New applications of continued fractions
In der Abhandlung: ``Ueber einige Anwendungen der Kettenbrüche (F. d. M. 17, 168, 1885, JFM 17.0168.03) hat der Verf. gezeigt, wie man nach gegebenen Werten der Integrale \(\int_0^l f(y)dy,\) \(\int_0^l yf(y)dy,\dots,\) \(\int_0^l y^{i-1}f(y)dy\) die Grenzwerte einiger Integrale in dem Falle bestimmt, dass die Function \(f(y)\) der Bedingung \(f(y)>0\) genügt. Diese Fragen nach den Grenzwerten der Integrale sind von Tschebyschew in der Abhandlung: ``Sur les valeurs limites des intégrales (Liouv. J. (2) 19) gestellt, und ihre Beantwortung beruht auf den von Markow bewiesenen und verallgemeinerten Ungleichheiten von Tschebyschew. In der vorliegenden Abhandlung werden für den Fall, dass die Function \(f(y)\) zwei Ungleichheiten \(L>f(y)>0\) genügt, folgende Aufgaben gelöst. 1) Es seien gegeben \(\int^l_0 f(y)dy = \alpha_0, \quad \int_0^1 yf(y)dy = \alpha_1,\dots,\) \(\int_0^l y^{i-1}f(y)dy = \alpha_{i-1};\) es handelt sich in der ersten Aufgabe um den grössten und kleinsten Wert des Integrals \(\int_0^l y^if(y)dy\). Der Verf. zeigt, dass man im allgemeinen Falle den grössten oder kleinsten Wert des Integrals erhält, wenn man das ganze Intervall zwischen \(y=0\) und \(y=l\) in gewisser festgesetzter Art in \(i+1\) Teile zerlegt, wo wechselweise \(f(y)=0\) und \(f(y)=L\) ist. Um diese Art der Zerlegung näher zu bestimmen, seien \(\xi'\) und \(\eta'\) die Werte von \(y\), für welche im Falle des kleinsten Wertes die Function \([f_{\min.}]\) von 0 zu \(L\) und von \(L\) zu 0 übergeht. Dieselbe Bedeutung haben \(\xi\) und \(\eta\) für die Function \(f_{\text{max.}}\), d. h. für die Function, welche den grössten Wert des Integrals giebt. Es seien jetzt \(V_i'(z) = \Pi(z-\xi'),\) \(U_i'(z) = \Pi(z-\eta')\) und respective \(V_i^{\prime\prime}(z) = \Pi(z-\xi^{\prime\prime}),\) \(U_i^{\prime\prime}(z) = \Pi(z-\eta^{\prime\prime}).\) Der allgemeine Fall findet z. B. statt, wenn die Grössen \(\alpha_0,\alpha_1,\dots,\alpha_{i-1}\) den Gleichungen: \[ \alpha_0 = \int_0^l F(y)dy, \quad \alpha_1 = \int_0^l yF(y)dy, \dots, \;\alpha_{i-1} = \int_0^l y^{i-1} F(y)dy \] entnommen werden, wo \(F(y)\) irgend eine gegebene Function ist, deren Werte der Bedingung \(L>F(y)>0\) genügen, aber nicht alle gleich 0 oder \(L\) sind. Dann sind die Brüche \(\frac{V_i'(z)}{U_i'(z)}\) und \(\frac{V_i^{\prime\prime}(z)} {U_i^{\prime\prime}(z)}\) die Näherungsbrüche der Entwickelung der Function \(e^{\frac{1}{L}\int_0^l \frac{F(y)dy}{z-y}}\) in einem Kettenbruch, in einigen Fällen multiplicirt mit den Factoren \((z-l)/z\), \(1/z\), \(z-l\). Nachdem die Functionen \(f_{\text{max.}}\) und \(f_{\text{min.