Anwendung der Theorie der freien Strahlen. (Q575044)

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scientific article; zbMATH DE number 2559295
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    Anwendung der Theorie der freien Strahlen.
    scientific article; zbMATH DE number 2559295

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      Anwendung der Theorie der freien Strahlen. (English)
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      1931
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      Die von \textit{v. Helmholtz} und \textit{Kirchhoff} geschaffene Theorie der freien Strahlen führt zu einer Randwertaufgabe, die vielfach behandelt und für viele Fälle gelöst worden ist. Die dabei erhaltenen Werte für die Widerstandsziffer stimmen aber schlecht mit den Messungen überein: der Unterschied rührt daher, daß die Trennungsschicht zwischen Totwasser und Potentialströmung nicht stabil ist, wodurch in dem Raum hinter dem umströmten Körper ein Unterdruck entsteht, der den Widerstand vergrößert. Es gibt aber Fälle, in denen diese Vorgänge keinen erheblichen Einfluß auf das Ergebnis haben, z. B. beim Ausfluß von Wasser in Luft oder bei Auftreten von Kavitation, bei der die Wasserströmung an die mit Dampf und Luft gefüllten Hohlräume des Kavitationsgebietes grenzt. Wegen der Wichtigkeit derartiger Vorgänge für die Theorie schnelllaufender Wasserturbinen wird hier die Strömung durch gitterförmige Anordnungen mit freien Strahlgrenzen behandelt, die in gewisser Weise vereinfachte Grundformen dieser Maschinen darstellen. Ferner wird die Frage behandelt, wie weit sich die Theorie der freien Strahlen zur Wiedergabe der wirklichen Vorgänge beim Ausströmen von Luft oder von Wasser in Wasser ohne Kavitation eignet. Bei geeigneten Abmessungen kann der Endzustand der Strömung hinter dem Körper schon erreicht sein, bevor sich die Störungen durch die Unstabilität der Strahlgrenzen und die damit verbundenen Mischungsvorgänge bemerkbar machen. Dies wird insbesondere dann eintreten, wenn die Gebiete ruhender Flüssigkeit groß sind gegenüber den Gebieten mit Potentialströmung, wie z. B. beim Durchfluß durch ein Gitter mit engem Schlitz. Dabei erhebt sich die Frage, wie breit man das Gitter machen darf, ohne daß die Theorie falsche Werte gibt. Zur Lösung dieser Aufgaben wird das \textit{Prandtl}sche Hodographenverfahren verwendet, das in einer geschickten Anordnung der aus der Theorie der ebenen Strömungen bekannten Beziehungen entsteht. Es besteht darin, das Liniennetz \(w=\varPhi '(z)\) selbst als Strom- und Potentiallinien einer neuen Strömung zu betrachten, d. h. \(z\) aus den Gleichungen \(w = \varPhi '(z)\) und \(\varPhi =\varPhi(z)\) zu eliminieren, also \(\varPhi =\varPhi (w)\) zu ermitteln. Wenn diese Funktion bekannt ist, so ist \[ z=\int\frac{d\varPhi }{w}=z(\varPhi ) \] und daraus \(\varPhi =\varPhi (z)\) gegeben. Diese Methode wird für senkrecht und schräg angeströmte Gitter, die aus senkrechten und schräggestellten Platten bestehen, durchgeführt. Der Vergleich der Ergebnisse mit den Versuchen zeigt eine gute Übereinstimmung; die Abweichungen lassen sich qualitativ durch die Mischungsvorgänge zwischen den Strahlen und den Totwassergebieten erklären.
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