Lectures on the theory of maxima and minima of functions of several variables (\textit{Weierstrass}'theory).
Die Vorlesungen, welche der Verf. an der Universität Cincinnati über die Theorie der extremen Werte von Funktionen mehrerer Veränderlichen gehalten und in den Bulletins dieser Universität weiteren Kreisen zugänglich gemacht hat, sind, wie in der Vorrede ausdrücklich hervorgehoben ist, eine Reproduktion \textit{Weierstraß}scher Vorlesungen, in denen W. vornehmlich die Ergebnisse älterer Autoren mit Hülfe seiner Methoden abgeleitet hat. Leider ist nicht angegeben, in welchen Jahren die hier wiedergegebenen Vorlesungen von \textit{Weierstraß} gehalten worden sind. Zunächst wird die bekannte \textit{Weierstraß}sche Theorie der analytischen Funktionen in ihren Grundzügen so weit auseinandergesetzt, als sie für die folgenden Untersuchungen notwendig ist. In den beiden folgenden Kapiteln findet man dann die eigentliche Theorie der absoluten und relativen Maxima und Minima von Funktionen mehrerer Veränderlichen vorgetragen, wo auch die hierzu nötigen Kenntnisse über homogene quadratische Formen entwickelt sind. Als Beispiele wird die Bestimmung der beiden Hauptkrümmungen in einem gewöhnlichen Punkte einer krummen Fläche und der kürzesten oder längsten Linie zwischen einem gegebenen Punkte und einer gegebenen Fläche behandelt. Die Anwendung der allgemeinen Theorie auf spezielle Probleme führt aber häufig auf sehr große Schwierigkeiten und versagt unter Umständen gänzlich. Für diese Fälle wird ein anderes Verfahren an dem Beispiele veranschaulicht: Unter allen Vielecken von gegebener Seitenzahl und gegebenem Umfange dasjenige mit größtem Flächeninhalte zu finden. In vielen Problemen relativer Extreme sind die Nebenbedingungen nicht durch Gleichungen, sondern in Gestalt von Beschränkungen, also Ungleichungen gegeben. Derartige Beispiele kommen besonders häufig der Mechanik vor; alle Probleme der Mechanik lassen sich mit Hülfe des \textit{Gauß}schen Prinzips des kleinsten Zwanges, welches deshalb hier auseinandergesetzt wird, auf solche der Maxima und Minima zurückführen. Zum Schlusse worden noch \textit{Cauchy}s Beweise für die Existenz der Wurzeln algebraischer Gleichungen und die Umkehrung unendlicher Reihen als Anwendungen der allgemeinen Theorie gegeben. \textit{Hancock} ist in der vorliegenden Veröffentlichung nicht über \textit{Weierstraß} hinausgegangen, indem er weder die neuen Arbeiten auf dem behandelten Gebiete berücksichtigt, noch Unrichtigkeiten in der \textit{Weierstraß}schen Darstellung verbessert hat, wie dies von \textit{Stäckel} in seiner Besprechung im Archiv der Math. u. Phys. (3) \( 8\), 258-261 (1904) ausführlich dargelegt ist.
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