Über Differentialgleichungen. (Q5909714)

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scientific article; zbMATH DE number 2616532
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    English
    Über Differentialgleichungen.
    scientific article; zbMATH DE number 2616532

      Statements

      Über Differentialgleichungen. (English)
      0 references
      1914
      0 references
      Die Untersuchungen der theoretischen Mechanik stützen sich auf gewisse durch Erfahrung, Überlegung und Vermutung gewonnene Aussagen, die jedoch nicht Anspruch auf Genauigkeit erheben, sondern einen Näherungscharakter tragen. Einerseits ergibt sich demgemäß die Aufgabe, auf Grund der vorliegenden Daten den betrachteten Bewegungsvorgang zu unteruchen, anderseits ist die Beurteilung derjenigen Abweichungen unerläßlich, welche in den gewonnenen Resultaten infolge der erwähnten Ungenauigkeit zu erwarten sind. Die zuerst genannte Aufgabe wird in der Regel mit der Lösung gewöhnlicher Differentialgleichungen in Verbindung gebracht. Diese Lösung geschieht nur ausnahmsweise durch Integration ``in endlicher Form''. Meist ist man auf Näherungsverfahren angewiesen, von denen besonders die ``Methode der sukzessiven Approximationen'' zu erwähnen ist. Was die zweite Aufgabe betrifft, so wird man häufig, obgleich keineswegs immer, geneigt sein, dem Näherungscharakter der vorliegenden Daten dadurch Rechnung zu tragen, daß man die Differentialgleichungen durch Summanden ergänzt, welche \textit{nur} der Bedingung unterworfen sind, absolut nicht größer als gewisse Konstanten zu werden. In diesem Falle ist es natürlich, nicht von Differentialgleichungen, sondern von \textit{Differentialgleichungen} zu reden. -- Beschränkt man sich auf ein vorgegebenes \textit{endliches} Zeitintervall, so besitzt die Analysis bereits Methoden, um die genannten Fragen in Fällen von beträchtlicher Allgemeinheit zu untersuchen. Es ist aber von Interesse, Klassen von Differentialungleichungen, bzw. -gleichungen zu finden, bei welchen die erwähnte Beschränkung vermieden werden kann, so daß auch zeitlich wenigstens einseitig unbegrenzte Bewegungsformen der Betrachtung unterliegen. Verf. geht von folgenden Differential \textit{ungleichungen} aus: \[ (\alpha)\quad \left| \frac{d^{\mu_i}x_i}{dt^{\mu_i}}-X_i \right| \overset{=}{<} \varepsilon\quad (i=1,2,\dots,n). \] Hierin ist \(\varepsilon\) eine Konstante; die \(X_i\) sind Funktionen von \(x_m,x_m',\dots,x_m^{(\mu_m-1)}\) \((m=1,2,\dots,n)\) und \(t\), welche in bestimmten Gebieten definiert sind und daselbst gewisse Stetigkeitseigenschaften, bzw. Differentialquotienten usw. besitzen. Außerdem werden die Differentialgleichungen \[ (\beta)\quad \frac{d^{\mu_i}x_i}{dt^{\mu_i}}-X_i=0\quad (i=1,2,\dots,n) \] gebildet. -- Es möge nun für ein gewisses mit irgend einem \(t\)-Wert beginnendes zusammenhängendes \(t\)-Intervall \(T\) eine Lösung von \((\alpha)\) und eine Lösung von \((\beta)\) vorliegen, wobei die \(x_m,x_m',\dots,x_m^{(\mu_m-1)}\;(m=1,2,\dots,n)\) der beiden Lösungen für den Anfangswert von \(t\) zusammenfallen; im übrigen sollen diese Größen für die Lösung von \((\alpha)\) mit \(\overline{\overline{x_m}},\overline{\overline{x_m'}}\) usw., für die Lösung von \((\beta)\) mit \({\overline{x_m}}{\overline{x_m'}}\) usw. bezeichnet werden. Es gibt nun Klassen von Differentialgleichungen der oben genannten Art, bei welchen unter den eben erwähnten Annahmen im ganzen Intervall \(T\) \[ (\gamma)\quad | \overline{\overline{x_m}}- \overline{x_m}| \overset{=}{<}k\cdot\varepsilon\quad (m=1,2,\dots,n) \] gilt, falls \(\varepsilon \overset{=}{<}e\) ist. Hierbei bedeuten \(e>0\) und \(k\) den Differentialgleichungen \((\beta)\) zugeordnete Größen. Das wesentlichste Ergebnis der vorliegenden Arbeit besteht nun in folgendem Theorem: Damit das eben genannte Verhalten eintrete, ist notwendig und hinreichend, daß der ``Index'' der Differentialgleichungen \((\beta)\) einen positiven Wert hat. Dabei versteht Verf. unter dem ``Index'' eine gewisse den Differentialgleichungen \((\beta)\) eingentümliche Zahl. -- Wird nunmehr ein \textit{positiver} Index vorausgesetzt, dagegen die Annahme, daß die \(x_m,x_m',\dots,x_m^{(\mu_m-1)} (m=1,2,\dots,n)\) für den Anfangswert von \(t\) bei der Lösungen von \((\alpha)\) und \((\beta)\) die gleichen sind, aufgehoben, so gilt folgender Satz: Sind \[ | \overline{\overline{x_{m_0}}}-\overline{x_{m_0}}|,\;|\overline{\overline{x_{m_0}'}}- \overline{x_{m_0}'}|,\dots, | \overline{\overline{x_{m_0}^{(\mu_m-1)}}}- \overline{x_{m_0}^{(\mu_m-1)}}|\;(m=1,2,\dots,n) \] (der Index 0 deutet auf den Anfangswert von \(t\) hin) und \(\varepsilon\) nicht größer als gewisse den Differentialgleichungen \((\beta)\) zugeordnete positive Zahlen, so ist im Intervall \(T\): \[ (\delta)\quad \sum_{m=1}^n[| \overline{\overline{x_m}}-\overline{x_m}|+| \overline{\overline{x_m'}}-\overline{x_m'}|+\cdots+| \overline{\overline{x_m^{(\mu_m-1)}}}-\overline{x_m^{(\mu_m- 1)}}|] \] \[ \overset{=}{<}g\cdot\varepsilon+h\cdot\sum_{m=1}^n[| \overline{\overline{x_{m_0}}}-\overline{x_{m_0}}|+| \overline{\overline{x_{m_0}'}}- \overline{x_{m_0}'}|+\cdots+| \overline{\overline{x_{m_0}^{(\mu_m-1)}}}- \overline{x_{m_0}^{(\mu_m-1)}}|], \] wobei \(g,h\) den Differentialgleichungen \((\beta)\) zugeordnete Zahlen bedeuten. Zum Schluß wird ein Beispiel behandelt. -- Das Hauptanwendungsgebiet der Theorie des Verf. ist die ``irdische'' Mechanik.
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