o\) als Operatorenbereich ein Rechts-\(K\)-Modul, wobei \(K\) irgendeinen Körper bezeichnet, also ein Darstellungsbegriff kann nun folgendermaßen verallgemeinert werden: Durch Wohlordnung kann \(\mathfrak G\) immer als direkte Summe von einfachen \(K\)-Moduln geschrieben werden: \[ \mathfrak G = \sum _{\sigma < \tau } \alpha _{\sigma }K. \] \(\tau \) bezeichnet dabei die Ordnungszahl von \(\mathfrak G\). Ist dann \(c\) ein Element von \(\mathfrak o\), so ergibt sich aus \[ c\alpha _{\xi } = \sum _{\sigma } \alpha _{\sigma }k_{\sigma \xi } \] eine Darstellung \[ C = (k_{\sigma \xi }) \] des Systems \(\mathfrak o\) spaltenfinite Matrizen mit \(\tau \) Zeilen und Spalten. Hier kann wie in Darstellungen endlichen Grades Reduzibilität und direkte Zerlegbarkeit definiert werden. Für halbeinfache Ringe folgen dann die bekannten Sätze, während sich für einreihige hyperkomplexe Systeme als neues Resultat herausstellt, daß\ jede Darstellung in \(K\) ausreduzierbar ist in direkt unzerlegbare endliche Darstellungen, die sich alle aus den Gruppen \(\mathfrak l / \mathfrak s ^{\varkappa }\) ergeben, wenn wie oben \(\mathfrak l\) irgendein durch ein primitives Idempotent erzeugtes Linksideal, \(\mathfrak s\) sein maximales nilpotentes Unterideal bedeutet. Daher gibt es auch hier nur endlich vile direkt unzerlegbare Darstellungsklassen. Eine Anwendung dieser Darstellungstheorie in allgemeinster Form auf die Elementarteilertheorie beschließt die Arbeit.
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