Über wesentlich unplättbare Kurven im dreidimensionalen Raume. (Q2617845)
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scientific article; zbMATH DE number 2538485
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Über wesentlich unplättbare Kurven im dreidimensionalen Raume. |
scientific article; zbMATH DE number 2538485 |
Statements
Über wesentlich unplättbare Kurven im dreidimensionalen Raume. (English)
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1934
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Zwei Mengen \(A\) und \(B\) heißen \textit{miteinander unverschlungen}, wenn es eine für \(0\leqq t\leqq 1\) auf \(A+B\) erklärte eindeutige in \(x\) und \(t\) stetige Funktion \(\varphi (x,t)\) mit folgenden Eigenschaften gibt: \(\varphi (x,0)=x\) für jedes \(x\) in \(A+B\); \(\varphi (a,t)\neq \varphi (b,t)\) für jedes \(t,a\) in \(A,b\) in \(B\); \(\varphi (a,1)=p_1\) für alle \(a\) in \(A\) und \(\varphi (b,1)=p_2\) für alle \(b\) in \(B\). (\(A\) und \(B\) sind dann also zueinander fremd.) Andernfalls heißen \(A\) und \(B\) miteinander verschlungen. Wenn es nicht möglich ist, bei beliebig kleinem positivem \(\varepsilon \) das Paar \(A,B\) durch eine \(\varepsilon \)-Transformation von \(A\) und eine \(\varepsilon \)-Transformation von \(B\) (die also im Durchschnitt \(AB\) verschieden sein können) in ein unverschlungenes Paar überzuführen, so heißen \(A\) und \(B\) \textit{vesentlich verschlungen}. Eine Menge \(A\) heißt \textit{selbstverschlungen}, wenn es keine für \(0\leqq t\leqq 1\) in \(A\) definierte, in \(x\) und \(t\) stetige Funktion \(\varphi (x,t)\) mit folgenden Eigenschaften gibt: \(\varphi (x,0)=x\) für jedes \(x\) in \(A\); \(\varphi (x,t)\) fremd zu \(A\) für jedes \(x\) in \(A\) und \(0<t\leqq 1\); \(\varphi (x,1)=p\) für jedes \(x\) in \(A\). Die Bevorzugung der Menge \(A\) vor den aus ihr während der Deformation entstehenden mit ihr benachbarten Mengen wird vermieden bei der folgenden, damit verwandten Definition: \(A\) besitzt die \textit{Eigenschaft} \(E\), wenn es bei hinreichend kleinem \(\varepsilon \) kein Paar von für \(0\leqq t\leqq 1\) auf \(A\) definierten in \(x\) und \(t\) stetigen Funktionen \(\varphi _1(x,t)\), \(\varphi _2(x,t)\) mit folgenden Eigenschaften gibt: \(\varphi _1(x,0)=\varphi _2(x,0)=x\) für jedes \(x\) in \(A\); \(\varphi _1(x',t)\neq \varphi _2(x'',t)\) für jedes \(t\) und je zwei Punkte \(x', x''\) von \(A\), deren Entfernung mindestens gleich \(\varepsilon \) ist; \(\varphi _1(x,1)=p_1\) und \(\varphi _2(x,1)=p_2\) für alle \(x\) in \(A\). Zwischen den hier definierten Verschlingungseigenschaften werden folgende Bezie\-hungen abgeleitet: Wenn \(A\) die Eigenschaft \(E\) besitzt, so sind bei hinreichend kleinem \(\varepsilon \) alle aus \(A\) durch \(\varepsilon \)-Transformation hervorgehenden Mengen paarweise we\-sentlich verschlungen. Ist \(K\) eine \textit{Kurve} mit der Eigenschaft \(E\), so sit \(K\) selbstverschlungen. (Beim Beweis wird von der \textit{Kurven}eigenschaft benutzt, daß\ \(K\) den Raum nicht zerlegt.) Ebene Mengen - aufgefaßt als Teilmengen des \(R^3\) - sind natürlich weder selbstverschlungen noch haben sie die Eigenschaft \(E\). Verf. stellt nun die umgekehrte Frage: Kommen den nicht plättbaren, d. h. nicht in die Ebene einbettbaren, Mengen vielleicht bei jeder Einbettung in den \(R^3\) gewisse Selbstverschlingungseigenschaften zu? Diese Frage wird beantwortet für im Kleinen zusammenhängende wesentlich unplättbare Kurven und für unplättbare lokale Baumkurven. Dabei heißt eine Menge \textit{wesentlich unplättbar}, wenn sie bei hinreichend kleinem \(\varepsilon \) nicht durch \(\varepsilon \)-Transformation in eine plättbare Menge übergeführt werden kann. Es gilt: Jede wesentlich unplättbare lokal zusammenhängende Kurve und jede unplättbare lokale Baumkurve hat die Eigenschaft \(E\). Daraus folgen mittels der oben genannten Sätze weitere Selbstverschlingungseigenschaften. Ferner wird bewiesen, daß\ jede unabzählbare Menge lokal zusammenhängender wesentlich unplättbarer Kurven eine unabzählbare Teilmenge enthält, in der je zwei Kurven wesentlich miteinander verschlungen sind. Daß\ gerade die in diesen Sätzen auftretenden Kurvenklassen der Beweisführung zugänglich sind, beruht darauf, daß\ man von ihnen weiß: Sie enthalten stets ein topologisches Bild eines der beiden bekannten nicht in die Ebene einbettbaren Streckenkomplexe (Kantenkomplex eines vierdimensionalen Simplex oder Kanten\-komplex eines Tetraeders, in dem noch die Mittelpunkte eines Paares von Gegenseiten miteinander verbunden sind). Wenn man die Selbstverschlingungseigenschaften für diese Komplexe nachweist, so übertragen sie sich unmittelbar auf die sie enthaltenden Kurven. Beim Beweis für die speziellen Komplexe wird von einer Selbstverschlingungsinvariante Gebrauch gemacht, die der \textit{Brower}schen Verschlingungsinvariante nachgebildet ist (\textit{A. Flores}, Über die Existenz \(n\)-dimensionaler Komplexe, die nicht in den \(R_{2n}\) topologisch einbettbar sind, Ergebnisse math. Kolloquium 5 (1933), 17-24; F. d. M. \(59_{\text{II}}\)).
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