Strahlenoptik. (Q574382)
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scientific article; zbMATH DE number 2558787
| Language | Label | Description | Also known as |
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| English | Strahlenoptik. |
scientific article; zbMATH DE number 2558787 |
Statements
Strahlenoptik. (English)
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1931
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Das Buch gibt -- wohl zum ersten Male in lehrbuchmäßiger Form -- eine Darstellung der geometrischen Optik, die die Gedanken in den Mittelpunkt rückt, mit denen vor mehr als einem Jahrhundert \textit{W. R. Hamilton} die Geradenabbildung des Dingraumes auf den Bildraum, die den Inhalt der Strahlenoptik bildet, behandelt hat. Er hat gezeigt, daß man diese Abbildung mit den formalen Mitteln der Variationsrechnung -- die er selbst allerdings bei dieser Gelegenheit erst entwickeln mußte -besonders gut beherrscht, wenn man den einzelnen Strahl als Extremale eines Variationsproblems auffaßt, das zu dem \textit{Fermat}schen Prinzip des kürzesten Lichtweges gehört. Nach einer kurzen Einleitung (S. 1-4), die einiges über den Begriff der Brechungszahl bringt, die im Prinzip des kürzesten Lichtwegs auftritt, gibt der \textit{Abschnitt I} (S. 5-25) zunächst eine Darstellung der von \textit{Hamilton} für seine Zwecke geschaffenen Mittel in der Fassung der modernen Variationsrechnung. Da Verf. die optische Problemstellung beibehält, muß er hier, um volle Allgemeinheit zu erhalten, die Brechungszahl als eine Funktion des Ortes und der Richtung ansetzen. Für dieses allgemeine Problem entwickelt er den Begriff des Eikonals (\textit{Hamilton}sche Prinzipalfunktion) und ihres Differentials (Randformel der Variationsrechnung), führt den \textit{Strahl}- und \textit{Normalenvektor} (Geschwindigkeit und Impuls) ein, entwickelt den Begriff des Extremalenfeldes mit seinen (transversalen) Wellenflächen, stellt die Knickbedingungen (Reflexion und Brechung) auf und dringt dann zu den Gesetzen der Abbildung vor, wobei sich auch die bekannten Reziprozitätssätze unmittelbar aus der Symmetrie der zweiten Ableitungen des Eikonals ablesen lassen. Der \textit{Abschnitt II} (S. 25-61) soll dann zur gewöhnlichen Strahlenoptik überleiten, ist aber im Aufbau nicht ganz einheitlich angelegt. Zunächst werden zwar die allgemeinen Sätze des ersten Abschnitts auf den Sonderfall homogener und isotroper Mittel spezialisiert (Zusammenfall der Richtung von Strahl und Wellennormale), dann aber verfolgt Verf. ein wenig die übliche Straße. Er formuliert noch einmal Reflexions- und Brechungsgesetz, behandelt die \textit{Cartesi}schen Flächen und gibt anschließend die Durchrechnungsformeln, insbesondere für zentrierte Linsensysteme und für Prismensysteme. Weiter betrachtet er in bekannter Weise die infinitesimale Umgebung eines Strahls in einer Normalkongruenz und geht auf die Beziehungen zwischen einem solchen infinitesimalen Bündel des Dingraumes und dem zugehörigen Bündel im Bildraum ein. Zwischendurch faßt er auch die Gesamtheit der Nachbarstrahlen eines Grundstrahls im Strahlenraum ins Auge und knüpft hierzu an die Darstellung der Abbildungsbeziehungen von \textit{A. Gullstrand} an, um erst am Schluß des Abschnitts zur Beherrschung der Abbildung wieder das Eikonal heranzuziehen, das er aber jetzt in der Form von \textit{Bruns} verwendet, wohl deshalb, weil ihm \textit{Bruns}, indem er die Zahl der unabhängigen Veränderlichen auf vier