Über quasi-normale Funktionsscharen und eine Verschärfung des Picardschen Satzes.
Verf. führt die \textit{Ostrowski}sche Bestimmung der \textit{Julia}schen Ausnahmefunktionen weiter und kennzeichnet die allgemeinere Klasse der QuasiAusnahmefunktionen durch notwendige und hinreichende Bedingungen über die Verteilung der Nullstellen und Pole. Man ordnet einer gegebenen meromorphen Funktion mittels einer beliebigen Folge \(s_n \to \infty\) eine Funktionenfamilie \[ f_n(z)=f(s_nz) \] zu und untersucht sie auf Normaleigenschaft; je nach dem Ergebnis läß\ t sich jedes Normalfamilienkriterium als Satz über die Wertverteilung von \(f(z)\) auslegen. Daß\ die Familie z. B. im Punkte \(z_0=0\) nicht normal sein kann, das liefert den \textit{Picard}schen Satz. Kann sie aber für alle anderen endlichen \(z_0\) normal sein? Ostrowski zeigte, daß\ dies nur für eine spezielle Klasse meromorpher Funktionen möglich sei oder, als Satz über die Wertverteilung: für jede andere meromorphe Funktion und für jede ganze Funktion gehört zu jeder Folge \(s_n \to \infty\) wenigstens ein \(z_0 \neq 0,\infty\), so daß\, für jedes \(\varepsilon>0\), die Funktion \(f(z)\) auf den Kreisen \(K_n\) vom Zentrum \(s_nz_0\) und vom Radius \(\varepsilon| s_n|\) schon alle Werte bis auf höchstens zwei annimmt. Verf. geht weiter und fragt, wann die Familie wenigstens quasinormal von endlicher Ordnung für alle \(z_0 \neq 0,\infty\) sein könne, und findet, daß\ dies nur bei einer speziellen Klasse meromorpher oder ganzer Funktionen von der Wachstumsordnung Null möglich sei, die die oben erwähnte Klasse umfaß\ t und sich durch recht einfache Bedingungen völlig charakterisieren läß\ t (Quasi-Ausnahmefunktionen). Für die Wertverteilung heiß\ t das: Bei jeder andern meromorphen oder ganzen Funktion gibt es zu \textit{jeder} \(s_n\)Folge ein \(z_0 \neq 0,\infty\), so daß\ nach Vorgabe von \(\varepsilon>0\) und einer positiven ganzen Zahl \(N\) unter den Kreisen \(K_n\) wenigstens einer ist, in dem die Gleichung \[ f(x)-a=0 \] wenigstens \(N\) Lösungen hat, ausgenommen höchstens zwei Werte \(a_1,a_2\). Die Untersuchung folgt im allgemeinen dem Wege \textit{Ostrowski}s, in dem nur die für quasinormale Familien nötigen Zusätze anzubringen sind. Am wesentlichsten ist wohl, daß\ es dem Verf. gelang, die bekannten \textit{Hurwitz}schen Sätze über die \(a\)-Stellen konvergenter Folgen und ihren Einfluß\ auf die Grenzfunktion sowie über das Konvergenzverhalten der \(a\)Stellen selbst auszudehnen.
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