}}\) in dieser Art bestimmt sind, geben sie auch die Lösung der allgemeineren Aufgabe: den grössten und kleinsten Wert des Integrals \(\int_0^l \varPhi(y)f(y)dy\) zu bestimmen, wenn die \(i^{\text{te}}\) Derivirte der Function \(\varPhi(y)\) immer ein und dasselbe Zeichen im Intervalle zwischen \(y=0\) und \(y=l\) hat. 2) Die zweite Aufgabe über die Grenzwerte des Integrals \(\int_0^x f(y)dy\) wird auch mit Hülfe der Functionen \(f(y)\) gelöst, welche bei einer gewissen Art der Zerlegung des Intervalls von \(y=0\) bis \(y=l\) in \(i+2\) Teile wechselweise 0 und \(L\) in diesen Teilen sind; dabei muss \(x\) die Grenze zweier solcher Teile sein. Die nähere Bestimmung der Functionen \(P(z)=\Pi(z-\xi)\) und \(Q(z)=\Pi(z-\eta)\) reducirt sich auf die Bestimmung der Functionen \(V',U',V,U\) der vorhergehenden Aufgabe. Besonders wird für beide Aufgaben der Fall \(l=\infty\) betrachtet. Am Ende der Abhandlung zeigt der Verf., dass seine Untersuchungen zu einer Methode der angenäherten Berechnung der Integrale und zu Formeln führen, die dem Aeusseren nach mit den Formeln übereinstimmen, welche Tschebyschew in seiner Abhandlung: ``Sur biquadratures (Liouville Journ. (2) 19) gegeben hat. Die Methode besteht in der Vertauschung des Integrals \(\int_0^l F(y)\varPhi(y)dy\) mit dem Integral \(\int_0^l f_{\text{min.}}\varPhi(y)dy\) oder mit dem Integral \(\int_0^l f_{\text{max.}}\varPhi(y)dy\). Es sei gesetzt \(\varPhi(y)=\varphi'(y)\), \(F'(y)=g(y)\); dann hat man die beiden folgenden Resultate: 1) Wenn \(\int_0^l g(y)dy=0\) ist, und das Integral \(\int_0^y g(y)dy\) im Intervalle von \(y=0\) bis \(y=l\) ein und dasselbe Zeichen hat, so kann man das Integral \(\int_0^l g(y)\varphi(y)dy\) approximativ durch eine Summe einiger Werte von \(\varphi(y)\) berechnen, genommen im Intervalle von \(y=0\) bis \(y=l\), multiplicirt mit einer und derselben Zahl \(L\), wechselweise mit den Zeichen \(+\) und \(-\) genommen. Z. B. erhält man: \[ \int_{-1}^{+1}y\varphi(y)dy = \tfrac{1}{2} \{\varphi(\tfrac{2}{3})-\varphi (-\tfrac{2}{3}) \} + \tfrac{7}{405} \varphi^{\prime\prime\prime}(\zeta_0), \] \[ \int_{-1}^{+1} y\varphi(y)dy = \tfrac{1}{2} \{\varphi(z_1) - \varphi(z_2) + \varphi(z_3) - \varphi(z_4) \}A\varphi^\nu (\zeta), \] wo \(z_1 = -z_4 = 0,73702,\) \(z_2 = -z_3 = 0,07035,\) \(A = \tfrac{1306} {2296350},\) \(\zeta_0\) und \(\zeta\) sind in den Grenzen \(-1\) und \(+1\) enthalten. 3) Wenn man für alle Werte von \(y,\) zwischen 0 und \(l\) genommen, \(0\leqq \int_0^y g(y)dy \leqq \int_0^l g(y)dy\) hat, so kann man das Integral \(\int_0^l g(y) \varphi(y)dy\) approximativ darstellen als eine Summe einiger Werte der Function \(\varphi(y),\) im Intervalle von \(y=0\) bis \(y=l\) genommen, multiplicirt mit dem Werte des Integrals \(\int_0^l g(y)dy,\) wechselweise mit dem Zeichen \(+\) oder \(-\) genommen. Z. B. ist \[ \int_{-1}^{+1} \varphi(y)dy = 2\varphi(0) + \tfrac{1}{3} \varphi(zeta_0), \] \[ \int_{-1}^{+1} \varphi(y)dy = 2 {\varphi (\sqrt {\tfrac{1}{6}}) - \varphi(0) + \varphi (-\sqrt {\tfrac{1}{6}}) } + \tfrac{13} {1080} \varphi^{\text{IV}} (\zeta_1), \] \(\zeta_0\) und \(\zeta_1\) sind zwischen den Grenzen \(-1\) und \(+1\) enthalten.
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