Über die Stabilität der flachen Kugelschale. I, II, III.

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Die Deformation einer dünnen Kugelschale wird in der Art der technischen Elastizitätslehre behandelt, indem man die Verschiebungen der Mittelfläche ins Auge faßt und den Einfluß\ der Dicke durch besondere Annahmen über die Spannungsverteilung in den Querschnitten berücksichtigt. Die Belastung wird als ein konstanter Druck \(p\) senkrecht nach unten gewählt. Aus den Gleichgewichtsbedingungen und den Beziehungen, durch welche die Elastizitätstheorie die inneren Kräfte und die Formänderungsgrößen verknüpft, werden zwei Grundgleichungen hergeleitet, in denen als zu bestimmende Funktionen die Schubspannung \(N\) in den Radialschnitten und eine Verschiebungskomponente \(\nu\), durch die wesentlich die Verschiebung der Punkte der Mittelfläche in senkrechter Richtung bestimmt ist, benutzt werden. Für flache Schalen vereinfachen sich diese Gleichungen sehr, und es ergibt sich schließlich, wenn noch die Schubspannung \(N\) eliminiert wird, eine lineare Differentialgleichung vierter Ordnung für die Verschiebungskomponente \(\nu\). Als unabhängige Veränderliche dient der Abstand \(x\) eines Punktes der unverzerrten Mittelfläche von der vertikalen Achse durch den Kugelmittelpunkt, die ja auch Rotationsachse für die verzerrte Mittelfläche ist. Indem man statt \(x\) noch \(\xi=\frac xa\) (\(a\) geeignete Konstante) als unabhängige Veränderliche einführt, erhält diese lineare Differentialgleichung die Gestalt \[ \varPhi_1 \varPhi_1(\nu)+ 2m \varPhi_1(\nu) + \nu=C \xi \quad \left( \varPhi_1(\nu)=\frac{d^2\nu}{d \xi^2}+\frac 1\xi \frac{d \nu}{d \zeta} - \frac{\nu}{\xi^2} \right), \] wo in und \(C\) Konstante sind. Die zugehörige homogene Gleichung wird mit Hilfe von \textit{Bessel}schen Funktionen vollständig gelöst, wobei die drei Fälle \(m\overset\gtrless= 1\) zu unterscheiden und gesondert zu behandeln sind. Nachdem so \(\nu\) ermittelt ist, wird dazu die zweite Verschiebungskomponente \(\mu\). (Verschiebung in wagerechter Richtung) berechnet, wobei sich der Verf. auf den Fall beschränkt, wenn die Schale im Scheitel geschlossen ist. Natürlich sind wieder die drei Fälle \(m\overset\gtrless=1\) getrennt zu behandeln. Es werden dann unter der Voraussetzung, daß\ der Rand der Schale fest eingeklemmt ist, die in \(\mu\) und \(\nu\) eingehenden Integrationskonstanten (aus linearen Gleichungen) bestimmt, wobei das Verschwinden der Nennerdeterminante das Eintreten der Instabilität (Einbeulen der Schale) bedeutet. In den Fallen \(m<1\) und \(m>1\) wird man beiden Randkreis, d. h. den Wert von \(\xi\), gegeben denken können; man wird dann aus der transzendenten Gleichung, die durch Nullsetzen der Nennerdeterminante entsteht, den Wert von in und damit den kritischen Druck \(p=p_k\) bestimmen können, bei dem die Instabilität eintritt. Für \(m=1\) ist der kritische Druck von vornherein bekannt, und man erhält eine Gleichung, aus der man den Wert von \(\xi\), d. h. die Öffnungsweite des eingeklemmten Randes, entnimmt. Von der transzendenten Gleichung im Falle \(m>1\) werden die ersten Wurzeln bestimmt. In der zweiten Mitteilung behandelt der Verf. die Auflösung der Stabilitätsgleichungen, zu denen er in der ersten Mitteilung gelangt war. Er zeigt, daß\ es weder für \(m=1\) noch für \(m < 1\) reelle positive \(\xi\) geben kann, die die Stabilitätsgleichung erfüllen. Also gibt es auch umgekehrt zu einem reellen positiven \(\xi\) kein \(m \leqq 1\). Es bleibt daher allein die Stabilitätsgleichung des Falles \(m>1\) übrig. Hier kann er für kleine \(\xi\) (\(O<\xi<1\)) und große \(\xi\) (\(\xi>6\)) sehr einfache Formeln für Näherungswerte der Wurzeln aufstellen. Für das Zwischengebiet \((1 <\xi < 6)\) behandelt er die Stabilitätsgleichung in der Weise, daß\ er für ein festgewähltes \(\xi\) ihre linke Seite als Funktion von \(m\) durch eine Tabelle und eine Kurve darstellt (er gibt die Darstellungen für die ganzzahligen \(\xi\)), aus denen man die Werte von \(m\) und damit die des kritischen Drucks \(p_k\) entnehmen kann. Einige Bemerkungen über den ausgearteten Fall \(\xi \to 0\), \(r \to \infty\), in dem sich die Kugelschale auf eine ebene Platte reduziert, die sich unter einem gleichmäßig über den Rand verteilten Drucke ausbeult, sind eingeschaltet. In der dritten Mitteilung wird die Formänderung der Kugelschale für den allgemeinen Fall behandelt, daß\ die einschränkende Voraussetzung der ersten Mitteilung, die Kugelschale sei flach, aufgegeben wird. Es zeigt sich aber, daß\ man dann zweckmäßig nicht unmittelbar an die erste Mitteilung anknüpft, sondern die Verrückung eines Punktes der Mittelfläche durch ihre Komponente \(u\) nach der Tangente und ihre Komponente \(v\) nach der Normale des Meridians der Kugelschale beschreibt. Benutzt man den Winkel \(\varphi\) der Meridiantangente mit der Horizontalen als unabhängige Veränderliche, so erhält man für \(u\) und \(v\) ein System von zwei gewöhnlichen linearen Differentialgleichungen zweiter Ordnung, und wenn man daraus die eine der beiden unbekannten Funktionen eliminiert, so ergibt sich für die andere eine gewöhnliche lineare Differentialgleichung vierter Ordnung. Der Verf. behandelt die Gleichung für \(u\) weiter; sie läßt sich allgemein durch hypergeometrische Funktionen integrieren, doch wird die allgemeine Lösung sofort dahin vereinfacht, daß\ nur die im Scheitel geschlossene Kugelschale behandelt wird und man mit einer Lösung zu tun hat, in die (linear) zwei Integrationskonstante und eine weitere willkürliche Konstante, die bereits in der Differentialgleichung auftrat, eingehen. Die Verschiebungskomponente \(w\) kann man sofort dazu bestimmen, und ebenso die Änderung \(\psi\) des Winkels \(\varphi\) der Meridiantangente mit der Horizontalen. Wenn man vorschreibt, daß\ der Rand der Schale festgehalten und eingeklemmt sei, so erhält man als Randbedingungen drei lineare Gleichungen zur Bestimmung der drei aufgetretenen Integrationskonstanten, wobei das Eintreten der Instabilität wieder durch das Verschwinden der Nennerdeterminante gekennzeichnet wird. Die Behandlung der durch dies Verschwinden entstehenden transzendenten Gleichung führt der Verf. nur für den Fall der Halbkugel weiter aus und leitet demnach auch nur für diesen Fall die kritischen Drucke her, bei denen die Schale einbeult.












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