Ueber eine Anwendung der mechanischen Wärmetheorie auf den Vorgang der Magnetisirung. (Q5969463)

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scientific article; zbMATH DE number 2706149
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    Ueber eine Anwendung der mechanischen Wärmetheorie auf den Vorgang der Magnetisirung.
    scientific article; zbMATH DE number 2706149

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      Ueber eine Anwendung der mechanischen Wärmetheorie auf den Vorgang der Magnetisirung. (English)
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      1882
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      Wenn ein Milligram Eisen unter dem Einflusse der magnetisirenden Kraft \(x\) das Moment \(\mu\) erhält, ist letzteres eine Function der Temperatur. Der Verfasser hat in seinen Mitteilungen ``Ueber die Magnetisirbarkeit des Eisens bei höheren Temperaturen'' (Wien. Ber. LXXXII. 217-230) und ``Ueber die Magnetisirbarkeit bei hohen Temperaturen'' (Wien. Ber. LXXXIII. 332-345, siehe auch F. d. M. XIII. 1881. 797, JFM 13.0797.01) gezeigt, wie der Einfluss der Temperatur berücksichtigt werden kann. Weitere theoretische Betrachtungen haben ihn ``zu dem Schlusse geführt, dass das durch die Kraft \(x\) erzielte Moment \(\mu\) auch abhängig sein müsse von dem Drucke \(p\), unter dem sich das Eisen befindet; es lässt sich sogar von vornherein erkennen, dass eine Vermehrung des Druckes die entgegensetzte Wirkung ausüben müsse, wie eine Erhöhung der Temperatur.'' ``Wächst der Druck, so nimmt im Allgemein das Moment ab, nur für stärkere Magnetisirungen, d. i. solche, die dem Maximum nahe liegen, findet eine Zunahme des Momentes statt.'' Der Verfasser kennt keinen früher angestellten Versuch, bei welchem der Einfluss einer allseitigen Druckänderung auf die Magnetisirbarkeit untersucht wäre; er beschreibt einige von ihm ausgeführte Versuche, welche eine Bestätigung des letzten Satzes liefern. Bei den folgenden theoretischen Betrachtungen wird angenommen, dass das von der Kraft \(x\) erzeugte Moment \(\mu\) sowohl von der absoluten Temperatur, als auch von dem auf die Einheit der Oberfläche ausgeübten Druck \(p\) abhängig ist. Mit Benutzung des zweiten Hauptsatzes der Wärmetheorie und bei den Annahmen, dass \[ \left(\frac{\partial x}{\partial p}\right)_T\;=\;-\frac Lx\;\;\text{und}\;\;\left(\frac{\partial x}{\partial T}\right)_p\;=\;+\frac Kx \] gesetzt werden darf, wenn \(L\) und \(K\) positive Constanten bedeuten, gelangt der Verfasser zu dem Satze: ``Durch Compression des Eisens wird nahe die gleiche Wärme erzeugt, ob sich das Eisen im magnetischen oder unmagnetischen Zustande befindet.'' Ferner wird gefunden: ``Wird Eisen durch schwächere magnetische Kräfte im luftleeren Raume magnetisirt, so kühlt es sich ab. Für stärkere Magnetisirungen tritt, wie bei dem gewöhnlichen Luftdrucke, eine Erwärmung auf.'' Hierzu wird bemerkt, dass das Verhalten des Eisens bei der Magnetisirung im luftleeren Raume ganz analog ist dem des Kautschucks, wenn derselbe durch schwächere oder stärkere Kräfte gedehnt wird. Aus der Gleichung \[ \frac{dT}{dx}\;=\;-\frac{T}{MC}\left( C\,\frac{\mu}{x}-B\mu\right) , \] wo \(B\) und \(C\) gewisse Constanten bedeuten, ergiebt sich Temperaturänderung, welche beim Magnetisiren durch die Kraft \(x\) hervorgebracht wird. Durch Rechnung erhält der Verfasser dasselbe Resultat, welches verschiedene Beobachter gewannen. ``Die einseitige Vermehrung eines Zuges wirkt auf den Magnetismus des Stabes im Allgemeinen so wie eine Temperaturerhöhung.'' Am Schlusse der Abhandlung wird angegeben, die Ausführung welcher Versuche nach diesen Untersuchungen als wünschenswert erscheint. (Siebe auch S. 882).
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