Über die notwendigen und hinreichenden Bedingungen für das Bestehen eines \textit{Klein}schen Oszillationstheorems.
Das Problem, mit dem der Verf. sich in der vorliegenden Arbeit hauptsächlich beschäftigt, ist folgendes: ``Es seien drei Gleichungen \[ \text{(A)}\qquad [p_i(x_i)u_i'(x_i)]' + q_i(x_i)u_i(x_i) + \mu A_{i1}(x_i)+\nu A_{i_2}(x_i)]u_i(x_i)= 0\quad (\pi > 0;\;i=1, 2, 3) \] gegeben; kann man dann die drei Parameter \(\lambda,\mu,\nu\) so bestimmen, daß Lösungen \(u_1(x_1),u_2(x_2),u_3(x_3)\) existieren, die den Randbedingungen \[ u_1(a_1) = u_1(b_1) = 0,\;u_2(a_2) = u_2(b_2) = 0,\;u_3(a_3) = u_3(b_3) = 0 \] genügen und \(l\)-, bzw. \(m\)-, bzw. \(n\)-mal in ihren Intervallen oszillieren? Ein Oszillationstheorem im Falle mehrerer Parameter hat zuerst \textit{Klein} (Math. Ann. 18, 410-427; F. d. M. 13, 407 (JFM 13.0407.*), 1881) bewußt und ausdrücklich besprochen; es behandelt den Fall, daß \(q_i\) und \(A_{ij}\) besondere Funktionen sind. Den von \textit{Klein} skizzierten Beweis hat \textit{Bôcher} (American M. S. Bull. 4, 307; F. d. M. 29, 285 (JFM 29.0285.*), 1898) in analytische Form gesetzt. Später hat \textit{Hilb} (Deutsche Math.-Ver. 16, 279, 1907) das Problem von zwei Gleichungen mit zwei Parametern gelöst, welches allgemeinere Voraussetzungen über die Funktionen \(A\) behandelt. -- In der vorliegenden Arbeit stellt und beantwortet Verf. allgemein die Frage nach den notwendigen und hinreichenden Bedingungen für die Funktionen \(A\), damit ein Oszillationstheorem der oben angegebenen Form besteht. Im \S\ 1 wird ein Oszillationstheorem abgeleitet für den Fall einer Gleichung mit einem Parameter, die weder orthogonal, noch polar ist. Die Oszillationstheorie für die allgemeine Gleichung mit zwei und drei Parametern wird in den \S\S\ 2 und 3 aufgestellt. Im \S\ 4 wird der Hauptsatz aufgestellt: es werden nämlich einerseits notwendige, anderseits hinreichende Bedingungen (die beinahe identisch sind) für die Existenz von Lösungen der Gleichungen (A) abgeleitet. Ferner wird die Normalform der Gleichungen angegeben und ein Eindeutigkeitssatz (der auch ein Existenzsatz ist) bewiesen. In \S\ 5 ist der Zusammenhang dieser Ergebnisse mit der \textit{Klein-Bôcher}schen Theorie angedeutet. Den Fall zweier Gleichungen mit zwei Parametern, für den besondere Vereinfachungen eintreten, hat Verf. bereits 1912 (American M. S. Trans. 13, 22-34; F. d. M. 34, 400 (JFM 34.0400.*)) behandelt. .
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