reduziert, das Eikonal dem Strahlenraum mit seinen \(\infty^4\) Grundelementen am besten angepaßt zu haben scheint. Dies Eikonal entwickelt er dann für die Umgebung eines Grundstrahles in eine \textit{Taylor}sche Reihe, wobei er für die Glieder jeder Ordnung den Einfluß von Symmetrieeigenschaften sorgfältig bespricht, und zeigt, wie von hier aus die Theorie der Fehler der verschiedenen Ordnungen einheitlich überblickt werden kann. Für die erste Näherung bricht er die Entwicklung mit den Gliedern zweiter Ordnung ab und kommt damit zu den \textit{Gesetzen erster Ordnung}, denen der \textit{Abschnitt III} (S. 61-99) gewidmet ist. Verf. steigt hier vom Besonderen zum Allgemeinen auf, indem er zunächst den speziellsten Fall, die \textit{Gauß}sche Optik, behandelt, dann den weniger engen Fall der sogenannten Orthogonalsysteme vornimmt und schließlich die allgemeinsten \textit{nicht orthogonalen Systeme} betrachtet. Anschließend bringt der \textit{Abschnitt IV} (S. 99-110) die \textit{Gauß}sche Abbildung als kollineare Abbildung und zieht sie heran bei der Entwicklung der Lehre von der \textit{Strahlenbegrenzung} in optischen Instrumenten. Es schließen sich einige Bemerkungen über Perspektive und Tiefenschärfe an. Von besondrer Bedeutung und vom Standpunkt der praktischen Optik das Kernstück des ganzen Werkes ist der \textit{Abschnitt} V (S. 111-151), der die \textit{Theorie der Fehler dritter Ordnung} entwickelt, indem die \textit{Taylor}sche Entwicklung des Eikonals bis zu den Gliedern vierter Ordnung vorgetrieben wird. Die Einführung des Eikonals ermöglicht hier eine geschlossene Behandlung aller fünf \textit{Seydel}schen Bildfehler in ihrer Verknüpfung. Verf. behandelt insbesondere für jeden Fehler den Einfluß von Objekt- und Blendenlage und geht auch auf die Zusammensetzung der Fehler bei aneinandergereihten Abbildungen ein. Der Schluß bringt ihre Darstellung durch die \textit{Abbe}schen Invarianten. Im \textit{Abschnitt VI} (S. 151-166) beschränkt Verf. die Betrachtung auf drehsymmetrische Systeme, behandelt dafür aber Bündel beliebiger endlicher Öffnung, und zwar studiert er einmal die von weitgeöffneten Bündeln im Bildraum erzeugten Kaustiken, insbesondere ihre Änderung, wenn der leuchtende Punkt im Dingraum sich von der Achse entfernt; andrerseits untersucht er die optische Projektion, indem er aus jedem der abbildenden (infinitesimalen) Bündel einen Hauptstrahl (durch den Mittelpunkt der Blende) herausgreift und dieses Bündel der Hauptstrahlen durch das Instrument verfolgt. Im \textit{Abschnitt VII} (S. 167-175) wird noch allgemeiner die Forderung behandelt, daß eine achsensenkrechte Ebene des Dingraumes scharf abgebildet wird, bzw. daß jedem ihrer Punkte im Bildraum eine drehsymmetrische Kaustik entspricht, und der kurze \textit{Abschnitt VIII} (S. 175-178) stellt die Eikonale in einfachsten Fällen in geschlossener Form auf. Angeschlossen ist eine kurze Darstellung der Geschichte der Strahlenoptik, ein ausführliches Literaturverzeichnis, sowie Namen- und Sachregister. (IV 15; V 5 E, 6 B.) Besprechungen: Nature 131 (1933), 774-748. F. E. Ross; Astrophysical Journal 77 (1933), 73. R. v. Mises; Jahresbericht D. M. V. 42 (1933), 140-141 kursiv. H. Boegehold; Naturwissenschaften 20 (1932), 641-642. R. Seeliger; Physikal. Z. 33 (1932), 309. R. v. Mises; Z. f. angew. Math. 13 (1933), 61. J. Picht; Z. f. Instrumentenkunde 52 (1932), 469-470. C. Carathéodory; Zentralblatt 3 (1932), 88-89.
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